Mehr als ein Kochbuch
Wer gerne kocht, der hat viele Kochbücher im Fundus, also sollte "Kochen mit ELLE à table" schon mehr können als diese Bücher oder die namensgebende Zeitschrift. Schön, der Umfang des Programms ist mit den tausend Rezepten, wobei weitere als Bonus freigeschaltet werden können, schon gigantisch. Auch die Datenbank über Wein und Käse und wer zu wem passt sowie die Liste der Speisezutaten und der wichtigsten Inhaltsstoffe versprechen eine Fülle an Informationen für den Benutzer. Bei allen Rezepten werden zusätzlich auch jeweils die Herkunft, die Kalorien, die Zubereitungsdauer und Schwierigkeit angegeben. Meist beziehen sich die Zutatenangaben auf die klassischen vier Personen. Die Bandbreite der Gerichte ist sehr groß. Ganz gleich, ob man Lust auf Süßes hat, asiatisch essen möchte, eine kleine Leckerei backen will, schnell fertig sein möchte oder ein opulentes Mahl auftischen mag, man findet immer genau das Richtige. Und oft ist die Zubereitung relativ simpel und das Exquisite lediglich die ausgewählten Zutaten, die dem Gericht den letzten Schliff verleihen.
Der Praxistest
Ein gigantischer Umfang ist ja schön und gut, aber er muss sich auch im täglichen Umgang bewähren, also in der Küche, direkt am Kochtopf. Normalerweise legt man sein Kochbuch offen auf die Arbeitsplatte, um immer wieder nachzusehen. Hier ist der Nintendo DS von Vorteil, der bleibt stets brav offen. Umblättern kann man die einzelnen Zubereitungsschritte des Rezepts dann mit dem Touchpad oder mit Stimmeingabe. Hier zeigt sich allerdings, dass Störgeräusche, die gerade beim Kochen entstehen, wie der Lärm einer Dampfabzughaube, das Brutzeln einer Pfanne oder kochendes Wasser, diese Funktion sehr deutlich stören. Die Zutatenliste für das Rezept muss man, wenn man sich nicht alles vorher exakt abmisst, und wer tut dies schon, immer in einem separaten Fenster nachsehen. Hier wäre es hilfreicher gewesen, wenn in der Zubereitung nicht nur erwähnt wird, dass Zucker zugegeben wird, sondern auch, dass es vielleicht 100 Gramm Zucker sein sollen.
Kochbuch versus Nintendo-Version
Inhaltlich ist "Kochen mit ELLE à table" einfach top. Wer keine Ideen hat oder nicht genau die passenden Rezepte für den Kühlschrankinhalt oder die Lust auf Kartoffeln sucht, wird hier ganz sicher fündig. Und bei der Auswahl ist für Familien, das kleine Buffet oder den schnellen Abendimbiss immer das Richtige dabei. Optisch ist das Programm auch gut gelungen, mit einer klaren Menüführung, einer stets durchsuchbaren Rezept- und Zutatendatenbank und schön ausgesuchten Abbildungen zu den einzelnen Gerichten. Untermalt wird dies alles von einer netten Hintergrundmusik. Leider aber ist der Einsatz in der Küche selbst nicht ganz unproblematisch. Die Sprachfunktion wird durch Küchenlärm behindert, die Zutaten lassen sich nicht auf einem Blick beim Arbeitsschritt überblicken und um weiterzublättern, muss man stets den Stylus in die Hand nehmen.
Für diejenigen, die eine große Rezeptsammlung in kleinem Format zur Inspiration möchten, eine gute Wahl, doch wer den Kücheneinsatz mit Anleitung wagt, der sollte zum klassischen Kochbuch greifen.