Bei diesem Buch denkt wahrscheinlich so Mancher, dass ihn das nicht interessiert, weil es sich an Köche / Köchinnen für Kindergärten etc. richtet. Aber weit gefehlt! Wer eine etwas größere Familie zu verpflegen hat, sollte sich dieses Buch näher anschauen.
Die Rezepte sind jeweils für 15 Kinder und zwei Erwachsene, aber zum Beispiel für eine Familie mit drei gut essenden Kindern sind sie ebenfalls bestens geeignet, wenn man die Mengen einfach halbiert. Das klingt, als wäre es zu viel, aber da die Essen fast immer sehr gut schmecken, wird auch viel davon gegessen. Und beim Kindergeburtstagsfest kann man dann das endlich mal das ganze Rezept ausprobieren.
Für den Einstieg in gesunde Ernährung von Kindern (und Familien) sind die ersten zwanzig Seiten des Buches sehr zu empfehlen. Kurz und knapp werden die Grundlagen gesunder Ernährung in freundlichen Worten dargelegt. Wer hier gleich wieder erwartet, dass Wurst, Fleisch und Süßes verboten werden, liegt falsch. Die Autorin empfiehlt eine ausgewogene Ernährung mit allem, was angeboten wird. Sie legt besonderen Wert auf die Ausgewogenheit der Verpflegung. Die kleine Checkliste auf Seite 15 sollte man sich an den Küchenschrank hängen und täglich prüfen, ob von Allem etwas dabei ist. Für das Praktische sind die Tipps auf Seite 18 und 19 sehr hilfreich.
Danach geht es los mit den 250 Rezepten. Manches kommt einem bekannt vor, aber nicht mit den Mengenangaben und den praktischen Tipps für das Kochen von großen Mengen. Doch es sind auch viele interessante neue Rezepte oder Abwandlungen bekannter Rezepte im Hinblick auf die Verpflegung größerer Gruppen zu finden. Einiges haben wir in unserer (Groß-)Familie schon ausprobiert und für sehr lecker befunden. Die Rezepte sind, soweit wir es prüfen konnten, korrekt angegeben, von den Zutaten her nicht "überdreht", sondern meist mit herkömmlichen Mitteln zuzubereiten. Die Beschreibungen sind nicht zu penibel, sondern richten sich eher an die erfahrenen Köch/innen. Meine Lieblingsrezepte (bis jetzt): Der Bulgur-Karotten-Berg mit Jogurtsoße als Hauptgericht und die Hirsecreme als Dessert!
Fazit: Dieses Kochbuch lohnt sich auch für diejenigen, die schon viele Kochbücher haben, vor allem weil es so praktisch ist und man "auf dem Teppich bleibt".