Ich frage mich immer, warum jeder auf den Trends mitschwimmen muss, auch wenn er nicht so viel davon versteht. Es reicht eben nicht, die Begriffe Vata, Pitta und Kapha erklären zu können, um ein Ayurveda-Koch zu sein. Der Ayurveda hat gewisse Grundregeln, wie beispielsweise Essen nicht aufzuwärmen, nicht zu viel und zu spät zu essen, aber auch gewisse Lebensmittelkombinationen zu vermeiden. Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich sehe, dass manche Bücher gehypt werden, weil irgendein Sternekoch dahintersteht, es aber mit der Grundlehre nichts zu tun hat.
Beispiel: Eine Kombination von Kohlenhydraten (Kartoffeln) und Eiweiß (Quark) sollte unbedingt vermieden werden. Was hat also ein Rezept einer Folienkartoffel mit Ziegenquark in einem ayurvedischen Kochbuch zu suchen? Richtig, herzlich wenig.
Ein weiteres Beispiel ist, dass die oben genannten Doshas Vata, Pitta und Kapha(kann als Energietypen übersetzt werden) alle ganz unterschiedlich Nahrungsmittel vertragen. Manche Gruppen führen zur Erhöhung eines Doshas, manche zur Senkung. Man kann damit bestimmte Befindlichkeiten perfekt ausgleichen, wenn man sie denn berücksichtig. Dies wurde hier jedoch völlig außer acht gelassen. Volker Mehl bezieht sich nur auf die Dosha-Zugehörigkeit innerhalb der Tageszeiten, in die auch die drei Hauptmahlzeiten fallen. Es reicht aber eben nicht, Mittags zu berücksichtigen, dass jetzt Pitta-Zeit ist, wenn man ein Kapha oder Pitta Dosha im Ungleichgewicht hat und dieses dann damit noch weiter aus der Balance bringt.
Eben die Berücksichtigung vieler einzelner Elemente machen Ayurveda aus und zu einer wunderbaren und sehr heilsamen Lebensweise. Schade, dass dies zugunsten des "In-faktors" immer mehr in den Hintergrund rutscht und Bücher wie dieses trotzdem so einen Erfolg haben. Ein paar nette Rezepte machen noch keine Ayurveda-Kochkunst aus.