... dafür wie einen Wirtschaftssimulation nicht sein sollte. Das umreißt in etwa die Qualität dieses Titels. Als mir die Pressemappe mit den Informationen rund um den "Transport Giganten" in die Hände fiel, war ich schon ein wenig verwundert: Dort wurde kaum mit typischen Elementen einer Wirtschaftssimulation geworben, sondern es ging um die Pisa-Studie. So sollte dieser Titel beispielsweise ein wunderbares Mittel sein, um Schülern die komplexen Zusammenhänge in der Wirtschaft näher zu bringen.
Und damit kommen wir gleich zum ersten Kritikpunkt: Es genügt vollauf, wenn man beispielsweise ein Sägewerk in einem Wald eröffnet und das geschlagene Holz zu einer Papierfabrik liefert. Und schwubs erreicht man in kürzester Zeit einen dauerhaften Profit (naja, bis der Wald Jahrzehnte später abgeholzt ist....). Dass sich derweil das Papier in besagter Fabrik ansammelt und diese dementsprechend aufgrund mangelnder Nachfrage binnen weniger Wochen in Konkurs gehen würde, scheint für die Entwickler kein realistisches Problem zu sein...
Aber lassen wir dieses Problem einmal außer acht und wenden uns der Hauptaufgabe eines Transportunternehmers zu: Dem Bau von Straßen und anderen Verbindungswegen.
Hier fällt schnell auf, dass es in dieser unglaublich realistisch gestalteten zweidimensionalen Welt nur drei Höhenstufen gibt: Gebirge (da muss man Tunnels bauen), Ebene (da kann man Strecken bauen) und Gewässer (da muss man entweder Tunnels oder Brücken bauen). Schon komisch, selbst ein Railroad Tycoon (gemeint ist der erste Teil aus dem Jahr 1989) wartete schon mit solch unglaublich komplexen Elementen wie Steigungen im Gelände auf (die hier nicht existiert). Aber auch die Streckenplanung ist ein Trauerspiel: Man kann zwar ein wenig herauszoomen, aber leider oft nicht weit genug, um eine ideale Verbindung zwischen zwei Orten zu planen. Gerade bei Verbindungen mit Eisenbahnen benötigt man dann problemlos 15 Minuten und mehr, bis man endlich per "Versuch und Fluch" eine halbwegs annehmbare Verbindung aufgebaut hat.
Nun zu den Missionen: Auch hier herrscht ein Trauerspiel: Anfangs klingt es jeweils nach einer ausgesprochen stilvollen Situation, in der man eine bestimmte Aufgabe erfüllen soll. Aber mal ehrlich: Wer die nicht auf Anhieb schafft, hat vermutlich einfach einen schlechten Tag. Von einem anspruchsvollen Missionsdesign ist da nichts zu finden...
Es gibt ein paar nette Elemente, wie beispielsweise die Grafiken für verschiedene Gebäude oder auch die durchaus stilvollen Hintergrundmusiken. Nur leider reißt ein nettes Aussehen keinen Grottenolm aus seinem Tiefschlaf. Mit diesem Titel hat Jowood leider mal wieder so richtig ins Klo gegriffen. (Alternativ empfehle ich das wesentlich ausgereiftere, dafür aber etwas weniger ansehnliche "Locomotion".)