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Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber
 
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Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

Richard Bohringer , Michael Gambon , Peter Greenaway    Freigegeben ab 18 Jahren   DVD
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 12,66
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Produktinformation

  • Darsteller: Richard Bohringer, Michael Gambon, Helen Mirren
  • Regisseur(e): Peter Greenaway
  • Komponist: Michael Nyman
  • Format: Dolby, PAL, Surround Sound
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0 Stereo), Englisch (Dolby Digital 2.0 Surround), Italienisch (Dolby Digital 1.0), Spanisch (Dolby Digital 1.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Studio: Universal/DVD
  • Erscheinungstermin: 27. November 2003
  • Produktionsjahr: 1989
  • Spieldauer: 119 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (11 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0000DCXSC
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 9.278 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

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"Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" ist ein Film, der den Zuschauer anzieht und anwidert, fesselt und abstößt.

Der Dieb, Albert Spica (Michael Gambon), ist als Schutzgelderpresser tätig, genaueres erfährt man nicht, und liebt es, in seinem Restaurant zu speisen. Dieses leitet er zusammen mit dem Koch Richard Borst (Richard Bohringer). Die Frau Spicas ist Georgina Spica (Helen Mirren), die im Restaurant eine Affäre mit dem Gast Michael (Alan Howard) beginnt. Die beiden versuchen nun, ihre Affäre geheimzuhalten, um nicht den Zorn des Ehemanns zu wecken, der sich auch ohne diese Neuigkeit kaum beherrschen kann.

Der Film ist allerdings das komplette Gegenteil dieser nüchternen Beschreibung: Er ist laut, farbig, opulent, ausschweifend und dekadent.
Des Diebes Organ übertönt alles! Er ist der unüberhörbare Mittelpunkt und Minuspol des Films. Er ist all das, was Georgina abstößt. Mit einem Wort: Vulgär. Aufgrund seines Geldes kann er sich einen teuren Lebensstil leisten, allerdings kann er das gute Essen nur schwer würdigen, was schon durch seine falsche Aussprache der Speisen klar wird. Ihm kommt es einzig auf den Konsum an, er ist vernarrt ins Essen, ins In-sich-hineinstopfen. (Das Stopfen hat es ihm auch sonst sehr angetan.)
Die Hauptsache ist, dass sein Magen gefüllt ist und er viel Geld dafür ausgeben kann. Über Borsts Kochkunst macht er sich eher lustig, weiß sie nicht zu würdigen.

Georgina findet ihn ekelerregend, kann aus ihrem goldenen Käfig allerdings nicht ausbrechen, wie später klar werden wird. Die einzige Möglichkeit, ein wenig Freiheit auszuleben, besteht in der Affäre zu Michael, dem Bibliothekar.
Er ist ein regelmäßiger Gast des Restaurants, er bestellt oft das Gleiche wie Georgina und ist ein Mann der Kunst und Kultur. Die Affäre beginnt, ohne dass ein Wort gesprochen wird. Georgina sehnt sich nach dieser Ruhe, sonst gewohnt, den Wortausbrüchen ihres Mannes zuhören zu müssen. Nur mit Blicken wird sich verständigt, alles scheint klar und natürlich abzulaufen. Auch wenn sie sich hier ausleben kann, die Liebschaft muss mit kleinsten Räumen auskommen, immer in Nähe des Gatten, immer in Gefahr entdeckt zu werden. Greenaway schafft es, mit einer Ausnahme, den Film vor und in einem einzigen Gebäude spielen zu lassen, was eine unglaubliche Verdichtung der Handlung schafft. Wenn sich die Frau und ihr Liebhaber in der Vorratskammer lieben, kann man Albert im Speisezimmer fast schnaufen hören. Diese Nähe macht ein Entdecktwerden unvermeidlich und notwendig.

Alle Räume sind klar getrennt: die grüne Küche, das rote Speisezimmer, die weiße Toilette. Georgina wird wohl von ihrem Mann gezwungen sich farblich an das Speisezimmer anzupassen, d.h. sie trägt meist rot und schwarz, wie ihr Gatte. Wenn sie allerdings die Küche betritt, wechselt auch die Frabe ihres Kleides( Kostüme: Jean-Paul Gaultier), was die größere Freiheit ihres Wesens ankündigt. Die größte Befreiung, die vollkommene Nacktheit, die sie nach einer Art Widergeburt (sie war so tot, wie die Tiere im Lieferwagen des Restaurants) und Waschung erlebt und der sie sich mit Michael immer weiter annähert, wird allerdings schnell gestört. Ihr Glück wird zerstört, ihre Emanzipation wird vollendet.
Es ist auch kein Zufall, dass eine Seite aus einem Buch über die französische Revolution eine Rolle spielt. Eine Revolution findet auch hier statt, jedoch wird hier der Tyrann gezwungen ein Kind der Revolution zu fressen.

Auffällig ist, mit welch ruhiger Kameraführung das Durcheinander gefilmt wird. Entweder in langen Seitwärtsfahrten, die sehr schön begleitet werden mit Michael Nymans barocker Musik, oder in ruhiger Mittelansicht wird das Geschehen aufgenommen, allerdings zeigt dies auch die Unerbittlichkeit des Regisseurs, der dem Zuschauer dabei nichts erspart.

"Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" ist schwer in Worten zu fassen. Seine visuelle Ausrichtung ist sehr ausgeprägt und komplex und so lautet die einfache Empfehlung: Anschauen!

--- Florian Arnold (flonold)

Produktbeschreibungen

Der Koch serviert in seinem exklusiven Restaurant kulinarische Meisterwerke. Der cholerisch-tyrannische Dieb hält in eben diesem Restaurant Hof und terrorisiert jeden in seiner Umgebung. Seine Frau hat eine heimliche Liäson mit einem unscheinbaren Buchhändler, der sich gerade auf die gefährlichste Affäre seines Lebens

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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Ende eines Despoten. 8. Januar 2007
Der tyrannischer Unterweltboss Albert residiert Nacht für Nacht in einem Nobelrestaurant. Alle Aktivitäten scheinen nur nach dem Willen von Albert zu geschehen, der hier wie ein despotischer König herrscht. Er ist kein guter Mensch, neigt zur Gewalt und terrorisiert mit Vorliebe seine Frau Georgina oder den Meisterkoch. Georgina verliebt sich in den Buchhändler Michael, der ebenfalls in dem Restaurant regelmäßig speist. Das Techtelmechtel geht eine zeitlang gut, doch der misstrauische Albert erfährt davon. Er rast vor Wut und lässt die beiden suchen. Der Koch kann ihre erfolgreiche Flucht organisieren. Der neue Unterschlupf verschafft den beiden aber nur wenig Zeit. Alsbald tauchen Albert und seine Häscher auf. Sie treffen Michael allein an und töten ihn. Nun wird Georgina zur Rächerin sorgt im Finale für einen wahrhaft diabolischen Abgang ihres Mannes.

Das Stück ist Theater pur und enthält viele kleine Besonderheiten. Georginas Kleid wechselt die Farbe wie die Räume in denen sie sich aufhält. Rot im Speisesaal, weiß auf den Toiletten und grün in der Küche. Damit wird sie zu einem Chamäleon. Die Szenenbilder und Figuren wirken bizarr und unterstreichen die jeweilige Aktivität. Ein Kunstwerk, das auch nach mehrmaligen Anschauen immer noch nicht alle Geheimnisse preisgibt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie beim betrachten.... 7. März 2010
Von Amazon bestätigter Kauf
...vom Triptychon vom Hieronymus Bosch wandern wir im Film von der Hölle(die Strasse mit den Obdachlosen) durch die Erde (Speisesaal-unsere Konsumwelt) in die Bibliotek(Paradies).An der Macht sind ungebildete,neureiche Grobiane, die Kulturmenschen können ihre Bücher nur im Eck lesen,sollen nicht stören.Nur ihre Praesenz im Speisesaal macht aber den Machtmenschen wütend -und wenn sich noch seine Frau in diesen intelektuellen Schwächling verliebt-dann muß man ihn- töten!Der Film ist eine sehr treffende Parabel auf die heutige Geselschaft, die barocke Opullenz der Bilder und der Musik(M.Nyman) eine Augen-und Ohrenweide.Der Abschluß- eher naive Wunschvorstellung vom Greneway(als Rache muß der Dieb den toten ,gebratenen und garnierten Liebhaber essen und wird danach getötet).Die Realität ist anders- wir, die Kulturmenschen- werden schön langsam gebraten -und dann mit Genuß verspeist-um hier nicht mehr zu stören.
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34 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der beste Film der Welt 4. Oktober 2006
Hier haben wir es mit dem Meisterwerk zu tun. Wie ich den Film das erste Mal im Kino gesehen haben, hat er mich von der ersten Minute in seinen Bann gezogen. Der Film ist nichts für Zartbeseidete, da es im Film über Sex, Intrigen, Essen und Kannibalismus geht. Vom filmtechnischen Aspekt habe ich seit diesem Film, und ich sehe viele Filme, nicht mehr besseres gesehen: Die Musik von Michael Nyman vergißt man nie mehr und paßt wie die Faust auf's Auge. Die Kamera vom Meisterkameramann Sacha Vierny (Letztes Jahr in Marienbad) sucht ihres gleichen. Die Schauspieler Michael Gambon (Albus Dumbledore in Harry Potter), Richard Bohringer, Helen Mirren (Excalibur), Alan Howard (Erzähler bei Der Herr der Ringe)und Tim Roth (Pulp Fiction) sind die besten die es gibt und spielen alles Dagewesene an die Wand. Über den Filmschnitt möchte ich garn nicht schreiben, der ist von einer anderen Welt. Die Kostüme vom Modezar Jean-Paul Gaultier treiben einen vor Schmuckfreude die Tränen in die Augen.

Für mich ist und bleibt "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" der beste Film aller Zeiten.
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