Ein sehr gelungenes Album! Ani D. besinnt sich nach dem etwas dissonanteren, komplett selbst produzierten ecucated guess, das auch Fans etwas verstörte (mir gefällt's größtenteils), auf ihre (vermeintlichen) Wurzeln, auch wenn es sich nach dem lebhaften Eingangstitel Knuckle Down nicht vermuten lässt - Residuen der schrägen Background-Stimmen sind eingestreut.
Dann folgt eine Kaskade stimmungsvoller Kompositionen, erstmals mitproduziert von einem anderen Gitarristen, und doch sehr intimen Charakters. Schräg geht es mit Studying Stones weiter, temporeich mit Manhole - um dann mit Sunday Morning auf einen Titel überzuleiten, der gern Sonntagmorgens beim Aufwachen gehört werden dürfte. Es ist neben Lag Time und Parameters mein Lieblingstitel und versprüht eine großartige Atmosphäre. Über 3 Millionen Platten hat sie mittlerweile verkauft und dabei ihre Entdeckung von den Radiostationen erfolgreich gemieden - bis jetzt?
Die Musik wirkt reichhaltig und gut instrumentiert, und doch auf das Wesentliche destilliert. Ständiger Begleiter ist der Kontrabass, mit dem allein Ani momentan auf Tour ist. Und er erzielt beizeiten unheimliche Effekte, so beispielsweise indem er mit seinem Bogen Tremoli spielt.
Das Album schließt ein wenig schwächer als es begonnen hat, obwohl Paradigm und Recoil da gegensteuern. Und mitten drin befindet sich mit Seeing Eye Dog auch ein Titel, der mir nicht so zusagt, aber ist normal.
Spätestens seit der mit einem Grammy prämierten Verpackung von evolve lohnt sich der Kauf einer Ani DiFranco-CD auch des Designs wegen (auch dies in großen Teilen von Ani selbst kreiert). So liegt Knuckle Down in einem längs aufzuklappenden Cover mit einem eingehefteten Booklet bereit und lädt zum Stöbern ein.
P.S.: Ja, wie bei einem Vor-Rezensenten ist auch mein "Lieblings"-Album to the teeth!