Das Taschenbuch "Knoten" von Ronald D. Laing besitze ich schon seit vielen Jahren. Ich habe es geschenkt bekommen. Es ist ursprünglich im Jahr 1970 in englischer Sprache bei "Rowohlt" erschienen und wurde mehrfach neu aufgelegt. Inzwischen ist die Publikation nur noch antiquarisch erhältlich.
Ronald D. Laing (geboren 1927 in London, verstorben 1987 in Frankreich) war ein bekannter britischer Psychiater und gilt als einer der Gründer der antipsychiatrischen Bewegung. In dem Buch "Knoten" hat er zahlreiche Dialoge aufgezeichnet, die Liebesbeziehungen und andere zwischenmenschliche Beziehungen prägen. Es geht um Muster wie Liebe und Hass, Angst und Freude, Trauer und Freude, Gut und Böse, also um stets wiederkehrende Verhaltensmechanismen und Gefühlszustände, die die menschliche Interaktion ganz wesentlich bestimmen.
Laing versucht die komplexen Formen der menschlichen Interaktion transparent zu machen und in verständliche Worte zu kleiden. Dabei verkürzt er höchst komplizierte Zusammenhänge auf kurze, aber sehr prägnante Aussagen von wenigen Zeilen, die auch von Nicht-Psychologen spontan nachzuvollziehen sind und verstanden werden.
Das Taschenbuch enthält eine Reihe von kurzen Texten, die mich oft eher an Gedichte erinnern, in denen zwischenmenschliche Beziehungen eingehend beleuchtet werden. So geht es zum Beispiel um das Thema Eifersucht, Nörgeleien in der Beziehung, Sexualität, die Nähe-Distanz-Problematik und Freundschaft, aber auch um das Thema Sucht.
Die Vorgehensweise von Ronald D. Laing ist für einen Psychiater sehr ungewöhnlich. Das handliche Buch bietet durchaus Denkanstöße. Andererseits stammt es aus den inzwischen lang zurückliegenden siebziger Jahren und wirkt sowohl sprachlich als auch inhaltlich teilweise antiquiert bzw. überholt. Ich habe es dennoch mit Interesse gelesen, da es auf eine angenehme Weise unkonventionell geschrieben ist.