Aus der Amazon.de-Redaktion
"Ich habe den 'Jim Knopf' wirklich so geschrieben, dass ich mit dem ersten Satz angefangen habe, ohne jedes Konzept und ohne zu wissen, wie der zweite Satz heißen und worauf das Ganze hinauslaufen wird. In diesem Fall ist die Geschichte wirklich erst mit dem Buch entstanden, und ich war während des Schreibens zum Teil selber ganz gespannt, wie es weitergehen würde". Und genauso gespannt wie der Autor Michael Ende beim schreiben war, genauso gespannt ist man auch als Leser, wie die Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer ausgehen. Nicht nur die spannenden Erlebnisse der beiden Helden machen
Jim Knopf zu einem wundervollen Schmöker. Michael Ende spielt mit der Sprache, erfindet genau die Namen, die seine Wesen am besten beschreiben, und schafft so eine Welt, in die man sich mühelos hineinversetzen kann. Kein Konzept für sein Buch zu haben war für Michael Ende jedenfalls ein Erfolgsrezept: mit
Jim Knopf gelang ihm der schriftstellerische Durchbruch. Es erschien 1960 erstmals im Thienemann Verlag, nachdem bereits mehr als zehn Verlage das Manuskript abgelehnt hatten. Bereits ein Jahr später, 1961, erhielt Michael Ende den Deutschen Jugendliteraturpreis für
Jim Knopf und die Augsburger Puppenkiste verfilmte das Buch. Dank der Augsburger Puppenkiste kennt jeder die Beiden und natürlich auch die kleine Insel Lummerland (das ist die mit den zwei Bergen). Aber wie ist das mit Ping Pong, Herrn Tur Tur, König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften, dem goldenen Drachen der Weisheit und den zwölf Blüten der Gelehrsamkeit oder der Prinzessin Sursulapitschi und ihrem Verlobten Uschaurischuum? Erinnern Sie sich? Nicht? Dann ist dieser Sammelband genau das Richtige um die Erinnerung aufzufrischen oder erste Bekanntschaft zu schließen mit all diesen seltsamen und liebenswerten Wesen, denen Jim und Lukas begegnen.
Illustriert ist der Band mit den altbekannten schwarzweiß Zeichnungen -- zum Glück hat der Verlag von jeder "Verjüngungskur" Abstand genommen. Nur der Text wurde ein wenig angepasst, so dass aus dem Kaiser von China der Kaiser von Mandala geworden ist. Aber das stört das Vergnügen gar nicht. Und auch nach vierzig Jahren: Jim Knopf ist Lesespaß pur. --Maike Jakobs
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Die spannenden und lustigen Abenteuern von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer mit Scheinriesen, Halbdrachen, Kaisern, Seeräubern und vielen anderen außergewöhnlichen Wesen erfreuen und unterhalten Kinder seit über 30 Jahren.
Klappentext
Dies sind die lustigen und spannenden Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer mit Scheinriesen, Halbdrachen und vielen anderen außergewöhnlichen Wesen.
Autorenportrait
Michael Ende wurde 1929 als Sohn des surrealistischen Malers Edgar Ende in Garmisch-Partenkirchen geboren und starb im August 1995 in Stuttgart. In einer nüchternen, seelenlosen Zeit hat er die fast verloren gegangenen Reiche des Phantastischen und der Träume für die Kinder wie für die Erwachsenen zurückgewonnen und wurde mit Büchern wie "Die unendliche Geschichte" und "Momo" weltberühmt.
Er zählt heute zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern und war immer ein ausgesprochen vielseitiger Autor. Neben Kinder- und Jugendbüchern hat er poetische Bilderbuchtexte und Bücher für Erwachsene, Theaterstücke, Opernlibretti und Gedichte geschrieben. Viele seiner Bücher wurden verfilmt oder für Funk und Fernsehen bearbeitet. Für sein literarisches Werk erhielt er zahlreiche deutsche und internationale Preise.
Seine Bücher haben bislang eine weltweite Gesamtauflage von über 20 Millionen erreicht und sind in nahezu 40 Sprachen übersetzt.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Eines schönen Tages legte das Postschiff am Strand von Lummerland an, und der Briefträger sprang mit einem großen Paket unter dem Arm an Land. ... Frau Waas ging sofort ans Aufmachen. Sie knüpfte die Schnur auf und faltete das Packpapier auseinander. Da wurde eine große Schachtel sichtbar, die rundherum Luftlöcher hatte wie eine Maikäferschachtel. Frau Waas öffnete die Schachtel und fand darin eine etwas kleinere Schachtel. Die war ebenfalls mit Luftlöchern versehen und gut gepolstert mit Stroh und Holzwolle. Offenbar war etwas Zerbrechliches darin, vielleicht Glas oder ein Radio. Aber wozu dann die Luftlöcher? Schnell hob Frau Waas den Deckel auf und fand darin - wieder eine Schachtel mit Luftlöchern, die war ungefähr so groß wie ein Schuhkarton. Frau Waas öffnete sie und da lag in der Schachtel - ein kleines schwarzes Baby!"
Auszug
In dem die Geschichte anfängt Das Land, in dem Lukas der Lokomotivführer lebte, hieß Lummerland und war nur sehr klein.
Es war sogar ganz außerordentlich klein im Vergleich zu änderen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland oder Afrika oder China. Es war ungefähr doppelt so groß wie unsere Wohnung und bestand zum größten Teil aus einem Berg mit zwei Gipfeln, einem hohen und einem, der etwas niedriger war.
Um den Berg herum schlängelten sich verschiedene Wege mit kleinen Brücken und Durchfahrten. Außerdem gab es auch noch ein kurvenreiches Eisenbahngleis. Es lief durch fünf Tunnel, die kreuz und quer durch den Berg und seine beiden Gipfel führten.
Häuser gab es natürlich auch in Lummerland, und zwar ein ganz gewöhnliches und ein anderes mit einem Kaufladen drin. Dazu kam noch eine kleine Bahnstation, die am Fuße des Berges lag. Dort wohnte Lukas der Lokomotivführer. Und oben auf dem Berg zwischen den beiden Gipfeln stand ein Schloß.
Man sieht also, das Land war ziemlich voll. Es paßte nicht mehr viel hinein.
Wichtig ist vielleicht noch, daß man sich sehr vorsehen mußte, die Landesgrenzen nicht zu überschreiten, weil man dann sofort nasse Füße bekam. Das Land war nämlich eine Insel.