Derek Meister kann's - und Rungholt ist den treuen Lesern der Serie schnell ans Herz gewachsen.
Auch der 3. Band enttäuscht die hochgespannten Erwartungen nicht. Er ist spannend, farbig, deftig, man weiß nicht, ob man über Rungholts wunden Hintern weinen oder lachen soll, und leidet mit ihm, weil die erhoffte Absolution nicht zu haben ist - jedenfalls nicht auf dem angestrebten Weg. Der Kriminalfall ist dicht und interessant erzählt, der Plot überzeugt.
Trotzdem: An "Rungholts Sünde" reicht "Knochenwald" nicht heran. Das Lokalkolorit ist Meister diesmal nicht so gut gelungen. Vielleicht, weil er im Norden doch eher zu Hause ist als im Süden...? Das mittelalterliche München bleibt völlig blass. Nur der "Aal" ist ein interessanter Charakter. Aber die anderen beteiligten Notabeln, der Herzog, der Chorherr, bleiben - anders als die Ratsherren in Lübeck - profillos.
Positiv vermerke ich, dass der dritte Fall weniger mit überflüssigen Grausamkeiten und unappetitlichen Einzelheiten gespickt ist als der zweite.
Das Nachwort lässt hoffen, dass es auch noch einen vierten Rungholt-Fall geben wird. Ich freue mich schon darauf!