Ich fand den Krimi spannend. Ich liebe Alex Delaware und Milo. (Robin weniger, aber nun gut...)
Was das Lesen - ich lese die Bücher nur auf englisch - etwas mühsam macht, ist, dass seine Romane praktisch LA-Romane sind. So, wie es Kölnromane oder Eifelkrimis gibt, so schreibt er eben LA-Krimis.
Da kann man ihm natürlich auch keinen Vorwurf machen und das gibt auch keinen Punktabzug, aber er setzt, finde ich, schon eine ganz gute Ortskenntnis von LA voraus. Wenn er da "seitenlang" beschreibt, wer wo wohnt und wie man da mit dem Auto hinkommt, kann ich ihm leider nicht mehr folgen.
Schwierig sind auch die zum Teil unzähligen Personen, die da mitmachen. Die werden meist auch noch in allen Details beschrieben. Aussehen, Kleidung, Sprache. DA merkt man zwar dem Herrn Kellerman den klinisch ausgebildeten Psychologen mit seiner wachen Awareness an (er ist Berufskollege von mir), aber es macht es schwer, sich all die Personen zu merken.
Nach spätestens der Hälfte frage ich mich bei seinen Büchern immer: "Hä? Sheralyn Dawkins? Wer war das denn jetzt noch mal? Die Klavierlehrerin, die forensische Anthropologin, eine Detektivin, eine Prostituierte, eine Zeugin...?"
Es passiert mir dann nicht selten, dass ich dann einige Kapitel noch mal lese, weil ich wirklich vergessen habe, wer wer ist.
Das gibt also einen Punktabzug. Ansonsten liebe ich Kellerman. Endlich lässt er mal einen Psychologen auftreten, der wirklich Ahnung von seinem Metier hat. (Die fachlichen Fehler von anderen Autoren sind nämlich oft haarsträubend. Die kennen nicht mal den Unterschied von Psychologe und Psychiater).
Allerdings sollte man ihn nicht unbedingt Abends im Bett lesen - wie ich. Wenn man dann nur ein-zwei Kapitel schafft, auch noch auf Englisch - und er schreibt nicht einfach! -dann verstärken sich die Probleme des Wer und Wo schon ganz ordentlich.