Wie schon im ersten Buch "Tote lügen nicht" ist auch hier die Gerichtsmedizinern Tempe Brennan die Hauptfigur. Im Nebenstrang der Handlung steht die Exhumierung einer kanadischen Nonne, deren Heiligsprechung erfolgen soll und deren Knochen aus diesem Grunde genauer untersucht werden sollen, um deren Identität sicherzustellen. Unvermutet führen die Nachforschungen Tempe Brennans durch diese Exhumierung jedoch zu ihrem aktuellen Fall, einem Hausbrand mit mehreren unidentifizierten Leichen. Besonders grausam ist der Fund zweier Säuglingsleichen, denen das Herz herausgetrennt wurde. Bis dahin scheint dennoch alles im normalen Arbeitsbereich der Anthropologin zu liegen. Erst als sie zum Sommersemester nach Charlotte zurückkehrt und dort bei einem Wochenendausflug auf zwei Leichen stößt, die sie bergen und untersuchen muß, beginnt sie einen Zusammenhang mit den verbrannten Toten in Kanada zu vermuten. Beide Opfer stammten aus Kanada und eine Verbindung zu den Brandopfern und den Eltern der verstümmelten Säuglingen scheint eher wahrscheinlich. Alles deutet auf eine religiöse Kommune, deren Miglieder sowohl in Kanada als auch im Süden der USA zurückgezogen und geheimnisvoll auf abgeschiedenen Farmen leben. Bei ihren Nachforschungen verstrickt sie sich immer mehr in konfuse religiöse Vereinigungen und deren mysteriöse Machenschaften. Zu allem Überfluß muß sie auch noch befürchten, daß ihre Schwester in den Einflußbereich dieser "Sekte" geraten und ist. Je weiter sie in ihren Ermittlungen kommt, desto grauenvoller werden ihre Entdeckungen und desto heftiger werden die Drohungen, die sie erhält. Der Krimi ist unwahrscheinlich gut und spannend erzählt. Und obwohl sich sehr oft zeitliche und örtliche Wechsel vollziehen, kann man der Handlung gut folgen und spürt die Bedrohung und die Besorgnis beinahe am eigenen Leib. Es ist sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen, bevor man es zu Ende gelesen hat.