Mit comebacks ist es ja so eine Sache, meistens gehen sie doch, nun ja, ziemlich in die Hose: Mark Spitz kraulte schwerfällig hinterher, Björn Borg brachte kaum einen Ball mehr übers Netz und Bobby Fisher sah bei seinem Wiedererscheinen am Brett auch irgendwie ziemlich alt aus. Und das ist in der Regel nicht nur im Sport so, sondern auch im Musikgeschäft ist die Liste der Comebackversuche Marke "Hätt-ned-sei-müsse" durchaus ansehnlich (ich verrat hier keine Namen...). Aber, es gibt Ausnahmen, und von einer soll nun die Rede sein:
Fehlfarben, die Band um den Sänger und Textakrobaten Peter Hein (zur sog. Hausbesetzerhymne"Es geht voran" wurde in Berlin der Kudamm auf Demos betrappelt, woanders immerhin in der Disko beim Tanzen die Faust geballt...) hat über 20 Jahre nach ihrem Meilenstein "Monarchie und Alltag" ein neues Album herausgebracht. "Knietief im Dispo", ja, das haben wir es doch, was unsere 60er/70er-Generation vereint, wer redet da ab jetzt noch von "Generation Golf"??
Ich muss gestehen, beim Einlegen der CD war ich etwas aufregt, beinah so, als ob man seine alte Schulflamme nach 20 Jahren zum ersten mal wiedersehen soll... Genug, ich hab mich erneut verliebt, in die Texte von Peter Hein, das Gitarrenspiel von Thomas Schwebel und den vorwärtstreibenden Rhythmus.... Ich meine, sie klingen anders als damals, müssen sie auch, sonst wärs ja nur ein weiterer trauriger comebackversuch marke "floggin a dead horse": die Texte sind... nun, nicht milder, aber... nennen wir es reifer... die Musik wirkt ausgefeilter und abwechslungsreicher. Aber es sind eben doch unverkennbar Fehlfarben. Also, wenn mich jemand fragt: Paul ist nicht tot und das Freispiel ist auch noch drin...
Anspieltipps: Rhein in Flammen, Du Ran Du Ran, Die kleine Geldwäscherei, Sieh nie nach vorn