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Die Idee dazu entstand 2000 anlässlich der Goldverleihung ihres Debütalbums Monarchie und Alltag, bei der sich alle wiedersahen. Das Ergebnis ist das Album Knietief im Dispo. 22 Jahre nach dem epochalen Meisterwerk der deutschen Pop-Kultur Monarchie und Alltag, veröffentlicht in einer politisch reaktionären Zeit, die von einer vermieften Gesellschaft bestimmt wurde, die Punk und New Wave als Bedrohung ihrer bürgerlichen Idylle empfand. Damals gingen die zu Bombast-Rockern verkommenen Pink Floyd mit fliegenden Schweinen auf Tour, Jahrzehnte später sind es U2 mit Zitronen.
Es ist viel passiert in der Zwischenzeit, weitergekommen ist die Menschheit nicht. Grund genug also für die Fehlfarben, mit einer aus galligen, bissigen, ironischen und intelligenten Texten bestehenden Wortkeule auf die ziellos herumirrende Spaßgesellschaft einzudreschen. Es scheint, als hätte Sänger Peter Hein so viel Dummheit gesehen, dass er auf Knietief im Dispo alles herauskotzen muss. Monarchie und Alltag hat tausende tief berührt, Leben verändert und so liegt ein Mythos über diesem Album, der vieles überlagert, Fluch und Segen ist. Doch die Fehlfarben scheitern nicht an diesem Ballast. Knietief im Dispo gelingt der Spagat, wie alte, geliebte Fehlfarben und gleichzeitig modern zu klingen. Die Melodien stimmen, die Band rockt, Bläser ertönen und der Pyrolator steuert herrlich verdrehte Elektronik-Klänge bei.
Das Album beginnt mit dem Song "Rhein in Flammen", dessen griffige Gitarrenriffs an Blumfelds "Verstärker" erinnert. Thomas Schwebel: "Es gibt Parallelen zwischen uns und Blumfeld. Zuerst ging es um Inhalte, dann den Versuch des Beweises, dass auch die Form beherrscht wird. Wir haben Glut und Asche gemacht, Blumfeld Old Nobody." Das vielleicht beste Stück von Knietief im Dispo ist "Was der Himmel verbietet". Es ist die Fortsetzung des zärtlichen Liedes "All That Heaven Allows", diesmal nicht sensibel, sondern als "gesungene Pornografie" (Schwebel) und Ergebnis von "20 Jahren Frauen verstehen und relativieren" (Hein) vorgetragen. Und dann ist da noch "Sieh nie nach vorn", die Antwort auf das von der Band im Gegensatz zu den Fans nie geliebte "Es geht voran".
Wenn schon abgerechnet wird, dann auch mit sich selber. Großartige Platte, traurig nur, dass hier "elder Statesmen" nach zehn Jahren Pause kommen mussten, um endlich wieder ein wichtiges deutschsprachiges Statement abzugeben! --Sven Niechziol
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Paul ist noch lange nicht tot...,
Von Buster K. "meine_Meinung" (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Knietief im Dispo (Audio CD)
Mit comebacks ist es ja so eine Sache, meistens gehen sie doch, nun ja, ziemlich in die Hose: Mark Spitz kraulte schwerfällig hinterher, Björn Borg brachte kaum einen Ball mehr übers Netz und Bobby Fisher sah bei seinem Wiedererscheinen am Brett auch irgendwie ziemlich alt aus. Und das ist in der Regel nicht nur im Sport so, sondern auch im Musikgeschäft ist die Liste der Comebackversuche Marke "Hätt-ned-sei-müsse" durchaus ansehnlich (ich verrat hier keine Namen...). Aber, es gibt Ausnahmen, und von einer soll nun die Rede sein:Fehlfarben, die Band um den Sänger und Textakrobaten Peter Hein (zur sog. Hausbesetzerhymne"Es geht voran" wurde in Berlin der Kudamm auf Demos betrappelt, woanders immerhin in der Disko beim Tanzen die Faust geballt...) hat über 20 Jahre nach ihrem Meilenstein "Monarchie und Alltag" ein neues Album herausgebracht. "Knietief im Dispo", ja, das haben wir es doch, was unsere 60er/70er-Generation vereint, wer redet da ab jetzt noch von "Generation Golf"?? Ich muss gestehen, beim Einlegen der CD war ich etwas aufregt, beinah so, als ob man seine alte Schulflamme nach 20 Jahren zum ersten mal wiedersehen soll... Genug, ich hab mich erneut verliebt, in die Texte von Peter Hein, das Gitarrenspiel von Thomas Schwebel und den vorwärtstreibenden Rhythmus.... Ich meine, sie klingen anders als damals, müssen sie auch, sonst wärs ja nur ein weiterer trauriger comebackversuch marke "floggin a dead horse": die Texte sind... nun, nicht milder, aber... nennen wir es reifer... die Musik wirkt ausgefeilter und abwechslungsreicher. Aber es sind eben doch unverkennbar Fehlfarben. Also, wenn mich jemand fragt: Paul ist nicht tot und das Freispiel ist auch noch drin... Anspieltipps: Rhein in Flammen, Du Ran Du Ran, Die kleine Geldwäscherei, Sieh nie nach vorn Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das deutsche Comback schlechthin,
Von
Rezension bezieht sich auf: Knietief im Dispo (Audio CD)
Ich bekenne mich schuldig ... offensichtlich ist mir das bedeutenste Comeback der deutschen Musikszene schlicht weg durch die Lappen gegangen.War nach "Monarchie und Alltag" auf Grund diverser Besetzungsänderungen die Luft bei "Fehlfarben" raus, so ist sie mit der Reunion der Orginalbesetzung tatsächlich wieder zurück gekehrt. Kein lauer Aufguss alter 80-er-Jahre-Mucke sondern zeitgemäße Rockmusik und vor allem Songs, die endlich wieder unverkennbar nach "Fehlfarben" klingen, mit druckvollen, kantigen Melodien und zynisch-bösen Texten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Nicht nur "Monarchie und Alltag",
Von
Rezension bezieht sich auf: Knietief im Dispo (Audio CD)
Fehlfarben sind seit 26 Jahren eine Instanz der deutschen Musik. Aber nicht nur das epochale Meisterwerk "Monarchie und Allatg" gilt es zu entdecken. Mit "Knietief im Dispo" meldete sich die Band um Sänger Peter Hein (der bei Konzerten immer noch ein Paar Schuhe durchtanzt) Ende 2002 zurück. Auch wenn der CD der Erfolg verwehrt blieb, sind alle Stücke hörenswert, da sich der Stil, dem man nicht einordnen kann, über die Jahre gehalten hat.Neben der damaligen Auskoppelung "Club der schönen Mütter" ist "Die Internationale" DER Anspielttip: "... Es müsste noch mal wie 89 sein; 17 nicht 19, aber weltweit; Religionen verboten, Politiker enthirnt; Vernunft und Vertrauen, ach Janie du spinnst." Alles in allem eine fünf Sterne Empfehlung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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