"'Kneipengespräche oder Alte Freunde"' erzählt die - alltägliche und zugleich sonderbare - Geschichte von sieben ehemaligen Schulfreunden. Der Mord an dem Wirt ihrer Stammkneipe rückt die zuvor von einem der Sieben geäußerte und von allen hitzig diskutierte Idee des sogenannten perfekten Mordes in ein sonderbares Licht - denn ab sofort weiß niemand mehr, wo ein Spiel endet und wo bitterer Ernst beginnt.
Der Kriminalroman von Jürgen Hargens ist spannend geschrieben und kunstvoll aufgebaut, so dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt, sondern es am liebsten an einem Stück liest. Immer wieder erhält der Leser Einblicke in das Leben jedes einzelnen Protagonisten, das sie selbst z.T. kritisch reflektieren. Dem Autor gelingt auf diese Weise, dass die Figuren nicht nur natürlich erscheinen, sondern der Leser sie mit ihren Geheimnissen und Träumen kennen zu lernen scheint. Durch die abwechslungsreiche Erzählform, die durch stetes Zurückgreifen auf die Perspektive des Kellners ausgezeichnet ist, erhält der Roman ein weiteres belebendes Element. Spätestens wenn man an dem mit Spannung erwarteten und angenehm überraschenden Ende angelangt ist, bedauert man fast ein wenig, wie schnell 115 gelesen werden können.
Jürgen Hargens präsentiert nach seinen vorherigen Büchern ein weiteres Mal ein Werk, das sich sowohl durch angenehm zu lesenden Sprachstil als auch durch inhaltlich mitreißende Spannung auszeichnet, womit der Autor abermals die Nähe zum Leser findet.