Man erntet nicht selten Unverständnis, wenn man bekennt, man schwärme von Atlanten, sammle sie sogar und könne stundenlang in ihnen Blättern. Zeigt man einem dieser anfangs Verständnislosen jedoch erst einmal Knaurs Großen Weltatlas, so kann beobachten, wie dem Gegenüber die Augen übergehen - so schön, so beeindruckend ist dieser Atlas! Die Graphik der Karten verrät viel Gespür; weder die Topographie steht deutlich im Vordergrund noch die Städte und Orte - beides ist gut gegeneinander ausbalanciert und ergänzt sich zu einem Gesamtbild, das unter den Atlanten Seinesgleichen sucht. Ob Munugudzhak im hintersten Sibirien (wahrscheinlich ein 100-Seelen-Dorf), Nuugaatsjag auf Grönland (sicherlich noch kleiner) oder Orepuki an der südlichsten Spitze Neuseelands - in diesem wertvollsten aller zu erstehenden Atlanten scheint schier jeder Ort unserer Erde eingezeichnet zu sein. Und dank des ausgezeichneten Registers, das selbstverständlich die genauen Koordinaten jeden Ortes beinhaltet, sucht man auch nicht lange. Doch die meiste Zeit wird man ohnehin nur ziel- und wahllos in diesem Atlas blättern wollen, der sein Geld ohne Zweifel wert ist. Island im Maßstab 1:1000000, Argentinien im Maßstab 1:5000000 oder die Schweiz im den Maßen 1:550000 - detaillierter, aber graphisch nicht schöner aufgearbeitet findet dies wohl nur noch in Auto-Atlanten aus den betreffenden Länder. Der einzige Nachteil, den man mit Knaurs Großem Weltatlas in Kauf nehmen muss, ist jener, daß dieser Atlas wirklich groß ist: riesig in den Ausmaßen und schwer, lastet er im Bücherregal, in das er fast nur horizontal hineinpaßt. Aber Knaurs Großer Weltatlas sollte ohnehin immer griffbereit liegen. Ein Blick in ihn lohnt immer! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)