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Knastkinder [Audio CD]

Dietmar Bär
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Rüdiger Bertram
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Format:Taschenbuch
Rüdiger Bertram hat aus seinem Theaterstück "Knastkinder" inzwischen auch ein Jugendbuch gemacht, das mit 116 Seiten zwar recht kurz ist, aber mit erschütternder Offenheit die Situation vieler Kinder in Manila (und nicht nur dort) beschreibt.

Der 12-jährige Jonathan muss die Sommerferien mit seinen Eltern auf den Philippinen verbringen. Statt Strandurlaub stehen Besuche bei der Familie seines Vaters auf dem Programm und Besichtigungen. Dazu hat Jonathan schon nach wenigen Tagen keine Lust mehr und er täuscht Kopfschmerzen vor, um dann alleine die Stadt erkunden zu können. Der Titel und der Klappentext verraten schon, dass Jonathan im Gefängnis landet.

Der Autor zeigt durch Jonathans Augen eine Welt, die Touristen in Asien normalerweise nicht zu sehen bekommen. Die Slums und das Leben der Menschen dort, insbesondere der Kinder, die schon für den Diebstahl einer Flasche Wasser für einige Monate im Kindergefängnis landen können. Eine Welt, in der nur die Stärksten überleben und die Menschenrechte allzu oft auf der Strecke bleiben. Man merkt deutlich, dass Rüdiger Bertram auch Drehbücher schreibt, so lebendig und fesselnd sind die Schilderungen. Beim Lesen musste ich einige Male schlucken.

Auch wenn "Knastkinder" den meisten erwachsenen Lesern vermutlich nicht viel Neues erzählt, macht es einem bewusst, wie bequem und sicher das eigene Leben ist und appelliert an die Leser, diesen Kindern zu helfen, ohne aufdringlich zu sein. Ein sehr lesenswertes Buch, nicht nur für Jugendliche.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ruediger Bertram schildert in seinem Roman Knastkinder eindrucksvoll wie der 12 jaehrige Jonathan durch diverse Umstaende unschuldig im Kindergefaengnis in Manila landet. Die menschenunwuerdigen Bedingungen unter denen die "Knastkinder" leben muessen, sind katastrophal und wuerden hier in Deutschland meines Erachtens den staerksten Mann aus den Schuhen heben. Auch wenn das Buch eine erfundene Geschichte erzaehlt, so betont der Autor im Nachsatz, dass es sich genauso haette abspielen koennen.

Eigentlich befindet sich Jonathan mit seinem Vater, der aus Manila kommt, und seiner Mutter im Urlaub. Unserer Hauptfigur wird es schnell langweilig die ganze Verwandschaft zu besuchen und er beschliesst seine zweite Heimat einmal alleine zu erkunden. Aufgrund der Tatsache das Jonathan in der Grossstadt Berlin aufgewachsen ist und die Landessprache Manilas (Tagalog) spricht fuehlt er sich sicher, schliesslich kann Manila ja nicht schlimmer sein als die schlimmsten Ecken in Berlin. Wie sehr sich unser Protagonist taeuscht laesst sich schon am Anfang der Geschichte erahnen. Jonathan verlaeuft sich und landet in einer der aermsten Ecken der Stadt, wird dort von einer Strassenkindergang ausgeraubt und zusammengeschlagen.

Als ihn drei andere Strassenkinder finden und ihm helfen wollen kommt die Polizei dazu, die einfach kurzen Prozess macht und alle vier in das Kindergefaengnis abtransportieren laesst.

Alle Erklaerungsversuche von Jonathan, werden im Keim erstickt und keiner glaubt ihm. Im Gegenteil, die Wachen werden sogar noch wuetend als er sich erklaeren will, denn eigentlich wollen sie mit den Kindern nicht wirklich etwas zu tun haben.

Jonathan muss nun lernen sich unter den Strassenkindern zu behaupten, dies gelingt ihn jedoch nur durch die Hilfe von den drei Kindern die ihn gefunden hatten.

Das Buch bearbeitet ein schweres Thema kindgerecht erzaehlt. Ich finde sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten das Buch gelesen haben um sich einmal bewusst zu machen wie gut es uns eigentlich geht. Durch den einfachen Schreibstil ist die Geschichte, trotz des Themas, leicht zu lesen und stimmt nachdenklich. Die geschilderten Umstaende haben mich persoenlich sehr schockiert und die Herzlosigkeit mit der die dortigen Wachen das Elend der Kinder auch noch zu ihren eigenen Vorteil genutzt haben macht mich, selbst nachdem ich das Buch schon einige Tage ausgelesen habe, immernoch wuetend.

Allerdings ist die Geschichte meines Erachtens zu kurz gehalten, ich haette gern gewusst wie es weiter geht, am Ende machte sich ein bisschen der Eindruck breit das der Autor einfach nur noch fertig werden wollte. Schade, denn das Thema haette eine laengere Geschichte verdient gehabt. Wobei natuerlich in den 160 Seiten das Wichtigeste erzaehlt wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Wegen eines dummen Zufalls landet Jonathan - der eigentlich nur auf Urlaub in Manila ist - im Kinderknast. Ist er sich zuerst sicher sofort wieder draussen zusein, wird er schnell eines besseren belehrt. Rechte interessieren dort niemanden. Und würden sich nicht einige Kinder seiner annehmen, wäre es sogar mit dem Überleben schwierig...

Eindringlich werden Zustände und Probleme in einem Kindergefängnis in Manila dargestellt. Da der Autor Unterstützung von ehemaligen Insassen hatte, ist das Buch absolut glaubwürdig.
Rüdiger Bertram schafft es, über Elend und das Schicksla von Strassenkindern zu schreiben, ohne dass man das Gefühl hat, er steht mit belehrend erhobenem Zeigefinger neben dem Leser. Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen.
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