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Knast [Gebundene Ausgabe]

Joe Bausch
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

15. März 2012
Als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth beugt er sich im Kölner Tatort mit grünem Kittel mürrisch über Leichen. Nach Drehschluss fährt er zurück in sein richtiges Leben: Seit über 25 Jahren arbeitet Joe Bausch als Gefängnisarzt in Werl, einer der größten deutschen Justizvollzugsanstalten.Die Häftlinge vertrauen ihm. Sie erzählen von den dunklen Seiten des Lebens, lassen ihn tief in die Abgründe ihrer Seele blicken. Hautnah erlebt er Konflikte und Tragödien: Ein Mann in U-Haft hat Angst um seine schwangere Frau. Bei Joe Bausch legt er eine Lebensbeichte ab – und erhängt sich zwei Tage später. Ein Mörder gesteht weitere Verbrechen, weil er weiß, dass sein Arzt an die Schweigepflicht gebunden ist. Persönlich und eindringlich erzählt Joe Bausch zum ersten Mal von einer Welt mit ihren eigenen Regeln.

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Produktinformation

Leseprobe Jetzt reinlesen [PDF]
  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Ullstein Hardcover (15. März 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3550080042
  • ISBN-13: 978-3550080043
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (30 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 11.043 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Joe Bausch, Jahrgang 1953, arbeitet als Regierungsmedizinaldirektor in der  Justizvollzugsanstalt Werl und ist bekannt als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth im Kölner Tatort.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SaraSalamander TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
AUFBAU

Die Kapitel in sich selbst sind übersichtlich, aber die Oberthemen sind bunt durcheinandergewürfelt. Das Thema "Arzt im Knast" ist aufgeteilt in I, II und II und immer wieder zwischen die anderen Kapitel eingestreut. Ansonsten ist alles recht durcheinander, der Alltag im Knast ist angesiedelt neben Erinnerungen an seine alte Heimat, die Typologie der Verbrecher findet sich neben den verschiedenen "Währungseinheiten". Von einem Spannungsaufbau kann, da es kein Roman ist, sondern sich um Erfahrungen handelt, weniger die Rede sein. Trotzdem ist ein gewisser Aufbau vorhanden: von beschaulichen Gedanken um Heimat und Bauernhof hin zum Eintritt ins Gefängnis, dem Alltag hinter der Mauer, die Menschen dort, nette Anekdoten und verzeinelte Fallbeispiele sowie die ersten Schritte als Gefängnisarzt, hin zu Themen wie Rechtsradikalismus, lebenslanger Haftstrafe, Tod und Sterben.

SPRACHE

Der Autor schreibt eingängig und flüssig, das Buch lässt sich flink lesen. Er redet nicht um den heißen Brei und nennt die Dinge beim Namen. Dadurch wirkt es in meinen Augen weder authentisch noch künstlich, es ist einfach sein Stil. Obwohl er Mediziner ist, verzichtet er auf einen gestelzten Fachterminus. Er beschreibt verschiedene Begriffe, die Außenstehenden erklärt werden müssen. So etwa das "Pendeln" von einem Fenster zum anderen, 200 g Kaffe im Glas als "Bombe", andere Leute zu verraten nennt sich "zinken".

RITUALE, KNASTALLTAG

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass er Begriffe und Rituale benennt, die wohl regional zu sein scheinen, etwa "jemandem eine Lampe bauen" oder das pflichtmäßige Händeschütteln der Kollegen untereinander. Aber gut, er kann nur schreiben, was er kennt, und zwei Anstalten an zwei unterschiedlichen Orten sind ebenso verschieden wie die Abteilungen Männer, Frauen, Jugend oder gar Kurz- und Langstrafen. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt des Knastalltages, den er präsentieren kann, aber dies gelingt ihm spannend und aufschlussreich.

Er schreibt typische Merkmale, die ihm als Mitarbeiter sofort auffallen. Etwa der typische, markante Knastgeruch. Die Bedeutung eigener Kleidung für die Inhaftierten. Die Vor- und Nachteile von Einzel- und Gemeinschaftszelle. Er beschreibt, welche Bedeutung das Schließen hat: Umschluss, Aufschluss, Durchschluss, Einschluss, Nachtschluss, Vorschließen, Zuschluss. Nirgendwo anders finden sich so viele Worte allein für den Einsatz eines einfachen Schlüssels.

Das Gefängnis ist ein eigener Mikrokosmos, eine Welt für sich. Wer neu ist, sei es als Mitarbeiter oder Gefangener, wird als Nichtschwimmer ins eiskalte Wasser geworfen. Es heißt Schwimmen lernen oder untergehen. Dies beschreibt er anhand vieler Beispiele sehr anschaulich.

SEINE ROLLE ALS MEDIZINER

Bausch erzählt aus Sicht des Mediziners. Dabei bleibt er erfreulich locker, der Leser wird nicht mit medizinischen Fakten bombadiert. Seine Rolle als Mediziner nimmt er sehr ernst, und er sieht in den Gefangenen keine Mörder oder Vergewaltiger, sondern Menschen, die seiner Hilfe bedürfen. Das freut mich, das ist nicht selbstverständlich. Allerdings amüsiert mich ein wenig, dass jeder für sich wohl seinen Job als den wichtigsten ansieht, so auch er. Wenn man das Buch als Außenstehender liest, kommt man zu dem Schluss, dass die Aufgabe des Arztes die wichtigste und verantwortungsvollste ist. Der Arzt als absolute Vertrauensperson, der mehr über das Leben der Gefangenen erfährt als alle anderen Mitarbeiter zusammen und mehr Entscheidungsgewalt hat als alle anderen. Andere Berufe innerhalb der Gitter werden lediglich am Rande erwähnt: Seelsorge, Psychologen, Sozialarbeiter, Justizvollzugsbeamten, Drogenberatung, Ehrenamtliche. Ich kann mir vorstellen, dass einige seiner Kollegen sich dadurch auf den Schlips getreten und sehr stark reduziert fühlen könnten.

Was ich ihm aber hoch anrechnen möchte: er gibt auch zu, dass die Arbeit häufig belastend ist. Er beschönigt es nicht und gesteht sich eigene Schwächen ein. Beschreibt, dass die zusätzliche Aufgabe als Schauspieler ihm eine Abwechslung bietet, ohne die es ihm wesentlich schwerer fiele, immer wieder mit den Themen des Vollzuges konfrontiert zu werden. Er schreibt von den vielen Beschwerden, die er bereits erhielt. Und davon, wie er ausgetestet und auch hinters Licht geführt wurde. Wie die Arbeit seinen Alltag beeinflusst, indem etwa Telefonterror betrieben und seine Familie bedroht wurde. So humorvoll und locker er in anderen Momenten schreibt, so erkennt man besonders in diesen Abschnitten, dass die Arbeit im Knast kein Zuckerschlecken ist, der "sichere Job des Beamten" mit vielen Nachteilen verbunden ist, an denen auch schon einige zerbrochen sind.

SONSTIGES

Er bringt immer wieder Verbesserungsvorschläge und kritisiert einzelne Aspekte des Vollzuges. Auch beschreibt er, wie viele Dinge sich verbessert haben. Durch seine langjährige Berufserfahrung hat er eine Menge erlebt und kann aus erster Hand berichten, wie sich der Vollzug in den letzten Jahren verändert hat. Nicht alles, was er schreibt, muss man gutheißen, es ist eben ein Erfahrungsbericht, und dem Autor steht seine eigene Meinung zu. Diese vertritt er konsequent und deutlich, bleibt dabei jedoch fair und sachlich. Es ist zu wünschen, dass seine Forderungen Gehör finden.

Da das Buch "Knast" heißt, empfinde ich einige Passagen als störend. Denn ehrlich gesagt bin ich Leser, kein Filmegucker, wusste bis vor ein paar Tagen gar nicht, dass er Schauspieler ist. Seine Beschreibungen verschiedener Filmrollen und Theatererfahrungen fand ich wenig spannend. Und auch sein Privatleben, seine Kindheit waren für mich nicht so interessant, ich wollte das Buch vor allem wegen des Themas Justizvollzug lesen. Aber gut, seine Erfahrungen prägen seine Arbeit, und viele Fans werden auch diese Bereiche interessant zu lesen finden. Das ist die Frage - hat er ein Buch über den Knast geschrieben, oder hat er eine Mischung aus Erfahrung, Schauspielerei und Vollzug verfasst? "Knast" klingt als Titel reißerischer, verkauft sich besser. Und bei einem Blick in die Leseprobe konnte ich sehen, dass er auch andere Aspekte beleuchtet, ich wusste also, was mich erwarten würde, darf mich im Nachhinein nicht beschweren ;-)

FAZIT

Das Buch liest sich angenehm, sowohl für Außenstehende als auch Insider. Der Autor bietet aufschlussreiche Informationen über eine Welt, in die nur die wenigsten Menschen Einblick erhalten. Wer sich für das Thema Justizvollzug interessiert, findet mit diesem Titel auf jeden Fall lesenswerte Lektüre und spannende Unterhaltung.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einblick in eine abgeschlossene Welt 31. März 2012
Von Falk Müller TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der Autor gibt einen faszinierenden Einblick in eine abgeschlossene Welt, in der völlig andere Regeln gelten, als man sie sonst kennt. Sobald sich die Gefängnistore hinter einem Neuankömmling schließen, sind alle Privilegien verschwunden, der er früher vielleicht mal hatte. Jetzt ist er nur noch eine Nummer, die sich einfügen muss, die sich nicht von der Masse der anderen Insassen unterscheiden darf.

Bausch schildert z.B. den ersten Gang in die Kleiderkammer, welcher selbst für hartgesottene Typen ein einschneidendes Erlebnis ist. Es ist eine entehrende Prozedur, sich vor wildfremden Menschen ausziehen zu müssen und seine Kleider in Säcke verstaut und verplombt zu sehen. Aus Sachen, die eben noch Alltag und Ausdruck der eigenen Persönlichkeit waren, wird in diesem Moment die "Entlassungskleidung", die man erst nach mehreren Monaten oder gar Jahren wiedersieht.

Ein ebenso einschneidendes Erlebnis ist der Moment, wo sich erstmals die Zellentür hinter dem Häftling schließt. Es ist der Moment, in dem er feststellt, dass die Zellentür an der Innenseite keinen Griff und kein Schloss hat. Das beruhigende Gefühl, jede Tür nach Belieben aufmachen und hinter sich schließen zu können, ist schlagartig verschwunden. Erst in diesem Augenblick wird dem Häftling klar, was es bedeutet, eingeschlossen zu sein. Es ist ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit, dass ihn bis zur Entlassung nicht mehr loslassen wird.

Der Autor schafft es durch solche hautnahen Schilderungen aus seinem Berufsalltag im Gefängnis dem Leser zu vermitteln, was es wirklich bedeutet, eingesperrt zu sein - abseits der Klischees, die man aus Filmen kennt. Und man hat nach der Lektüre wenig Lust, solche Erfahrungen selbst zu machen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Blick hinter die Fassade 8. Juni 2012
Von o_ton
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Man hätte es sich denken können: die ärztliche Schweigepflicht verhindert Authentizität.....zumindest wenn es um konkrete Bespiele bei den Insassen geht (man lese aufmerksam das Vorwort). Und dies hinterlässt beim Lesen dann eben einen etwas unangenehmen Nachgeschmack so nach dem Motto: wurde alles jetzt frei erfunden oder hat es sich so oder so ganz ähnlich tatsächlich zugetragen?

So viel, so gut. Nichtsdestotrotz scheint Herr Bausch ein ehrlicher Kerl zu sein. Dies findet sich dann auch in seinem Buch wieder, wo sein direkter Schreibstil und seine offene Meinung vom deutschen Strafvollzug (und dessen Defizite) nicht nur wohltuend, sondern auch interessant wirken. Heikle Themen wie z.B. Sicherheitsverwahrung werden ganz bewusst angesprochen, so dass das Buch dann doch aktueller denn je ist.
Joe Bausch erlaubt den Lesern einen kleinen Blick hinter die Fassade. Er beschreibt sowohl seinen Werdegang als auch seine Intention, immer noch diesen wohl recht undankbaren Job weiter auszuüben. Das Spannungsfeld zwischen ärztlicher Pflicht und der Behandlung von Schwerkriminellen wird gut an den Leser gebracht und der Knastalltag recht schonungslos beschrieben.

Genannte Storys über Gefangene (und deren Angewohnheiten und Vita) haben, wie schon oben erwähnt, den Ruch des Erfundenen, was irgendwie merkwürdig wirkt aber auch logisch ist.
Naja, und sehr bescheiden ist der Autor auch nicht, wenn er immer wieder seine grenzenlose (sicherlich vorhandene) Erfahrungen in seinem Job betont und sich damit ungewollt in eine übergeordnete Position stellt, die ihm als "Knastarzt" vielleicht nicht so gut zu Gesicht steht. Aber dies scheint seiner knorrigen Art geschuldet zu sein, welche sich in fast jeder Zeile dieses Buches wiederfindet.

Fazit: Interessant ja, mehr aber auch nicht.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen Super
Tolles Buch,welches sehr gut zu lesen ist ,ein Geschenk,was man auch selber lesen kann.Lieferung und Versand waren Super schnell,sehr zufrieden,also alles in allem alle Sterne... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Minuten von P.S. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Sollte man lesen.
Joe Bausch schreibt sehr eindrücklich über das Leben im Knast. Es vermittelt dem "Nichtknacki" was hinter geschlossenen Mauern der Alltag ist. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Adolf Fink veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Lebenslänglich bis zur Rente
Klappentext:

Als Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth beugt er sich im Kölner Tatort mit grünem Kittel mürrisch über Leichen. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Andrea Hübner veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Hinter schwedischen Gardinen
„Knast“ ist mehr als nur eine schlichte Abhandlung über die Zustände in deutschen Haftanstalten. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Mcbrnds http://buchrezinfo.wordpress.com/ veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen super gut beschrieben
Dieses Buch beschreibt das Leben im Knast, wahrlich nicht lustig, man stellt es sich tatsächlich ganz anders vor, als es in Wirklichkeit ist
Vor 3 Monaten von Beil Monika veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen gut
Das Buch lässt sich gut lesen, es ist von Anfang bis zum Ende spannend. Die ist meine Meinung und Empfindung.
Vor 3 Monaten von kkkk veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Informativer Blick hinter die Gefängnismauern
Als eifriger Krimileser habe ich mich gefragt, wie sieht es bei den schweren Jungs im Knast wirklich aus, wie ticken die Schwerverbrecher. Was bestimmt ihren Alltag? Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Peter Lustig veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Knast
Super Buch. Sehr interessant. gut geschrieben. Kann man nur weiterempfehlen. Habe es schon an mehrere Leute weitergegeben. Davon brauchen wir mehr.
Vor 5 Monaten von Peggy Wolf veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen für mich unvorstellbar
Natürlich kannte ich Jo Bausch aus dem Kölner Tatort und wußte das er im wirklichen Leben Knast Arzt ist. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Sybiki veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Interessanter Einblick in den Gefängnisalltag
Ich war wirklich begeistert wie ehrlich und interessant das Buch geschrieben ist. Vieles ist mir jetzt klarer und ich denke Herr Bausch hat im Gefängnis seinen Traumjob... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Stefanie Haspel-meyer veröffentlicht
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