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Knallkopf Wilson: Roman
 
 
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Knallkopf Wilson: Roman [Gebundene Ausgabe]

Mark Twain , Manfred Pfister , Reinhild Böhnke
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (15. März 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717522000
  • ISBN-13: 978-3717522003
  • Originaltitel: Pudd'nhead Wilson
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 9,6 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 275.445 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mark Twain
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

«So ein Knallkopf ist er gar nicht. Im Gegenteil: eigentlich ist er eine Art von Sherlock Holmes, sein Hobby: Fingerabdrücke... Dieser ,,Krimi" ist vor allem eine Hymne auf die Wissenschaft vs. Vorurteile und Bigotterie und eine bittere Satire auf die zynische Sklavenhaltereigesellschaft. Twains Witz wurde mit den Jahren immer bissiger, seine Sicht auf die Welt immer bitterer, seine Satire auf alle Rassentheorien ist hier am bösesten. Und das alles so flott und mit bösem Witz geschrieben, dass man das Buch in jeden Urlaub mitnehmen kann.» (Stuttgarter Zeitung )

«Das zweifellos originellste Fundstück zum hundertsten Todesjahr des großen Mark Twain ist der so lustige wie spannende und abgründige, ganz zu Unrecht in Vergessenheit geratene Roman «Knallkopf Wilson» (1894), der nun in exzellenter Übersetzung und mit kundigem Nachwort vorliegt... Twains Roman ist zugleich eine turbulente Kriminalkomödie, eine präzise Milieustudie und ein kluges Lehrstück über das Verhältnis von Vererbung und Erziehung.» (NZZ am Sonntag )

«Dankenswerterweise hat der Manesse-Verlag ein weniger bekanntes Werk Twains in neuer Übersetzung herausgebracht... In «Knallkopf Wilson» erzählt er eine grelle Geschichte, in der er der Genremischung seiner Bücher – die sich der Motive des Abenteuer-, Liebes-, Kriminal- und Gruselromans sowie jener der Robinsonade bedienen – eine weitere, damals populärer werdende Spielart hinzufügte: die Detektivgeschichte... Es ist ein hintersinniger Kommentar Twains zur Rassenfrage, bei dem er die alte Frage der Zwillingsforschung thematisiert, ob der Mensch von seinen Genen oder seiner Umwelt geprägt werde; Zwillinge sowie Doppelgänger spielen in diesem Buch, einer erzählerischen Mode der Zeit entsprechend, ohnehin eine große Rolle... So bietet dieser eigentümliche Roman ein weiteres Beispiel dafür, dass Twain – nicht zuletzt aufgrund seiner Angriffigkeit – einer der brillantesten Satiriker der Literaturgeschichte war.» (NZZ )

Kurzbeschreibung

Mark Twain als Krimiautor

Mark Twain war Stimme und Herz der amerikanischen Südstaaten. Wie schon in seinen beliebten Romanen um Tom Sawyer und Huckleberry Finn macht er auch in dieser burlesken Kriminalkomödie seine Heimat am Mississippi zum Schauplatz haarsträubender Verwicklungen. Ein unterhaltsamer Fund für Twain-Kenner wie -Neulinge.

Als sich der Jurist David Wilson in Dawson's Landing niederlässt, steht er rasch im Ruf, ein Knallkopf zu sein. Allzu suspekt erscheinen sein schottischer Humor, seine Ostküsten-Provenienz und die Vorliebe für ausgefallene Hobbies: Der kauzige Eigenbrötler sammelt Fingerabdrücke, praktiziert das Handlesen und brütet mit Vorliebe über Alltagsweisheiten für einen nach ihm benannten Almanach. Dabei fällt Wilson nur auf den ersten Blick aus dem Rahmen, tummeln sich in dem gemütlichen Städtchen bei näherer Betrachtung doch noch weitere originelle Gestalten: Roxy, die Sklavin mit der hellen Haut; Sohn Chambers und Ziehsohn Tom, die Roxy als Säuglinge absichtlich vertauscht hat, und die nun nichtsahnend sehr unterschiedliche Lebenswege einschlagen; nicht zu vergessen Angelo und Luigi Capello, die ominösen Zwillinge aus florentinischem Adel. Verwechslung, Rollentausch und Betrug bestimmen den Alltag der Herren und Sklaven in Dawson’s Landing, und am Ende geschieht gar ein Mord, bei dessen Aufklärung Knallkopf Wilson die Schlüsselrolle spielt.

Die Mark Twain (1835–1910) eigene, einzigartige Mischung aus witziger Unterhaltung und beißender Kritik – an Standesdünkel und amerikanischem Südstaatenrassismus – zeichnen auch die vorliegende Kriminalgeschichte aus. Diese überrascht als zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Werk, das den berühmten Romanen des populären Autors um nichts nachsteht.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von P.A.
Format:Gebundene Ausgabe
...dieser Eindruck täuscht gewaltig.
Doch alles der Reihe nach:
Mark Twains 1894 erschienenes Buch "Knallkopf Wilson" ist für die meisten Leser, auch für Literaturkenner, eher eine Fußnote des literareischen Werks Twains.
Kein Wunder, sind doch vor allem seine Hauptwerke "Tom Sawyer" und "Huckelberry Finn", mit Hilfe von Verfilmungen und dank des immer fortwährenden Interesses als Jugendromane, dem kollektiven Gedächtnis erhalten geblieben.
Aufgrund dessen und auch des relativ schwachen Verkaufserfolg, versauerte der "Knallkopf" Jahre lang in irgendwelchen Archiven und erblickte nie so richtig das Tageslicht.
Das beendet nun der für literarische Entdeckungen (Sofia Tolstaja) bekannte Manesse Verlag und liefert dieses Werk Twains in ihrer Reihe der "Bibliothek der Weltliteratur".

Die Handlung ist schnell erklärt:
Dank eines missverstandenen Witzes bei seiner Ankunft in Dawson's Landing, wird der Jurist David Wilson fortan abgestempelt als Querkopf und kann seiner angestrebte Tätigkeit als Anwalt -aufgrund fehlender Nachfrage- nicht nachgehen.
Der Ruf der ihm anhaftet ein Knallkopf zu sein verfestigt sich weiter, da er sich mit so seltsamen Themen wie Fingerabrücken beschäftigt, und eine Kartei mit ebensolchen aufbaut indem jeder Bewohner des kleinen Städchens im südlichen Amerika verewigt ist.
Genau diese Kartei hilft Wilson jedoch nach zwanzig Jahren endlich einen Erfolg als Anwalt zu verbuchen, und öffentliche Anerkennung zu gewinnen, indem er einen Mordfall aufklärt.

In dieser Geschichte ist die Figur des Wilson allerdings eher Rahmen bildend, die Hauptgeschichte dreht sich um den eigentlichen (weißen) Sklavenjungen Chambers, dessen Mutter ihn noch als Kind mit dem Sohn des reichen Percy Driscoll vertauscht um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen, genauer gesagt um zu verhindern, dass er als Sklave in den Südstaaten Süden (in welchem die Sklaverei besonders brutal war) verkauft werden könnte...
Doch hier sei nicht zu viel verraten.

Die Story dieser Geschichte ist spannend erzählt, leicht verständlich und unterhaltsam zu lesen, beim ersten mal hat man nicht unbedingt den Eindruck etwas besonders Wertvolles zu lesen, das Buch so schön es auch ist, gleicht literarisch betrachtet eher einem lauen Lüftchen.
Doch wenn man unter die Fassade von Humor und Satire blickt, tut sich ein wahrer Kosmos an Themenvielfalt und stilistischen Glanzmitteln auf.
Das wird aus der kleinen Kriminalgeschichte schnell eine tiefgründige Schrift zur Sklaven und Rassenfrage,da dreht sich das Thema plötzlich nicht mehr primär um einen Mordfall, sondern um gespaltene Persönlichkeiten und alle möglichen Doppelungen, da tritt mit dem allerletzten Satz ganz beiläufig, genau die Katastrophe ein, die über das ganze Buch hinweg verhindert werden sollte, gemeß dem Orakel von Delphi Prinzip, und das alles ohne das Twain uns darauf aufmerksam machen möchte, so als sollte man das alles selbst erkennen oder eben nicht, ganz getreu dem Motto :
"Lieber etwas nicht zu ende sagen als es verschmieren" (Chechov)

Zur Ausgabe:
Dem Manesse Verlag ist dafür zu danken, dass er dieses kleine Meisterwerk von Mark Twain der deutschen Leserschaft zugänglich gemacht hat.
Besonders lobenswert ist auch das wundervolle Nachwort von Manfred Pfister, der es schafft neue Blickwinkel auf einzelne Aspekte der Geschichte zu legen und behutsam die wichtigsten Interpretationen hervorhebt.
Auch die Gestaltung in dunkelgrünem Leinen mit Goldschrift wirkt sehr ansprechend, dafür ist man dann auch gerne bereit den nicht ganz günstigen Preis zu bezahlen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lesenswert! 22. Juli 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman verknüpft nicht weniger als vier Handlungsstränge, die schließlich zu einem gemeinsamen Ziel geführt werden.

Zunächst geht es um den Titelhelden der Geschichte, ein aus Schottland stammender, an der Ostküste studierter Rechtsanwalt, dessen schrulliger Humor bewirkt, dass er die nächsten 20 Jahre kein Mandat übertragen bekommt. Dafür hat er Zeit genug, sich um ein sonderbares Hobby zu kümmern: das Sammeln und Vergleichen von Fingerabdrücken. Für eine Weile spielt Wilson dann in dem Roman keine Rolle mehr.

In einem zweiten Handlungsstrang tritt eine Mulattin namens Roxanna, kurz Roxy, auf. Ihr aus einem weißen Fehltritt herrührendes Kind teilt von Geburt an ihr Sklavenschicksal. Um von ihm die Gefahr eines späteren Verkaufs in den gefürchteten Süden abzuwenden, vertauscht sie ihn mit dem ähnlich aussehenden und gleich alten Sprössling ihres Meisters. Der vermeintliche Tom wird als Nachfolger der Herrendynastie heran- und verzogen, entwickelt sich zum Taugenichts und Mörder.

In einem dritten Handlungsstrang erscheint ein seltsames Zwillingspaar, das vorgibt, altem, aber verarmtem und verfolgtem italienischem Adel zu entstammen und den Mord untergeschoben bekommt.

Es kommt zum Prozess, Auftritt Knallkopf Wilson. Als Anwalt der angeklagten Zwillinge gelingt ihm mittels daktyloskopischer Vergleiche nicht nur der Beweis, wer den Mord beging, sondern auch der Nachweis der Vertauschung der Kinder vor mehr als 20 Jahren.

Sarkastische Gesellschaftssatire, Manifest gegen die Sklaverei, Kriminal- und Justizthriller - es ist schon erstaunlich, wie straff die Genres und Handlungsstränge hier zusammengehalten werden, und wie handfest und eingängig das alles geschrieben ist. Zentrales Motiv bei alledem bildet die Sklavenhalter-Kultur der amerikanischen Südstaaten, die hier in ihrer Unhaltbarkeit und Unbegründetheit bloßgestellt wird. Dieses Thema ist eingebettet in die Frage der menschlichen Identität, die vor allem durch Roxy's Vertauschungsaktion aufgeworfen wird und in der Frage der Identität des Täters zum Höhepunkt geführt wird. Am Ende zeigt sich, dass alle Konventionen zu keinem brauchbaren Ergebnis führen - die historisch, dynastisch und religiös verbrämte Herrenmenschenideologie, ebenso die soziale Stigmatisierung der Fremden. Identitätsstiftend ist letztlich nur ein Merkmal von höchster Individualität und gleichzeitig völlig egalitärer Austauschbarkeit: der Fingerabdruck.

Dieser Roman führt sein Schattendasein in Mark Twains Werk zu unrecht. Es war ein helles Vergnügen, das zu lesen.

Noch ein Wort zur Ausstattung: die Manesse-Bändchen hält man einfach gern in der Hand. Alles weitere ist überflüssig zu sagen.
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