Wenngleich mancher heute den Titel als sexuelle Anspielung verstehen wird, bezieht sich dieser doch auf eine recht züchtige Sammlung mittelalterlicher Lieder und Gedichte, die Achim von Arnim dankenswerter Weise zusammengetragen hat. Verdienstvoll ist dabei aber mehr die Sammlung an sich als der eigentliche Inhalt. Einen unentdeckten Goethe sollte man unter den Laiendichtern dieser vergangenen Jahrhunderte nicht vermuten. Die meisten kämpfen stattdessen tapfer gegen die Schlichtheit der eigenen Reime und Sprache an, das mangelhafte Ausdrucksvermögen und die fehlenden sprachliche Gestaltungsmöglichkeiten fallen andauernd ins Auge.
Manch ein Lied hat es zwar in die aktuellen Liederbücher geschafft, etwa das vom Schnitter Tod, über die meisten sollte man aber besser den Schleier des Vergessens breiten, soweit es um lyrische Qualitäten geht.
Einen gewissen Wert hat diese Sammlung aber als quasi-historischer Beitrag zur mittelalterlichen Kultur, wirft sie doch einige Schlaglichter auf die Verhältnisse der Gesellschaftsschichten zueinander. So zeigen die Gedichte, die sich mit den Liebesverhältnissen von Rittern zu einfachen Fräuleins beschäftigen, unvermutete soziale Dramatik auf, und in Soldatenliedern klingen ungewohnt kritische Töne an. Man muss sich aber durch viel sprachlichen Ballast durchlesen, um diese Perlen zu entdecken.