Diese CD ist ein Meisterwerk - nicht mehr und nicht weniger! Nur selten gelingt es einer Band, die volle Länge einer CD auf einem abnutzungsfreien Niveau zu halten. Hier passt jeder Song und selbst die zwei oder drei Stücke, die gegenüber den anderen vielleicht etwas abfallen, sind für sich immer noch so gut, das sie eine Zierde auf anderen CDs wären. Dazu kommen dann aber acht Stücke, die einem schon beim ersten Anhören den Mund offen stehen und die Füsse wippen lassen. Die Songtexte sind von süß-herber Schönheit, die Songs abwechslungsreich und einige sogar tanzbar und alles wirkt wie aus einem Guss. Obwohl oder gerade weil man den Songs die leichte Imperfektion anhört, die nun einmal entsteht, weil die Band die Songs live im Studio eingespielt und nicht nachbehandelt hat, klingt der Sound warm, mitreissend und "klassisch". Das wird durch den Einsatz der Hammond-Orgel noch verstärkt. So verrückt es klingt, irgendwie klingen I'm Kloot wie eine sehr eigenständige Melange aus Oasis, Fairport Convention und The Band. Gefühle ohne Pathos, Ohrwürmer ohne jede mainstream-Anbiederung, die perfekte Balance zwischen aktueller und klassischer Rockmusik - das ist schon eine reife Leistung. Das erstaunliche an der Musik von I'm Kloot: Jede Generation, die seit 1968 mit Rock-Musik in Berührung gekommen ist, kann die CD als eine typische Aufnahme ihrer Zeit empfinden. Wenn die Musikindustrie noch über Scouts und Zuträger verfügen würde, die ein Ohr für das in der Luft liegende hätten, dann würde I'm Kloot wohl eine der nächsten großen Arenabands werden. Vielleicht sollten die Käufer dieser CD - und wohl auch die Band um John Bramwell - glücklich sein, dass es dazu wohl nicht kommen wird. So verkaufte die Band die CD erst mehrere Monate lang als Eigenvertrieb mit limitierter Stückzahl in der Merchandisingecke bei ihren Liveauftritten, bevor im April 2008 in England die mittlerweise auf Auktionen hoch gehandelte Platte als reguläre CD erschien!