Jeder, der sich auf die Suche nach etwas besseren In-Ear-Kopfhörern macht , wird schnell feststellen, dass das eine Beschäftigung ist, die einiges an Zeit und ausprobieren kostet. Nachdem ich eine ganze Weile bei den Standard-Kopfhörern geblieben bin, die meinem iPod beilagen, habe ich mir gedacht, ich versuche mich mal an etwas besseren Geräten (in gewisser Weise ein Fehler, da man dann nicht wieder zurück kann, selbst wenn man nicht wirklich audiophil ist).
Gestartet bin ich mit den Teufel Aureol Groove. Etwas gewöhnungsbedürftig in der Form, aber sowohl der Sitz als auch der Klang haben mir zu dem Zeitpunkt gut gefallen. Wenn da nicht die extrem dünnen Kabel und die nicht wirklich vorhandene Verstärkung der empfindlichen Stellen beim Kabel gewesen wären. Deshalb gingen die dann auch nach ein paar Monaten mit einem Kabelbruch zurück an Teufel, Geld gab's Problemlos zurück, also wieder auf die Suche.
Dann bin ich bei den Philips SHE9000 In-Ears gelandet (zwar etwas günstigeres Preissegment, aber macht ja nicht zwingend was). Mit denen war ich dann auch ein knappes Jahr zufrieden, dann haben aber auch die sich mit einem Wackelkontakt verabschiedet (interessanterweise direkt an der Buchse, innerhalb der Verstärkung des Kabels, die also nicht so ganz leistet, was sie soll). Also gingen die zurück an amazon, mit dem gewohnt guten und schnellen Service.
Danach dann die Philips SHE9850/10 In-Ears. Ich war ja mit den vorangegangenen von Philips eigentlich sehr zufrieden, nur die Verarbeitung hatte ja leider Schwächen gezeigt, aber da wirkten diese auf mich zuverlässiger. Wie der Langzeittest ausgefallen wäre, kann ich aber nicht sagen, da ich leider feststellen musste, dass ich ein konstantes Rauschen über die Kopfhörer aufs Ohr bekomme. Bei lauterer Musik kein Problem, da war dann der Klang auch echt gut, aber sobald mal ein Stück eher spärlich instrumentiert ist, war im Hintergrund das Rauschen zu hören. Das brauche ich bei dem Preis definitiv nicht (habe zwar gelesen, dass die Kopfhörer sich evtl. etwas einspielen müssen, aber dafür habe ich die einfach mal ein paar Nächte lang nonstop Musik abspielen lassen, was nichts brachte). Das mag vielleicht auch ein Stück weit an der Quelle und nicht nur an den Kopfhörern liegen, aber da das nun mal mein Einsatzgebiet ist, soll der Klang natürlich gerade dabei gefallen.
Also weiter. Ich hatte, als ich die letzten Philips bestellt hatte, eigentlich auch noch zwei andere Hersteller ins Auge gefasst (nach einigem Rezensionen und Testberichte wälzen), wollte nur eigentlich nicht mehrere auf einmal bestellen, um dann alle bis auf ein Paar wieder zurück zu schicken. Hätte ich vielleicht direkt so machen sollen, jedenfalls habe ich mir zuletzt sowohl die Beyerdynamic DTX101iE In-Ears als auch die S4 von Klipsch bestellt die ich dann im direkten Vergleich hatte. Offensichtlich haben die Klipsch gewonnen, sonst würde ich jetzt nicht für diese eine Rezension schreiben. Die von Beyerdynamic gefielen mir von der Form / dem Sitz weniger, die Verstärkungen des Kabels wirkten ähnlich wie die der Klipsch. Klanglich tun die beiden sich beide nicht viel, auch wenn ich den Eindruck hatte, dass die von Klipsch etwas Bass-lastiger sind.
Aber zu den S4:
Der Klang gefällt mir gut, ein Rauschen wie bei den Philips SHE9850/10 höre ich nicht, der Sitz im Ohr gefällt auch (in der Packungsbeilage gibt's auch noch eine Anleitung, wie man die z.B. beim Sport anders im Ohr tragen kann mit Kabelführung über's Ohr, das klappt trotz oder vielleicht auch gerade wegen der abgekippten Form der In-Ears gut). Wie es um die Langlebigkeit bestellt ist, werde ich ja sehen, hoffentlich kann ich jetzt eine Weile bei denen bleiben.
Einziges Manko: die Verpackung. Natürlich ist das nicht entscheidend, aber da war ich sowohl von den Klipsch als auch von den Beyerdynamic im vergleich zu den Philips sehr enttäuscht. Ein wenig Aufwand kann man doch ruhig auch in eine halbwegs ansprechende Verpackung stecken, vor allem in eine, die ggf. auch bequem wieder verwendet werden kann im Falle einer Rücksendung/Reklamation. Gerade bei den Klipsch ist das echt nicht fein gelöst, zum öffnen muss man die eine Seite der Box komplett aufreißen, an einer vorgestanzten Kante.
Zubehör gibt's nicht viel, insgesamt drei Paar Aufsätze (da mir die mittleren gut passen für mich kein Problem) und eine Metal-Box zur Aufbewahrung. Ob ich die nutzen werde bezweifele ich aber, da ich da eher etwas bevorzuge, das weniger sperrig ist, da habe ich lieber ein Leder-Etui oder einen Beutel aus Stoff oder Kunststoff, aber das ist dann wieder Geschmacksache.
Generell kann ich nur empfehlen, auf der Suche nach In-Ears in diesem Preissegment fleißig zu vergleichen, letztendlich führt kein Weg am Probehören vorbei, außer man hat ein wirklich glückliches Händchen beim auswählen. Sowohl beim Sitz als auch beim Klang hat ja doch jeder Hörer unterschiedliche Ansprüche/Vorstellungen, die S4 von Klipsch sollte man aber meiner Meinung nach durchaus in Betracht ziehen.
Für die Kopfhörerwahl spielt das Gehörte ja auch eine Rolle, ich nutze die für eine recht breite Mischung aus Rock, Pop, Metal und Hip Hop, zwischendurch auch für Hörbücher.
Edit:
Habe die In-Ears mittlerweile reklamiert. Kabelbruch direkt an der Buchse zum Gerät. Das bei normaler Nutzung, ohne übermäßige Belastung. Das trügt dann leider das Gesamtbild. Ich würde das Produkt nach wie vor empfehlen, allerdings nur zur stationären und nicht zur mobilen Nutzung.
Als Ersatz dienen vorerst die Earpods von apple, die ich überraschend gut finde, vor allem angesichts des Preises.