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Klippen: Roman
 
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Klippen: Roman [Taschenbuch]

Olivier Adam , Carina von Enzenberg
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492252451
  • ISBN-13: 978-3492252454
  • Originaltitel: Falaises
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 127.469 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Olivier Adam
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Olivier Adam hat mit ›Klippen‹ einen Roman abgeliefert, der vom ersten Satz an beglückt mit seiner klaren, kargen Sprache, nicht ohne zugleich tief zu berühren und zu verstören.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Kurzbeschreibung

Ein junger Schriftsteller vor der dramatischen Kulisse der Felsklippen von Étretat: dort, wo zwanzig Jahre zuvor seine Kindheit ein jähes Ende genommen hatte, als sich die Mutter zu Tode stürzte. Einzig die Liebe von Claire und die gemeinsame Tochter Chloé erlauben es ihm, die Vergangenheit hinter sich zu lassen ... Vielfach preisgekrönt, steht Olivier Adam mit diesem poetischen, starken Text in der ersten Reihe der europäischen Gegenwartsautoren.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Gebundene Ausgabe
Es ist Nacht. Der Erzähler blickt auf die nackte Silhouette der Klippen von Étretat. Vor zwanzig Jahren stürzte sich seine Mutter an eben jenen Klippen in den Tod. Und fügte ihm damit eine bis in die Gegenwart nicht verheilte Wunde zu: "Seit zwanzig Jahren ist meine Mutter tot. Zwanzig Jahre Tag für Tag." Hinter sich, auf dem Bett des Hotelzimmers schlummernd, liegen seine Frau Claire und Töchterchen Chloe. Sein einziger Halt im Leben. Und Halt - das ist zugleich ein zentrales Motiv in dieser stilistisch ausgesprochen elegant geschriebenen Geschichte, die voller Sinnlichkeit steckt, voller zarter Melancholie.

Der Tod der Mutter hinterließ in der Welt Oliviers, des Erzählers, nur eine geisterhäfte Präsenz seiner Mutter - als Sinnbild des allgegenwärtigen Schmerzes -, seinen unsteten Bruder Antoine, einen gewalttätigen Vater und vor allem eine geraubte Kindheit. Aus dem Schatten der Küste von Étretat erhebt sich eine Vergangenheit, die nach Aufarbeitung verlangt. Die Retrospektive lässt die jugendlichen Leidenschaften noch einmal erblühen. Und all die Menschen, die Olivier in jenen zwanzig Jahren begleitet haben.

Es sind für Adam typische Figuren, fragile, hoch zerbrechliche Charaktere: "Lorette schlotterte, ihr war immer kalt, ich zog sie an mich und spürte in ihr so etwas wie eine uralte Angst, einen Riss, den nichts je würde kitten können." Doch auch Olivier selbst muss diese Fragilität an sich konstatieren. Nicht nur im Freitod der zentralen Mutterfigur, sondern auch im Entgleiten anderer, geliebter Menschen über die Jahre hinweg: "Ich stelle fest, dass weder die eine noch die andere an mir hing, während ich mein Leben lang an anderen gehangen, mich an sie geklammert habe, obwohl sie nur rutschige Planken, fragwürdige Weggenossen, unzuverlässige, wankelmütige Komparsen waren."

Den Verlust von Halt, von Liebe, von Gewissheiten erklärt Olivier zum Grundproblem des menschlichen Daseins, und damit zu einer zwar traurigen, doch längst nicht hoffnungslosen Erkenntnis: "Wir kommen und gehen mit den Launen des Zeitenstroms, und alles zerrinnt uns zwischen den Fingern. Wir klammern uns an das, was uns beruhigt, uns Halt gibt und verbindet, und aneinandergedrängt, ohne uns je zu berühren, haben wir weniger Angst und scheint endlich etwas Gestalt anzunehmen. Aber nie wird es je irgendwo greifbar, der Wind bläst, und überall ist Raureif. Wir gehen in der Masse unter, werden weitergetrieben, bewegen uns, vor Kälte zitternd, blind wie Kaulquappen vorwärts. Trotzdem machen wir weiter, die meisten von uns jedenfalls."

Diese Passage ist nur eine von vielen, die von der großen literarästhetischen Güte Olivier Adams zeugen. Dass der um ihn ausgebrochene Hype kein bald verbrausender Sturmwind sein dürfte, zeigt sich bei einem Blick auf sein bisheriges Schaffen. 2004 gewann sein Erzählungsband "Am Ende des Winters" den Prix Goncourt de la nouvelle, sein kurzer Erstlingsroman "Keine Sorge, mir geht's gut" wurde - unter Adams Drehbuch - zum preisgekrönten Publikumserfolg. In diese Erfolgsgeschichte reiht sich "Klippen" nahtlos ein - ein Roman, dessen Autor nochmals gereifter, stilistisch geradezu virtuos wirkt.

Ein Lob gilt auch der ebenfalls preisgekrönten Übersetzerin Carina von Enzenberg: Ihr ist es gelungen, die feinsinnige, poetische und bisweilen sehr sinnliche Prosa Olivier Adams in ein sehr rhythmisches Deutsch zu übertragen. Sätze greifen über auf andere Sätze, antizipieren schon die nächsten und der Leser kann selbst kaum den nächsten Satz erwarten. Nicht zuletzt die Übersetzungsleistung macht "Klippen" zu einem Leseerlebnis von erster Güte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vom Dunkeln ins Licht 22. April 2008
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Ein junger Mann - Schriftsteller - hat scheinbar alles, um glücklich zu sein, eine kleine Tochter und eine Lebensgefährtin, die ihn liebt. Trotzdem kann er seine verstorbene Mutter nicht vergessen. Erinnerungen quälen ihn tagein, tagaus.
Der zwanzigste Todestag führt ihn wieder an den Ort ihres Selbstmords - die dramatische Kulisse der Felsenklippen von Étretat.

"Hier ist die Nacht, tief und Schwarz wie die Welt."
Mit diesem Satz beginnt Olivier Adam seinen kleinen Roman über den 31jährigen Ich-Erzähler Olivier, der in einer dunklen Nacht über sein Leben sinniert - im Rücken seine schlafende Frau Claire und seine zweijährige Tochter Chloé. Die ganze Nacht wird er wach sein, später denselben Weg gehen, den seine Mutter ging. Ein lückenhafter Fluss der Erinnerungen und dunkle Stellen in seinem Lebenslauf werden in quälen, die er nicht zu erhellen mag. Doch er ist fest entschlossen, Licht in seine Vergangenheit und sein bis dato kontur- und rahmenloses Leben zu bringen.

Das Drama seiner Familie begann mit den psychischen Problemen seiner Mutter, einer zerbrechlich zarten Frau. Nach ihrem Tod entwickelt sich das Zusammenleben mit dem Vater immer mehr zur Farce, ist durch seelische und körperliche Gewalt gekennzeichnet. Beide Brüder (Olivier hat noch einen zwei Jahre älteren Bruder - Antoine) klammern sich beinahe verzweifelt in ihrer kindlichen Hilflosigkeit aneinander. Einziger Bezugspunkt ist eine jugendliche Clique aus ebensolch unsanft gestrandeten Kindern, die ihrem trübsinnigen Leben durch S*x, Drogen und Alkoholexzesse zu entfliehen versuchen, jedoch in Wahrheit immer tiefer in schwere Depressionen verfallen.

Olivier scheint in der Spirale eines permanent-rapiden psychischen und physischen Abstiegs gefangen. Erst die Liebe von Claire, die unerschütterlich an ihn glaubt, und ihre gemeinsame Tochter Chloé ziehen ihn aus dem Tal der Dunkelheit. Scheint die Nacht besiegt? Der letzte Satz des Buches lässt hoffen: "Wenn ich aufwache, wenn ich die Augen, die Vorhänge öffne, wird alles ruhig sein und leuchten."

Vor allem Adams schriftstellerischem Talent (das Buch stand 2005 auf der Liste der letzten vier Finalisten für den "Prix Goncourt") ist es zu verdanken, dass dieser Roman in den Augen des Lesers nicht nur als enttäuschende Ansammlung von Fakten erscheint. Er schreibt äußerst feinfühlig, mit Intelligenz und ohne rührselige Dramatisierung, über die Themen Kindheit, Jugend, Familie, Liebe, Erinnerung und die Grausamkeit, aber auch die Schönheit der menschlichen Existenz.

Auffällig ist die einfache, aber wunderschöne Diktion dieses Buches. Mit kurzen schnörkellosen Sätzen, einem beinahe puristischen Stil, skizziert er seine Figuren. Eine einfache Linie - ein Strich - genügt zur Beschreibung einer Situation von ungeheurer Dramatik. Vor dem inneren Auge des Lesers entstehen Bilder, Porträts und Landschaften, die man fast atmen und schmecken kann; Wörter voll Luft und Gischt, nassem Gras und feuchter Erde, Wind und Salz. Und immer wieder das Meer (eine Metapher für seine tote Mutter?) und die Klippen.

Natürlich ist man versucht, die Parallelen zwischen der Existenz des schriftstellernden Erzählers und des Autors als Autobiographie zu deuten, auch Name und Alter sind identisch. Doch diese Frage sollte nicht im Mittelpunkt dieses großartigen Buches stehen.

Carina von Enzenberg hat mit ihrer Übersetzung aus dem Französischen den wundervollen Ton Olivier Adams grandios wiedergegeben.

Fazit:
Ein großartiges Buch, das den Leser wie bei einer heftigen Welle erschüttert, gerade durch seine Menschlichkeit und seine ungebrochene Hymne an das Leben.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von C. Stotz
Format:Gebundene Ausgabe
Die Kindheit von Olivier Adam war überschattet vom Freitod seiner depressiven Mutter, die sich von den Klippen von Etretat (daher der Titel des Buches und das Aquarell auf dem Schutzumschlag) ins Meer stürzte, seine Jugend von der Härte des Vaters, der nach diesem Schicksalsschlag alle Emotionen in sich einschloss und den beiden Söhnen mit Strenge und Jähzorn begegnet. Und der sie vor allem mit ihrer Trauer und ihren Ängsten alleine lässt.

Oliviers Leben ist ein Kampf gegen die innere Kälte seiner Jugend; exzessiv sind er und sein Bruder auf der Suche nach Wärme und Geborgenheit und leben auf der Überholspur; in Sex ohne Liebe, Alkohol, Drogen suchen sie, das Leben zu spüren. Es sind die Stationen ihres Weges, der sie von zu Hause und dem trostlosen Vorstadtleben wegführt in das eigene Erwachsensein.

Nie hat Olivier den Verlust der Mutter überwunden, nie eine Erklärung für das gefunden, was damals vor über 20 Jahren geschah. Und noch immer glaubt er, auf der Strasse, in den zufälligen Gesichtern der Passanten die Züge seiner Mutter zu erkennen, die ihm auch nachts in seinen Träumen erscheint. Jahrelang fährt er jeden Sommer nach Etretat und starrt nächtelang hinauf zu den Klippen, als wäre dort die Antwort auf all seine Fragen zu finden.

Es ist einer steiniger Weg, den er zu beschreiten hat und erst die bedingungslose, selbstlose Liebe einer Frau und die Geburt seiner Tochter weisen einen neuen Weg, zeigen eine neue, eigene Möglichkeit.

"Klippen" ist über weite Strecken ein bedrückendes Buch, das das lieblose Leben in den grauen Vorstädten Paris' schonungslos schildert. In dem Wechselspiel von Oliviers Kindheitserinnerungen und seinem Zusammenleben mit Frau und Kind entwicklet das Buch eine eigentümliche Spannung, die von einer großartigen, klaren und bildreichen Sprache getragen wird.
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