Kurzbeschreibung
Ein junger Schriftsteller vor der dramatischen Kulisse der Felsklippen von Etretat, wo zwanzig Jahre zuvor seine Kindheit ein jähes Ende genommen hat. Vielfach preisgekrönt, steht Olivier Adam mit diesem poetischen, starken Text in der ersten Reihe der europäischen Gegenwartsautoren.
Der Verlag über das Buch
"Ich war elf Jahre alt, als meine Mutter starb. Im Grunde habe ich seither nichts gemacht, was meinem Schmerz gerecht geworden wäre." Vom Balkon eines Hotelzimmers aus betrachtet der Erzähler die angestrahlten Felsklippen von Etretat: jene Klippen, von denen sich seine Mutter zwanzig Jahre zuvor ins Meer gestürzt hat. Im Zimmer liegen schlafend Claire und ihre gemeinsame Tochter Chloé. Es sind die beiden, ihre zarten, friedlichen Gesichter, die es ihm ermöglichen, den Schmerz des Verlusts noch einmal, endgültig, zu durchschreiten. Während dieser einen Nacht kommen all die Erinnerungen hoch, die ihm jahrelang den Hals zuschnürten: die Leere der einsamen Nachmittage, die Wut des Vaters, sein Bruder Antoine, der es zu Hause nicht mehr aushielt; später das winzige Zimmer in Paris, die flüchtigen, traurigen Beziehungen zu Mädchen, die ebenso sehr am Leben litten wie er. Bis Claire kommt: Sie lässt ihn ahnen, daß er selbst Vater werden muß, um das zu überwinden, woran seine Mutter zerbrach.
Über den Autor
Olivier Adam, geboren 1974 in der Banlieue von Paris, hat bisher vier Romane, drei Jugendbücher und den mit dem Prix Goncourt de la nouvelle ausgezeichneten Erzählungsband Passer l'hiver (Am Ende des Winters, dt. 2004) veröffentlicht. Er war Co-Autor des Filmdrehbuchs Keine Sorge, mir geht's gut; der Film erreichte in Frankreich Kultstatus und war auch bei uns ein großer Erfolg. Olivier Adam lebt mit seiner Frau und seiner Tochter an der bretonischen Küste.