In den USA ist Louis McMaster Bujold wesentlich bekannter als in Deutschland und hat für ihren Barrayar-Zyklus und ihre Chalion-Trilogie Auszeichnungen en masse gewonnen. Diese Gefahr besteht bei ihrem neuesten Projekt nicht.
Die Autorin hat sich bewusst dafür entschieden romantische Fantasy zu schreiben und das ist ihr auch gelungen. DIE KLINGEN DES LICHTS ist naiv, sanft, entzückend. Das sind keine Eigenschaften, die ich in einem Buch suche, weiß aber, dass anderen diese Art gefällt. All jene können für sich einen Stern hinzufügen und meine Empfehlung annehmen.
Das zentrale Thema ist die Beziehung zweier äußerst ungleicher Menschen - der jungen Bauerstochter Fawn (Rehlein, dieser Name sagt alles) und dem wesentlich älteren Soldaten Dag, der ein Seenläufer ist und mit seiner Truppe das Land auf der Suche nach Landzehrern durchstreift (Landzehrer sind Monster, die ihrer Umwelt das Leben entziehen und geringere Monster erschaffen können). Trotz der Altersdifferenz, der kulturellen Unterschiede und ihren persönlichen Lasten verlieben sie sich ineinander. Ansonsten passiert wenig - die Bedrohung durch Landzehrer spielt nur anfänglich eine Rolle und bleibt später im Hintergrund. Ich nehme an, dass sich im zweiten Band ändern wird, obwohl auch hier die Beziehungskiste dominieren wird.
Unfreiwillig komisch war die "große" Sexszene, da sie mehrere Seiten dauerte ohne auf das einzugehen, was eigentlich geschah - jugendfreier geht es kaum! Die Erzählweise passt sich der Geschichte an. Sie hat die Funktion einer rosa Brille - selbst negative Gefühle und Ereignisse wirken abgemildert und unbedrohlich. Love conquers it all, baby!
Die magischen Messer:
Die Klingen des Lichts,
Der magische Dolch, ...
(Begriffsdefinition: Abhängig von der Schwerpunktsetzung kann Romantische Fantasy ein Subgenre der Fantasy oder des Liebesromanes sein. Das Hauptthema ist immer eine Liebesbeziehung. Sie muss aber nicht notwendigerweise "romantisch" sein).