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Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur
 
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Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur [Taschenbuch]

Carl Amery , Hermann Scheer , Christiane Grefe
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Im Buch Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur moderiert die Journalistin Christiane Grefe eine Diskussion zwischen dem Schriftsteller Carl Amery und dem Bundestagsabgeordneten und Träger des alternativen Nobelpreises Hermann Scheer. Es werden dabei Möglichkeiten der Gesellschaft erörtert, die zu einem rechtzeitigen Wechsel der Energieversorgung hin zu einer ausschließlich solaren und damit umweltverträglichen Struktur führen können.

Technische Details spielen in dieser Betrachtung eine eher untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es in der regen Diskussion mehr um politisch-kulturelle Ansätze. Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist die Suche nach den Gründen, die zur Blockade der jetzigen Gesellschaft führte, die schon länger vorhandenen Möglichkeiten auf dem Weg hin zur solaren Gesellschaft umzusetzen. Dabei werden hier sehr interessante Sichtweisen herausgearbeitet, so beispielsweise kulturelle Stigmatisierungen kostenloser und einfach zugänglicher Energiequellen wie die der Solarenergie.

Auch nur indirekt mit dem Kernthema verwandte interessante Sachverhalte werden erörtert. So behandeln Amery und Scheer Themen wie zum Beispiel das Versagen bzw. Abflachen einer grünen politischen Bewegung, Probleme resultierend aus fragmentierten Verantwortungsstrukturen oder Schwierigkeiten innerhalb harmoniesüchtiger politischer Systeme. Interessante Informationen wie Ergebnisse der Shell-Studie oder Aussagen zu steuerfreien Rückstellungen von Atombetreibern liefert das moderierte Gespräch ganz nebenbei. Insgesamt halte ich die Ausführungen für durchaus lesens- und empfehlenswert für jeden, der sich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit mit der Überlebensfrage Nummer eins, der Entwicklung einer solaren Gesellschaft, auseinandersetzt. --Dr. Frank Zehren

Autorenporträt

Christiane Grefe, geboren 1957 in Lüdenscheid, lebt am liebsten aus dem Koffer. Sie schreibt als freie Autorin u.a. für "Geo", "taz" und die "Süddeutsche Zeitung", Buchveröffentlichungen u.a. "Das Ende der Spielzeit. Wie wir unsere Kinder "verplanen" (1995).
Hermann Scheer, geb. 1944, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler, ist seit 1988 Präsident von eurosolar, der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien. Er leitete zahlreiche wissenschaftliche Konferenzen über erneuerbare Energien, u.a. die Welt-Biomassekonferenz und die Europäische Photovoltaik-Konferenz. Er ist seit 1980 Mitglied des Deutschen Bundestages. 1998 erhielt Hermann Scheer den Weltsolarpreis, 1999 wurde er mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, 2000 mit dem Weltbiomassepreis.

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17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Innovative Anregungen für einen Wandel der Energieversorgung, 30. Juli 2001
Rezension bezieht sich auf: Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur (Taschenbuch)
Staatliche Förderungen wie das 100.000-Dächerprogramm und das Erneuerbare Energien-Gesetz haben Sonne, Wind und Co ein Rekordjahr beschert. Die Euphorie in der Branche kann jedoch nicht verdecken, dass das Handeln noch immer hinter den Notwendigkeiten zurückbleibt. Die Bundesrepublik bezieht weiter mehr als 90 Prozent ihrer Energie aus fossilen und atomaren Quellen, global nimmt der Energieverbrauch stärker als die Nutzung erneuerbarer Energien zu. In dieser Situation haben der Schriftsteller Carl Amery und der SPD-Bundestagsabgeordnete und Eurosolar-Präsident Hermann Scheer im Gespräch mit der Zeit-Redakteurin Christiane Grefe nicht ein neuerliches Buch vorgelegt, das die ökologische Notwendigkeit und technische Machbarkeit eines Umschwenkens betont. Die Autoren fragen nach den kulturellen Barrieren eines energiepolitischen Strukturwandels. Herausgekommen ist eine Restriktionsanalyse mit viel Tiefgang, die für alle am Thema Interessierten zur Pflichtlektüre werden sollte. Das Buch zeichnet aus, dass es nicht nur die Interessen der herkömmlichen Energiewirtschaft als Hemmnis herausarbeitet. In einer inzwischen gut informierten und ökologisch sensibilisierten Öffentlichkeit klafft eine Lücke zwischen deren Wissen und ihrem praktischen Handeln. Mit der Zeit tritt ein Gewöhnungseffekt in bezug auf schlechte Nachrichten, etwa den Schäden durch die Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle ein, und Selbstbeschwichtigungen münden in einem „naiven Verständnis von Gottvertrauen, man könne sich schon darauf verlassen, dass die Erde irgendwie weitertickt" (Amery). Dies geht einher mit einem weitverbreiteten Technikoptimismus, für jedes Problem werde sich eine technische Lösung finden. Die Gleichgültigkeit führt Hermann Scheer auch auf einen historischen Entfremdungsprozess zurück: kam Energie früher aus der Umgebung der Menschen, wird sie heute aus der Ferne bezogen. Dadurch sind die selbstverursachten Schäden nicht mehr unmittelbar erlebbar. Außerdem sei die Sonne als seriöse Energiequelle stigmatisiert: was nichts kostet, ist nichts wert, und Assoziationen sind eher Urlaub und gute Laune als eine umweltfreundliche Form der Energiegewinnung. In ihrer Kritik lassen die Autoren keinen gesellschaftlichen Bereich aus: in der Politik werde das Feld Energie noch immer als abtrennbares Spezialgebiet statt als Querschnittsthema betrachtet. Auch die rot-grüne Bundesregierung bekommt ihr Fett ab: sie agiere „zu fragmentarisch, widersprüchlich und insgesamt zu defensiv", beklagt Scheer, und nennt unter anderem die Forschungsmittelverteilung und die Aufkommensverwendung der Ökosteuer als Negativ-Beispiele. Von der Wissenschaftsgemeinde knüpfen sich Scheer und Amery vor allem Physiker und Ökonomen vor. Alternativen würden hier nicht zuletzt aus psychologischen Gründen verleugnet, weil sie auch als Entwertung der Lebensleistung ihrer Wissenschaftlergeneration wahrgenommen werden. Die Kultur vieler Ingenieure sei auf Gigantomie und das Sprengen von Grenzen angelegt und stehe damit im Kontrast zu angepassten und dezentralen Technologien. Architekten, die ein Hauptakteur für die Umsetzung solarer Alternativen sein könnten, stellten vorwiegend kurz- statt längerfristige Kalkulationen auf und konservierten damit das etablierte Energiesystem. Auch an der Umweltbewegung kritteln die beiden Gesprächspartner herum: hier werde das Ziel, Energie vollständig aus erneuerbaren Energien zu beziehen, vielfach als utopisch abgetan und beispielsweise auch auf das vergleichsweise umweltfreundliche Gas gesetzt, anstatt klare Prioritäten zu setzen und 100 Prozent als anspornende Vision zu betrachten. Sorge bereitet Scheer und Amery das schlechte Ansehen der Landwirtschaft „als kulturell ganz unten stehenden Stufe". Würden aber, so Scheer, in der Nahrungs-, Energie- und Rohstoffwirtschaft in regionalen Strukturen erst mal neue Arbeitsplätze geschaffen, könnte ein Imagetransfer stattfinden, da immer jene Bereiche positiv bewertet werden, in der neue Jobs entstehen. Uneinigkeit besteht zwischen Scheer und Amery nur in einer Frage: Während der ehemalige Präsident des Schriftstellerverbandes Askese als eine Voraussetzung für die Realisierung einer solaren Alternativen hält, spricht der Sozialdemokrat allein von einem Substitutionsprozess. Bleibt nach der Lektüre die Frage nach den Erfolgsbedingungen für den Übergang ins Solarzeitalter. Eine personalisiert Hermann Scheer fraglos selbst: als ins politisch-parlamentarische System eingebauter Lobbyist hat er politische Interventionen wie das 100.000-Dächerprogramm persönlich durchsetzen können. Entgegen der Analyse von Scheer und Amery ist auch das kulturelle Umfeld nicht abgeneigt: keine Technologie genießt in der Bevölkerung eine so hohe Zustimmung wie die Solarenergie. Pioniere haben zur Nachahmung angeregt und den Handlungsdruck auf das politische System verstärkt. Umweltverbände müssen nicht nur wogegen, sondern auch wofür sie sind sagen. Die Auseinandersetzung um die offshore-Windkraftnutzung ist eine Nagelprobe für die energiepolitische Glaubwürdigkeit der Organisationen. Konsenskultur und Konfliktunfähigkeit sowie das Schielen auf so genante win-win-Konstellationen zu beklagen, wie Hermann Scheer dies tut, ist analytisch fragwürdig, weil sich just der ökonomisch-ökologische Doppelnutzen erneuerbarer Energien bisher als deren Antriebsmotor erwiesen hat. Ein Beispiel dafür ist die von Bundesregierung und Ländern finanzierte Kampagne „Solar-na klar", der sich neben den einschlägigen Fachverbänden unter anderem der Bund Deutscher Architekten und der Zentralverband Sanitär Heizung Klima angeschlossen haben. Auch deshalb konnte mit 70.000 verkauften Solarthermie-Anlagen im zurückliegenden Jahr ein im europäische Vergleich beispielloser Zuwachs erreicht werden. Auch das mit Aktien von Solar-Firmen inzwischen eine überdurchschnittliche Rendite erzielt werden kann, dürfte die weitere Entwicklung vorantreiben. Anstatt den Zeitgeist zu beklagen, kann Politik solchen Erfolgskonstellationen den Weg ebnen, indem sie gezielte Anreize setzt und damit Interessen und Akteurskonstellationen bewusst verändert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Schlecht zu lesen, 16. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur (Taschenbuch)
Das die Gedanken von den Herren Amery und Scheer mehr als nur vernünftig sind brauche ich nicht zu erläutern. Ich muss aber leider kritisieren, dass das Buch schwer zu lesen ist, da es so geschrieben ist, als sei es ein Interview. Das macht es schwer den Überblick zu behalten. Trotzdem sollte jeder, der sich mit diesem Thema auseinander setzt, diese Buch gelesen haben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ökologisches Umhandeln, 19. Mai 2001
Rezension bezieht sich auf: Klimawechsel. Von der fossilen zur solaren Kultur (Taschenbuch)
Das neue Buch finde ich sehr gelungen. Die Berührungspunkte und auch die divergierenden Ansichten von Carl Amery und Hermann Scheer machen es zu einer lohnenden Lektüre. Mein Eindruck war jedoch, daß Carl Amery seine Argumente in Bezug auf seine grundsätzliche Zivilisationskritik zu sehr zurückgenommen hat. In seinem Buch "Die Botschaft des Jahrtausends" ist das stärker präsent. Vielleicht liegt es auch daran, daß er zusehr auf der theoretischen Ebene verbleibt und dann die Argumente fehlen, wenn man dichter an den gesellschaftlichen Reformprozeß herangeht. Vielleicht ist dieser inhaltliche Punkt in unserem Band "Wege zur ökologischen Zeitenwende" (Franz Alt, Rudolf Bahro, Marko Ferst) besser herausgearbeitet. Nichts für ungut, die Front des umweltpolitischen Langsamgangs muß gemeinsam aufgebrochen werden. Schöne Grüße aus Randberlin. (Auf meiner Homepage sind etliche Texte zur Ökodiskussion -- umweltdebatte.de)
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