Hartmut Bachmann bezweifelt (meiner Meinung zu recht) die Horrorszenarien einer vom Menschen selbstverschuldeten Klimakatastrophe. Der Autor beleuchtet die historischen Hintergründe und interpretiert die Beweggründe der handelnden Akteure. Hier finden sich eine Reihe sehr interessanter Aspekte.
Jedoch leidet das Buch sehr unter dem recht nervigen Bildzeitungsstil. Fettsetzung ganzer Absätze, vielfache Wiederholungen. Bachmann's Hauptpunkte werden zwar klar dargelegt, die Verpackung ist jedoch gewöhnungsbedürftig. Um die klimatologischen Argumente geht es in diesem Buch nur untergeordnet. Wen diese Aspekte vorangig interessieren, sollte sich lieber zusätzlich ein anderes Buch besorgen. Bachmann's Buch enthält keine einzige Abbildung. Zum Teil überzieht Bachmann auch mit seiner Kritik, die so ein leichtes Fressen für die Anhänger des CO2-dominierten Klimamodells wird. Den 3%igen anthropogenen CO2-Anteil redet er unnötig klein und blendet aus, daß es sich um zusätzlich in das System einströmende Mengen handelt (S. 24). Die Reststrahlung von Atommüll wird verniedlicht "...Risiko ist nicht höher als bei der Verwendung von Feuer..." (S. 34). Auf Seite 67 streitet Bachmann ab, daß es einen Trend zur Meeresspiegelerhöhung gäbe. Dies ist sachlich falsch. In den letzten 300 Jahren stieg der Meeresspiegel stetig an. Vielleicht ließ sich Bachmann hier von kurzperiodischen Zyklen (mehrere Jahre) irritieren, die immer wieder kurze Meeresspiegelsenkungen im langperiodisch ansteigenden Trend hervorriefen.
Abgesehen von diesen Bemängelungen stimme ich dem Autor auf jeden Fall zu, daß die Einbeziehung historischer, vorindustrieller Klimaschwankungen, insbesondere der Mittelalterlichen Wärmeperiode und dem 1000-1500 jährigen Zyklus, von größter Wichtigkeit sein wird, um zu entscheiden, ob die aktuelle Erwärmung einen außergewöhnlichen Vorgang darstellt oder einfach die beobachtete Klimazyklik der vergangenen paar tausend Jahre fortsetzt. Ich denke viel spricht für letzteres.