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Klima macht Geschichte. Menschheitsgeschichte als Abbild der Klimaentwicklung.
 
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Klima macht Geschichte. Menschheitsgeschichte als Abbild der Klimaentwicklung. [Gebundene Ausgabe]

Kenneth J. Hsü
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 334 Seiten
  • Verlag: Orell Füssli (2000)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3280024064
  • ISBN-13: 978-3280024065
  • Größe und/oder Gewicht: 22,7 x 16,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 254.747 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kenneth J. Hsü
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Warum gab es eine germanische Völkerwanderung? Warum verbrannten 330 000 Helvetier ihre Häuser und zogen nach Frankreich? Wie konnten die Slawen in den Balkan eindringen? Und wie in den Norden Deutschlands? Welches waren die Ursprünge der Christianisierung des Ostens?

Hsüs These: Die Chronik unserer Zivilisationsgeschichte ist ein Ausdruck der klimatischen Veränderungen der letzten 5000 Jahre. Die globalen Temperaturen haben sich in historischer Zeit durchschnittlich nur um einen oder zwei Grad verändert, aber das hatte schreckliche Folgen, denn globale Kälteperioden liessen die Versorgung mit Lebensmitteln unter den Mindestbedarf sinken, was zu Völkerwanderungen auf der Suche nach einem «Platz an der Sonne» führte. Während globaler Wärmephasen dagegen überstieg die Nachfrage infolge explosionsartigen Bevölkerungswachstums das grösser gewordene Nahrungsangebot, was «heuschreckenartige» Eroberungsfeldzüge zur Folge hatte. Hsüs Untersuchung ist spannend und verständlich geschriebene Menschheitsgeschichte unter einem neuen, faszinierenden Blickwinkel.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Prima Klima 12. Januar 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Kenneth J. Hsü, der lange Jahre in den USA und der Schweiz lebende Geologe, ist schon mehrfach mit erfolgreichen Publikationen hervorgetreten. In das "Mittelmeer war eine Wüste" (deutsche Ausgabe 1984) schilderte er die damals noch neue Erkenntnis, dass das mediterrane Becken vor rund 5 Millionen Jahren ein salzverkrustetes Tiefland war, ehe mit Beginn des Pliozäns die Straße von Gibraltar wieder aufbrach. Noch erregender erwies sich wenig später der Report über "Die letzten Jahre der Dinosaurier" (1990). Dieses Werk bestach durch eine überwältigende Datenfülle und sollte eigentlich eine Pflichtlektüre für alle sein (auch für Fachleute), die sich näher mit der Impaktkatastrophe an der Kreide-Tertiär-Grenze befassen. Beide Bücher vermitteln Wissenschaft aus erster Hand, da der Verfasser als Mitglied des Forschungsschiffes "Glomar Challenger" an der Entschlüsselung dieser erdgeschichtlichen Rätsel maßgeblich beteiligt war.

Nunmehr lebt Kenneth J. Hsü im Ruhestand, aus dem er sich nun mit obigem Buch zurückmeldet. "Klima macht Geschichte" lautet das Motto des Autors, und dies versucht er auf 334 Seiten zu belegen. Eines sei gleich vorweg gesagt: Das Ergebnis dieser schriftstellerischen Arbeit überzeugt in dieser Form nicht. Von den zwölf Kapiteln des Werkes haben vielleicht die Hälfte mit dem Klimathema unmittelbar zu tun, der Rest beschäftigt sich im wahrsten Sinne des Wortes mit Gott und der Welt, und das Klima bildet nur den Aufhänger für Geschichtstheorie, Linguistik, Anthropologie, Zivilisationskritik, Theologie, Gaia-Hypothese und diverse autobiographische Anmerkungen - ein etwas zweifelhaft mundendes Eintopfgericht aus Dutzenden von Zutaten. Besonders die persönlichen Einlassungen sind bestens dazu geeignet, den Leser zu nerven. Permanent verweist Mr. Hsü auf die Überlegenheit seiner Gedankengänge, stellt sich und seine Reputation unermüdlich in den Vordergrund und schildert (was in dem Zusammenhang wirklich niemand interessiert) die Spannungen zwischen "guten" und "schlechten" Familien in der chinesischen Gesellschaft.

"Klima macht Geschichte" ist somit alles andere als eine empirische Untersuchung, sondern eher eine lose Aneinanderreihung von Anekdoten, Essays, Kurzbeschreibungen - eine Tour de force durch alle Zeiten und Kontinente. Das Klima am Ende der Bronzezeit wird darin ebenso behandelt wie die süd- und mittelamerikanischen Kulturen oder die ehemaligen Seen der Sahara. "Vor 4000 Jahren gab es keine alpinen Gletscher" verkündet beispielsweise ein Zwischentitel. Allerdings basiert diese sensationelle Aussage lediglich auf einer regionalen Schweizer Stichproben-Untersuchung. Wenige Seiten später kommt die Rede auf "Ötzi", den berühmten, 5300 Jahre alten Gebirgsbewohner, der sein "Überleben" dem dauerhaften Verharren im Permafrost verdankt. Allerdings nicht in einem Gletscher, sondern in einem "Eisfeld". So kann man's eben auch sehen. Und so sieht der Autor leider nur das, was in seine Denkschablonen passt. Im Schnellverfahren fällt er ein Urteil nach dem anderen, unabhängig davon, ob die behandelten Themeninhalte faktisch gesichert sind oder nicht.

Es gibt in der Klimatologen-Gemeinde zwei Fraktionen. Die eine ist überzeugt, dass die sprunghafte Zunahme der Emissionsgase in der Atmosphäre einen rapiden Klimawandel hervorrufen wird, während die andere betont, dass es wechselnde klimatische Bedingungen schon immer gegeben hat. Kenneth J. Hsü geht noch einen Schritt weiter. Für ihn ist das Schlagwort vom Treibhaus-Effekt nicht nur leeres Gerede, sondern ein politisches Manöver der Kernkraft-Industrie, die auf diese Weise, indem sie Zweifel und Ängste schürt, ihre Interessen gegenüber herkömmlichen Energieerzeugern durchsetzen will. Damit ist der Fall für den Verfasser mehr oder minder erledigt. Seriös ist dieses Vorgehen gewiss nicht. Wenn für ein endgültiges Verdikt keine ausreichenden Fakten vorliegen, sollte man daran gehen, diese Fakten zu sammeln und auszuwerten, und das so lange, bis Klarheit herrscht. Das ist die wissenschaftliche Methode. Alles andere ist Ideologie. Und diese Art von Ideologie nimmt gegen Ende des Buches leider überhand. Selbst wenn die Erde wider Erwarten einer globalen Erwärmung ausgesetzt sein sollte, ist dies laut Mr. Hsü kein Grund zur Beunruhigung. Denn erstens wird der Planet als sich selbst steuerndes System (Gaia-Hypothese) die Dinge irgendwann wieder regeln, und zweitens war ein wärmeres Klima dem kulturellen Aufschwung schon immer förderlicher als ein kühles. Dass die natürliche Selbstregelung nicht unter die Rubrik "rasche Lösungen" fällt und oft Millionen Jahre beansprucht, scheint für den Autor keine Rolle zu spielen. Auch nicht, dass viele Inselstaaten und Küstenregionen von einer Erwärmung in katastrophalem Maße betroffen wären. Schließlich wird der Homo sapiens früher oder später sowieso von der Erde verschwinden.

Fazit: Ein ideologisches, einseitiges und stellenweise peinliches Buch. Zum Thema Klima gibt es wesentlich bessere Werke, zumal Abbildungen, Diagramme und Zeittafeln ebenso fehlen wie ein Register.

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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
absoluter Schwachsinn 7. Januar 2005
Format:Gebundene Ausgabe
eindeutiger Fehlkauf, das Buch zu lesen ist mehr als frustrierend.
Der Leser ist Spielball von Herrn Hsüs wirren Gedankensprüngen, man erfährt mehr von seinem Privatleben als von dem eigentlichen Thema.
Was ganz klar fehlt ist Ordnung in dem Buch, wer eine Chronik erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Doch auch deutliche inhaltliche Schwächen offenbaren sich. Das Hauptproblem ist nämlich: das Buch hat nur sehr wenig mit dem eigentlichen Thema zu tun. Das, was Herr Hsü über die Beeinflussung der Menschheitsgeschichte durch das Klima schreibt, lässt sich ohne zu übertreiben auf 2 Seiten festhalten. Der Rest des Buches besteht aus peinlichen und nervtötenden Abschweifungen in Hsüs Privatleben oder sonstwohin.
Also FINGER WEG, das Geld lieber spenden oder wer ein besseres Buch zum Thema sucht, der sollte sich "Klimageschichte Mitteleuropas" von Rüdiger Glaser zulegen.
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Von sluning
Format:Gebundene Ausgabe
Normalerweise lese ich keine Rezensionen bevor ich meine eigene schreibe. Diesmal habe ich jedoch eine Ausnahme gemacht und war überrascht, wie sehr ich fast allen Mitrezensenten zustimmen konnte, egal ob sie einen oder fünf Sterne verteilt haben. Denn das besprochene Buch hat in der Tat sowohl Stärken wie auch Schwächen. Zunächst einmal ist es auf keinen Fall eine kompakte und umfassende Einführung in das Klima-Thema. Vielmehr ist es eine mosaikhafte Ansammlung von für meinen Geschmack etwas zu lang geratenen historischen Mosaiksteinchen, die mal mehr und mal weniger direkt mit dem Thema "Klima" zu tun haben. Die autobiographischen Passagen fand ich dagegen recht interessant, da der Autor wirklich zu den großen Altmeistern in der Geologie gehört und ich selber aus dem Fach komme. Mit Klima hat das aber natürlich oft recht wenig zu tun, liest sich aber recht spannend. Überhaupt fand ich Hsü's Schreibstil sehr angenehm. Wer sich für Geschichte interessiert und sich auch die Muße hat, der wird das Buch mögen. Wer hingegen in möglichst kurzer Zeit alle relevanten Infos zum Thema erfahren möchte, sollte sich unbedingt ein anderes Buch besorgen. Besonders interessant fand ich übrigens die Schilderungen zu den Saharaseen und der Feuchtphase während des holozänen Klimaoptimums vor 6.000 Jahren, etwas was die Physiker & Klimamodellierer der frühen 1980er Jahre für vollkommen unwahrscheinlich hielten.

Unabhängig vom Konzept und Schreibstil ist das Buch jedoch auf jeden Fall bemerkenswert. Hsü setzt sich stark für eine ausgewogenere Betrachtung der verschiedenen am Geschehen beteiligten klimatischen Steuerungsfaktoren ein. Unter Berücksichtigung der zalhreichen natürlichen Klimaschwankungen in den letzten 8.000 Jahren, bei konstantem Kohlendioxid-Gehalt der Atmosphäre, sollte man auch im aktuellen Klimageschehen einen wichtigen Beitrag bei den natürlichen Ursachen vermuten. Insbesondere weist Hsü auf den Einfluss von Strahlungsschwankungen der Sonne hin, die durch Wolken-Albedo-Prozesse vermutlich eine signifikante Verstärkung erfahren. Wer sich für diesen derzeit noch in der Erforschung steckenden, jedoch vielversprechenden Klimasteuerungsprozess interessiert, dem sei das wirklich gute und aktuellere Buch "Sterne steuern unser Klima: Eine neue Theorie zur Erderwärmung" von Nigel Calder & Henrik Svensmark empfohlen. Letztlich könnte es sein, dass der renommierte Hsü, wie auch schon in der Vergangenheit, einen guten Riecher gehabt hat, auch wenn sein eigenes Buch kein absolut großer Wurf geworden ist.
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