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20 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Plädoyer für eine kritische Einstellung den neuen Medien gegenüber, 13. März 2009
Ein insgesamt gut recherchiertes Buch mit einem m. E. wichtigen Anliegen: die neuen Medien rund um das Internet führen nicht einfach nur zu einer Demokratisierung des Wissens, einer schnelleren, ggf. globalen Zusammenarbeit und einer aktiveren Beteiligung des Bürgers im Informationsprozess, da er nun auch selbst "Content" beisteuern kann, sondern sie bergen auch Gefahren, zu denen z. B. die nahezu unbegrenzten Überwachungsmöglichkeiten zählen. Susanne Gaschke sieht aber bereits ein Problem im Umgang mit dem immer unüberschaubarer werdenden Content selbst: Man benötigt gemäß ihr enorme Lern-, Denk- und Lesekompetenzen, um sich hier noch zurechtzufinden und um wesentliche Inhalte von unwesentlichen unterscheiden zu können. Dies zeigt sich allein schon daran, wie leicht sich die absurdesten Verschwörungstheorien im Netz ausbreiten können.
Susanne Gaschke weist richtigerweise darauf hin, dass auf Experten auch in Zukunft nicht verzichtet werden kann. Die Strategen des Internets behaupten aber unentwegt, das WWW sei demokratisch und behandele jeden Teilnehmer gleich. Das führt dann nun aber leider dazu, dass im Internet kompetente Wortbeiträge oftmals kaum mehr von irrelevanten zu unterscheiden sind. Sowohl in Foren als auch in Wikipedia können sich ganz häufig echte Experten nicht mehr gegen politisch motivierte User durchsetzen, die nur rudimentäre Kenntnisse, dafür aber ganz viele Vorurteile in der Sache besitzen.
Auf einen Punkt weist Susanne Gaschke leider viel zu wenig hin: Im Internet herrscht in vielen Foren ein rauer, um nicht zu sagen, beleidigender Ton. Offenbar führt die anonyme, gesichtslose Kommunikation dazu, andere Teilnehmer nicht mehr wie Menschen, sondern wie Maschinen zu behandeln. Welche Rückwirkungen dies auf Dauer auf das Real-Life haben wird, bleibt noch abzuwarten. Denkbar ist z. B. ein genereller Höflichkeitsverlust.
Oberflächlich betrachtet könnte man das Buch als kulturpessimistisch bezeichnen, womit man ihm aber nicht gerecht wird. Susanne Gaschke möchte keineswegs das Internet abschaffen, sondern lediglich zu einem kritischeren Umgang damit motivieren. Solche Kritiker hatten es bislang meist recht schwer, überhaupt nennenswert Gehör zu finden, denn hinter dem neuen Medium stecken letztlich milliardenschwere Wirtschaftsinteressen.
Fair fand ich, dass sie gleich zu Beginn ihre eigene, persönliche Interessenlage offen legt: Sie arbeitet für eine Wochenzeitschrift (DIE ZEIT), und hat damit ein unmittelbares Interesse am Erhalt und an der Stärkung der klassischen Printmedien.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Und es hat "Klick" gemacht!, 21. Dezember 2009
Die Verliebtheit ins Internet mit all den digitalen Angeboten kann man wohl am besten mit dem alten Song vergleichen "und es hat ZOOM gemacht". Eigentlich wollte man nur den Datenverkehr erleichtern und beschleunigen, doch dann hat es "Klick" gemacht - und schon ist aus einer Idee, einem Nutzen eine Gefahr geworden.
Man kann dies nun allzu kulturkritisch sehen und sollte es auch; denn viel zu wenig erforscht und hinterfragt ist es, wie die rasche Verbreitung von Bildern und Texten über den ganzen Globus mit einem Klick das Denken und Handeln der Menschen auch in Bezug auf ihre persönliche Identität hin verändert.
Ein besonderer Verdienst von Susanne Gaschke ist es in diesem Buch, das kritiklose Verbreiten digitaler Zugänge aufzuzeigen. Nur weil man in der Berufswelt ohne PC und oftmals Internet nicht mehr auskommt, heißt dies noch lange nicht, dass schon von frühen Kindesbeinen an in den vor- und schulischen Bildungseinrichtungen (bei Kindergärten spricht man ja schon seit einigen Jahren weniger von eienr pädagogischen Einrichtung!) die Kinder mit diesen Medien vollends vertraut gemacht werden müssen - oder wie es manchmal heißt: den spielerischen Umgang mit Medien erlernen sollen.
Wirtschaftliche Interessen stehen hier oftmals im Vordergrund, was beispielsweise das Nutzen von PC-Programmen und Internetzugängen angeht. Zudem wird mittels Suchmaschinen und digitalen Lexika eine Auswahl von Wissenszugängen geschaffen, was im negativen Sinne zu einer Konzentration von Wissen führen kann, wie es oftmals heute schon durch Konzentrationsbemühungen von Medienkonzernen passiert.
Wer nicht gelernt hat, über einem längeren Zeitraum zu lesen, aus unterschiedlichen Quellen das Wissen zu erschließen, sich ein persönliches und differenziertes Bild anzueignen, der wird Mühe haben, dem trendigen Schnellinformationweg unserer Zeit sich zu entziehen.
Die vielen Beispiele der Autorin zeigen auf, dass man hier wachsam sein sollte, ohne direkt das Internet zu "verteufeln"; aber es als ein engelsgleiches Geschenk schlechthin anzusehen, wird ihm auch nicht gerecht. So ist Susanne Gaschkes Weckruf eine gelungene Mahnung zur Wachsamkeit, zur Kritik und zum vorsichtigen Umgang mit den digitalen Medien.
Ihre "Strategien gegen die digitale Verdummung" hätten aber insgesamt ausführlicher und konkreter sein können. So fehlt es an Hinweisen - beispielsweise für Jugendliche und Eltern - an welchen Kriterien sie sich ausrichten sollten, wenn sie sich in Internetforen bewegen oder Informationen aus zum Beispiel "Wikipedia" nutzen. Hier wäre es gut gewesen, auf einschlägige Internetseiten hinzuweisen bzw. auf Institutionen und Beratungsstellen, die für einen sorgsamen Umgang mit dem Internet bzw. in Foren Unterstützung anbieten, hinzuweisen.
Ein Buch, das allen Verantwortlichen in Politik, Erziehung und Bildung sowie den Eltern sehr ans Herz zu legen ist.
Die virtuelle Welt ist eine IN dieser Welt und NICHT NEBEN der realen Welt.
Und so sollte das Buch helfen - pointiert formuliert - rechtzeitig den Verstand einzuschalten, und nicht nur den Zugang zum Internet!
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Viel Polemik, wenig Konkretes, 9. Juni 2009
Ich kann die Autorin ja gut in Ihrem Weltschmerz verstehen, aber immer nur Jammern ohne die konkrete Situation aktiv zu gestalten ist mir zu wenig. Es gibt nun mal das Internet und für mich viel nerviger das Handy, aber ob das wirklich für die Lesefaulheit unserer ach so verdorbenen Jugend herhalten kann bezweifle ich schwer. Im übrigen kenne ich viele dieser im Buch auftauchenden Sprüche schon aus meiner Jugend, und da waren sie auch schon falsch, oder nur die halbe Wahrheit. Zum Jammern muss ich nicht dieses Buch lesen, das geht auch im Freundeskreis, oder per Internet!
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