Man kann nur mit der ersten Rezension einig sein.Die schoenen und seltenen Abbildungen,die ausfuerliche Bibliographie,die Tragik und die psychologische Ueberzeugungskraft der einzelnen Stellen koennen alle Freunde der Geschichte erfreuen.Und doch moechten sie mit dem Autor auch etwas streiten.Leider unterstuetzt Uwe Baumann einen modernen,sehr lebensfaehigen Mythus,geschaffen von den Historikern aus den demokratischen oder wenigstens aus den zivilisierten Laendern.Der Autor meint,dass Octavian zum Selbstmord Kleopatras beigetragen hat.Er fuerchtete ,dass das Volk mit ihr als Gefangenen im Triumphzug nur Mitleid haben wuerde.Natuerlich bestanden die Menschenmengen,die Brot und Massenschauspiel begehrten,nicht nur aus Sadisten.Man konnte einen Gladiator begnadigen,man konnte Arsinoe und die Kinder von Perseus bedauern,man konnte selbst mit einem Tier auf der Arena Mitleid haben.Und doch verzichtete niemand deshalb auf die grausame Schauspiele.In weiterem interessierte sich das Volk fuer das Schicksal der Gefangenen nicht mehr.Ob auch die Kinder Kleopatras -die Vollwaisen und leibliche Geschwister der kaiserlichen Nichten nicht erbarmungswuerdig waeren?Und doch mussten sie den Triumphzug des Siegers schmuecken.Im Unterschied zu vielen unseren Wissenschaftlern,ueberschaetzte der Kaiser die Herzensguete seiner Untertanen nicht.Umgekehrt es kann sein,dass das Volk im tiefsten Innern dem Kaiser fuer die herzensgreifende Vorstellung dankbar war.Prof.Paul M.Martin und Whitehorne haben diesen modernen Mythus glaenzend widerlegt.Obwohl Octavian selbst das Leben eine Komoedie genannt hatte,war doch die roemische Welt nicht so heuchlerisch.Wenn der Kaiser den Selbstmord der Koenigin gewuenscht haette,wuerde er davon in aller Oeffentlichkeit sagen.Gerade so wird er spaeter oeffentlich bedauern,dass seine unglueckliche Tochter nicht den Freitod waehlte.Fuer die Meinung des Volkes hat der absolute Sieger kein Interesse mehr.Uwe Baumann bemerkt mit Recht ,dass der Kaiser offiziell eine hoechst eindrucksvolle Version von Kleopatras Tod anerkannt hatte.Aber eigentlich weiss der Sieger nichts.Prof.P.M.Martin erinnert uns an den Befehl Octavians die Sterbende zu retten,ihr das Antidot zu geben und falls notwendig,das Schlangengift aus der Wunde auszusaugen.Ein moderner Historiker des II Weltkriegs schildert uns eine grimmige Episode ,die er jetzt nach 50 Jahre als unwuerdig bezeichnet.Die englischen Aerzte und Militaerpersonen laufen um den nackten Leichnam Himmlers hin und her.Sie versuchen den Selbstmoerder um jeden Preis zum Leben wieder zu erwecken.Vielleicht auf diese Weise endete sich das irdische Dasein der Frau die so stark schoen zu leben und wuerdig zu sterben wuenschte.