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Kleopatra. Königin in drei Kulturen. Eine Biographie.
  
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Kleopatra. Königin in drei Kulturen. Eine Biographie. [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, (1. Januar 2006)
  • ISBN-10: 3498063642
  • ISBN-13: 978-3498063641
  • ASIN: B0028LAL2G
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Wolfgang Schuller
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wolfgang Schullers Kleopatrabiographie hebt sich wohltuend von vielen anderen Werken ab durch den historisch-kritischen Blick auf die Überlieferung, zugleich ist sie doch in unterhaltsamer Weise und gutem Stil flüssig geschrieben.
Die Biographie ist in drei große Abschnitte unterteilt, deren erster ("Grundlagen") das Fundament errichtet, auf welchem der Verfasser dann seine Darstellung aufbaut. Die ägyptische Vergangenheit, die ptolemäische Dynastie sowie Kleopatras Vater Ptolemaios XII werden hier behandelt. Der zweite Abschnitt ("Kleopatras Leben") handelt die Regierungszeit der Königin chronologisch ab, während im dritten ("Ergebnisse") ihre Herrschaft unter einer Reihe wichtiger Gesichtspunkte beurteilt wird. Die ansprechendsten Teile sind dabei Schullers Überlegungen zur "Königin in drei Kulturen" und zum konkreten Handeln der Herrscherin im Regierungsalltag. Die Betrachtungen des letztgenannten Kapitels werden mit einer Reihe Papyri belegt - eine angemessene Berücksichtigung dieser wertvollen zeitgenössischen Quellen.
Positiv fällt zudem ins Gewicht, dass im Anhang ein reicher bibliographischer Apparat und Anmerkungen zu jedem Kapitel geboten werden, so dass der Interessierte jeden Einzelpunkt weiter verfolgen kann.
Letztlich läuft die Darstellung darauf hinaus, Kleopatras Handeln als Konsequenz ihrer Herkunft und ihrer naturgemäßen Rolle einer hellenistischen Herrscherin aufzufassen. Viele befremdliche Züge ihres östlich geprägten Auftretens und Handelns, die nach dem Sieg des Augustus in der römischen Historiographie und Dichtung entsprechend verurteilt worden sind, werden dadurch verständlich. Das Werk ist jedoch nicht geschrieben, um Kleopatra und Antonius zu entschuldigen. Es gehört eher zum guten Handwerkszeug des Historikers, die augusteische Propaganda gegen seine Gegner quellenkritisch zu lesen. Nein - wenn man denn etwas an diesem Buch bemängeln will, dann eher die recht kritiklose Übernahme der von Bernard Andreae befürworteten Gleichsetzung der Venus vom Esquilin mit Kleopatra.
Insgesamt ist Schullers Buch für Fachleute wie für alle Geschichtsinteressierten in gleicher Weise zu empfehlen. Die größten Vorzüge liegen im angenehmen, nie zu trockenen Stil und in der gleichwohl wissenschaftlich sauberen Präzision.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tasso
Format:Gebundene Ausgabe
Legt man das Buch nach der Lektüre wieder weg, ist das gewohnte Bild von der schönen orientalischen Königin angekratzt, denn, wie es der Titel schon verheißt, war Kleopatra zwar Pharao von Ägypten, doch war sie keine Ägypterin. Ihrer Abstammung gemäß war sie vielmehr Griechin, quasi eine Spätfolge der erfolgreichen Kriegspolitik des Makedonierkönigs Alexander der Große. Nun, wer auch nur halbwegs mit Geschichte vertraut ist, hätte das wohl schon geahnt. Aber nicht nur der eigentlich banale Mythos von der schönen Ägypterin geht bei Wolfgang Schuller zu Bruch. In Zuge seiner Kritik historischer Texte und Quellen stilisiert er Kleopatra zu einer Herrscherin, die wohl nicht nur Männerherzen betörte, sondern ebenso ihr politisches Geschäft verstand und überdies keineswegs das ihr angedichtete Luder gewesen sein sollte. Wobei ich bewusst von Stilisierung spreche, denn die bei aller Fülle doch immer noch dürftigen, mythisch verflachten und propagandistisch verfremdeten Überlieferungen aus fernen Zeiten erlauben einfach kein in klaren Linien skizziertes Porträt der historischen Person. Kleopatras Ruf war deswegen seit jeher entweder zur kitschigen Exotik verfremdet oder anrüchig, sensationell oder skandalös. Beides dürfte ihr nicht gerecht werden und Schuller geht es wohl nicht zuletzt um Gerechtigkeit für Kleopatra wenn er das eine oder andere zurechtrückt, um schlussendlich sogar die letztlich doch eher spekulative Behauptung ins Treffen zu führen, die schöne Königin hätte ihre mächtigen römischen Liebhaber nicht nur ihren machtpolitischen Interessenslagen dienstbar gemacht, sondern sie überdies von Herzen aufrichtig geliebt. In monogamer Treue sei sie ihnen zugeneigt gewesen; also eigentlich eh recht tugendsam, beinahe brav bieder. So harmlos, wie es einer Gebieterin kaum noch geziemt, wöllte man fast meinen. Und dies ist denn nun eine These liebender Hingabe, die letztlich doch auf ein wenig wackeligen Beinen steht, zumal über das Privatleben, und schon überhaupt über das Liebesleben der schönen Kleopatra in der Tat herzlich wenig bekannt ist. Von dieser kleinen Irritation einmal abgesehen, basiert Schullers Biografie allerdings auf einer Fülle gediegener und folglich überzeugender Ansichten, verpackt in einen brillanten Stil, dessen ungebrochene Eloquenz sich über die Blätter hinweg nicht die geringste Blöße gibt. Letztlich präsentiert sich eine Biografie, die in einem gewissen Sinne als Hommage an eine herausragende Frauenperson begreiflich, allein schon ob deren abenteuerlichen Lebens den Leser fesselt und, zumal ein Könner des Genres die Sache angefasst hat, alsbald in einen wahrlichen Leserausch geleitet.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer sich fuer Kleopatra interessiert, wird wohl kaum um Wolfgang Schullers Biographie herumkommen, die sich in 3 Hauptbereiche unterteilt. Im 1. Teil wird die aegyptische Vergangenheit thematisiert, im 2. Teil die Regentschaft Kleopatras und im 3. Teil wird eine politische Einordnung ihres Wirkens vorgenommen. Alle Ausfuehrungen Schullers sind historisch verbrieft und durch seine Recherchen belegt. Keine Spekulationen oder publikummswirksamen Marktschreiereien wie bei anderen Authoren ueblich, die den teilweise fragwuerdigen Charakter Kleopatras begruendet haben. Alle Ausfuehrungen werden im Anhang belegt. Der Schreibstil des Wisschenschaftlers Schuller ist derart angenehm, das sich sein Werk durchaus von interessierten Laien lesen und nachvollziehen laesst. Der Umfang der Publikation ist angesichts des Wirkens Kleopatras relativ gering. Dafuer mag die nur geringe Anzahl geeigneter Quellen mitverantwortlich sein.
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