Das Kleist-Handbuch ist in insgesamt 8 Kapitel gegliedert:
I. Leben und Werk (als biographische Skizze und Zeittafel) S.1-14
II. Werke (Dramen, Erzählungen, Zeitungen und Zeitschriften, Schriften zur Politik, Lyrik und Briefe) S.15-184
III: Konfigurationen: Epochen und Autoren (dt. und frz. Aufklärung, Kant, Goethe...) S.185-240
IV: Kontexte: Quellen, Diskurse, kulturelle Codes (Adel, Recht und Justiz...) S.241-288
V: Konzeptionen: Denkfiguren, Begriffe, Motive (Familie, Geschlecht, Gewalt und Verbrechen, Schönheit, Sprache, Tod...) S.289-382
VI: Forschungsansätze (Psychoanalyse, Genderforschung...) S.383-409
VII: Rezeption und Wirkung (... in der dt.sprachigen Literatur, international, weitere: Theater, Hörspiel, Filme...) S.410-474
VIII: Anhang (Auswahlbibliographie, Archive, Nachlässe, Institutionen, AutorInnen, Personenregister) S.475-495
Das Kapitel "Leben und Werk" gibt einen guten und übersichtlichen Einblick in die Biographie Kleists, das Kapitel "Werke" bietet zu allen Dramen und Erzählungen eine Inhaltsangabe, Entstehungshintergründe, Interpretationen, Motive und Wirkungen...! Unter Zeitungen und Zeitschriften sind Hintergründe zum "Phöbus" und zu den "Berliner Abendblättern" zu finden und auch die wenigen Gedichte Kleists finden Berücksichtigung. Der Abschnitt zu den Briefen erscheint mir mit ca. 3 Seiten doch recht kurz, vor allem in Anbetracht der etwa 230 überlieferten Briefe. Auf einige Briefwechsel wie zum Bsp. zwischen Kleist und Wieland wird im Kapitel Konfigurationen nochmal eingegangen, dass darüber hinaus wesentliche Aspekte zu Kleist-relevanten Epochen und Autoren enthält. Die Kapitel Kontexte und Konzeptionen liefern ausführliche Informationen zum gesellschaftlichen, politischen, religiösen... Hintergrund Kleists sowie zu Motiven und Denkstrukturen in seinen Werken. In Kapitel VI und VII runden Forschungsansätze und Rezeption/ Wirkung das Bild ab.
Insgesamt fällt eine klare Struktur des Handbuchs, nachschlagbar nach Einzelbegriffen und Personen sowie eine umfangreiche Literaturrecherche zu den einzelnen Themengebieten auf. Einzelne Kapitel sind jedoch derart mit Fachbegriffen und Fremdwörtern angereichert, dass sich selbst für belesene Rezipienten der Sinngehalt erst nach mehrmaligem Lesen erschließen läßt. Wer sich darüber hinaus nur über den Briefwechsel informieren will, findet dazu selbst nur einen kleinen Abschnitt. In sämtlichen Kapiteln des Buches finden sich jedoch zahlreiche Briefbelege, die wiederum das Lesen des gesamten Handbuchs erforderlich machen.
Zusammenfassend ein wirklich gut recherchiertes und komprimiertes Handbuch, dass ich Germanisten (und denen, die es werden wollen) nur empfehlen kann!