Jens Bisky ist es gelungen eine sehr lesbare Biografie Kleists zu schreiben.
Kleist selbst nannte sich einen "unaussprechlichen Menschen", und Bisky versteht es, das unstete, exzentrische Leben Kleists, der nach "Ruhe und Ruhm zugleich gierte", in einer Epoche zwischen Revolution und Restauration, facettenreich und spannend zu schildern.
Mir gefiel dieses Buch besser als die wissenschaftlich fundiertere, aber auch schwerer lesbare, ebenfalls in 2007 herausgekommene Biografie des emeritierten Professors Gerhard Schulz. Auch Biskys wahrlich schillernde Biografie ist durchaus anspruchsvoll, mit umfangreichem Anhang (Anmerkungsapparat, Literaturverzeichnis Personenregister und Zeittafel), aber weniger professoral, stärker journalistisch ausgeprägter Sprache. Für den "Normalbürger" würde ich den Bisky eher empfehlen, feingeistige Germanisten sind möglicherweise mit dem Schulz etwas besser bedient.