oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
oder
Mit kostenloser Probeteilnahme bei Amazon Prime. Melden Sie sich während des Bestellvorgangs an. Erfahren Sie mehr
Alle Angebote
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
oder
gegen einen Amazon.de Gutschein über EUR 0,25 eintauschen?
Kleines Lexikon untergegangener Wörter: Wortuntergang seit dem Ende des 18. Jahrhunderts
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Kleines Lexikon untergegangener Wörter: Wortuntergang seit dem Ende des 18. Jahrhunderts [Broschiert]

Nabil Osman
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 9,90 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o o
Auf Lager.
Verkauf und Versand durch Amazon.de. Geschenkverpackung verfügbar.
Nur noch 4 Stück auf Lager - jetzt bestellen.
Lieferung bis Freitag, 1. Juni: Wählen Sie an der Kasse Morning-Express. Siehe Details.

Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Broschiert EUR 9,90  
Gutschein erhalten
Tauschen Sie jetzt Kleines Lexikon untergegangener Wörter: Wortuntergang seit dem Ende des 18. Jahrhunderts gegen einen Amazon-Gutschein in Höhe von EUR 0,25 ein - einlösbar für Tausende von Artikeln bei Amazon.de. Entdecken Sie mehr eintauschbare Bücher im Bücher Trade-In Shop. Bitte beachten Sie die Teilnahmebedingungen.

Jetzt für Amazon Student anmelden und um 20% erhöhten Eintauschwert sichern.

Hinweise und Aktionen

  • Tipp für Studenten
    Ein Jahr Prime kostenlos und einen 20% erhöhten Eintauschwert auf Trade-In erhalten alle Studenten die bei Amazon Student angemeldet sind.

Wird oft zusammen gekauft

Kleines Lexikon untergegangener Wörter: Wortuntergang seit dem Ende des 18. Jahrhunderts + Lexikon der bedrohten Wörter + Lexikon der bedrohten Wörter 2
Preis für alle drei: EUR 27,75

Verfügbarkeit und Versanddetails anzeigen

Die ausgewählten Artikel zusammen kaufen
  • Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Lexikon der bedrohten Wörter EUR 8,95

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details

  • Lexikon der bedrohten Wörter 2 EUR 8,90

    Auf Lager.
    Verkauf und Versand durch Amazon.de.
    Kostenlose Lieferung bei einem Bestellwert ab EUR 20. Details


Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Broschiert: 262 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 16., unveränd. Aufl. (16. März 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406560040
  • ISBN-13: 978-3406560040
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,2 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 361.097 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Von alten und neuen Wörtern

Ärger und Spass mit zwei Nachschlagewerken

Die Sprache, wer wüsste es nicht, ist ein Fluss. Unentwegt nimmt sie neue Wörter auf, schiebt sie mit, schleift sie rund; andere, alte und neue, lässt sie zurück. Wer trifft die Auswahl? So viel ist sicher: Die Sprachpfleger sind es nicht. Sie stehen seit Menschengedenken händeringend am Ufer. Die Sprache, so scheint es, tut, was sie will. Die metaphorische Rede schreibt ihr deshalb – wie anderen Flüssen auch – eine Existenz als Individuum zu, eine immerhin, die sich in ihren Teilen beschreiben lässt.

Zwei Bücher versuchen dies von verschiedenen Seiten her. Das eine ist neu und widmet sich unlängst im Deutschen aufgetauchten Begriffen, das andere ist schon etwas älter und befasst sich mit Wörtern, die sich nicht durchgesetzt haben und im Lauf der Zeit wieder aus dem Sprachgebrauch verschwunden sind.

Um die «Szenesprachen» geht es dem Wörterbuch, das die Duden-Redaktion und die Unternehmensberatungsfirma Trendbüro gemeinsam herausgegeben haben. Es ist in sechs Hauptkapitel gegliedert; sie heissen «Kicks und Funsports», «Musik und Popkultur», «Mode, Models und Fashionzones», «Computerslang und Cyberspace», «Liebe, Sex und Partnerstress» sowie «Ausgehen, Abgehen, Abfeiern». Innerhalb der Kapitel sind die Einträge alphabetisch geordnet, ein Register erschliesst den Gesamttext. Die Auswahlkriterien für die Stichwörter sind heterogen und nicht recht nachzuvollziehen. Besonders im Bereich der Computersprache haben zahlreiche Fachtermini Aufnahme gefunden. Sie tragen selbstverständlich zur Anglisierung des Deutschen bei, was man bedauern mag oder nicht, aber konstituieren sie deshalb eine Szenesprache?

Was unter Server, Slash, Online, Update, Net, Byte oder Homepage zu verstehen ist, wird jedenfalls nicht von einer deutschsprachigen Szene definiert (im Gegensatz zu einem Wort wie Shit für Haschisch); wir haben es hier mit einfachen Fremdwörtern zu tun. Auch in den andern Kapiteln des Buchs muss man die eigentlichen Szenewörter im Wust der reinen Fachbegriffe suchen. Neben echten Neubildungen wie dissen (für ablehnen, verachten) oder zuföhnen (für in Grund und Boden reden) finden man Beat, Break, Loop, Rap, Freestyle, Halfpipe, Casting und Piercing.

Die Stichwörter werden nicht in der präzisen Sprache guter Wörterbücher erklärt, sondern in einem selbstgefälligen, forciert munteren Plauderton «anmoderiert». Der Eintrag zu Club etwa beginnt mit folgendem Satz: «Nicht der Verein für Taubenzüchter oder Kegelbrüder, nicht das exklusive Areal einer selbsternannten Elite, sondern eine regelmässig stattfindende Tanzveranstaltung ist mit Club gemeint.» So kann man zwar leicht die Spalten füllen, man sagt jedoch herzlich wenig. Mitunter gleichen die Einträge auch Pennäler-Witzen: «Dick (Synonym für Penis): Der Ausdruck für das männliche Geschlechtsteil kommt aus dem Amerikanischen und wird vor allem von der Schwulenszene in den Mund genommen.» Zu solchen Albernheiten passen die zahlreichen sachlichen Fehler. Zwei Beispiele: Dass man als Jamsession «jedes Zusammenspiel von Musikern, egal welcher Stilrichtung, das improvisiert oder geprobt sein kann», bezeichnet, ist natürlich Unsinn, und der Pork Pie Hat stammt keineswegs aus den Sixties; schliesslich war er schon das Markenzeichen Lester Youngs. Nur selten ergibt sich in dem durchweg ärgerlichen, mit so knalligen wie überflüssigen Illustrationen versehenen Flickwerk ein Lichtblick – so, wenn unter dem Stichwort Warmduscher gegen 100 Synonyme von Beipackzettelleser bis Toastabkratzer eingerückt werden. Man kann sich indes des Eindrucks nicht erwehren, dass die Mitarbeiter des Trendbüros entweder unterschätzt haben oder überhaupt nicht wissen, was ein gutes Wörterbuch ist und zu leisten hat, und man fragt sich, wie die unbedarfte Kompilation zum Gütesiegel «Duden» gekommen ist.

Ablenkung und Trost findet man nach dieser unerspriesslichen Lektüre bei einem 1971 erstmals erschienenen und unlängst wieder nachgedruckten Werk, das die Tugenden klugen Sammelns, Ordnens und Deutens in sich vereint. Das «Kleine Lexikon untergegangener Wörter», das der ägyptische Germanist Nabil Osman, Leiter des Usrati-Instituts für Arabisch in München, ursprünglich als seine Dissertation vorgelegt hat, bleibt eine Fundgrube. Es beschreibt in einem konzisen theoretischen Teil das Phänomen des Wortuntergangs und analysiert die Gründe, die ihn herbeiführen. In seinem praktischen Teil beschränkt es sich jedoch nicht darauf, untergegangenen Wörtern den Totenschein auszustellen – was allein schon eine List wäre, da man die Wörter ja mindestens vorübergehend zum Leben erweckt, indem man sie nennt –, sondern gibt vielerlei Hinweise auf ihre Ursprünge und ihre einstmalige Verwendung.

Dass Abgötter nicht nur falsche Götter, sondern auch Götzendiener sein können, hilft einem, das Wort abgöttisch besser zu verstehen; dass es früher nicht nur, wie Wittgenstein wusste ( «Tractatus » 6.522), Unaussprechliches gab, sondern auch das Aussprechliche, mag einen ebenso beruhigen wie der Umstand, dass jemand oder etwas einst widerstehlich sein konnte. Dass man Herren in betresster Uniform als beblecht bezeichnete und rot gewandete Damen als bepurpert, mag einen so belustigen wie die Einsicht, dass man jemanden berupfte, wenn man ihn mit List des Seinigen beraubte. Herders Unterscheidung zwischen Empfindung und Empfindnis möchte man sich zurückwünschen, und gern lässt man sich erklären, dass nicht viel Federlesens macht, wer dem Höhergestellten nicht die Federchen vom Gewand liest, also kein Federleser, kein Schmeichler ist. Ohne Erläuterung versteht man, dass jemand fragselig sein kann oder ein Haberecht (und nicht einfach ein Rechthaber); und das Herz lacht, wenn man vernimmt, dass ein Seeräuber Meerschäumer heissen kann und ein Plagegeist Quarre.

Keinesfalls sollen hier die alten Wörter gegen die neuen ausgespielt werden. Auch die neuen sind voller Geheimnisse, und man soll ihnen mit jener Offenheit begegnen, die Adorno in seinem Essay «Wörter aus der Fremde» beschrieben hat. Wenn hier für die untergegangenen Begriffe eine Lanze gebrochen wird, so nicht nur, weil ein Gentleman laut Borges sich nur für eine verlorene Sache engagieren kann, sondern auch, weil Nabil Osmans Buch den Leser jenseits aller Trends und Trendbüros stets aufs Neue bezaubert.

Manfred Papst -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Dieses kleine Lexikon - das erste seiner Art - des Germanisten Nabil Osman verzeichnet Hunderte von Wörtern, die seit dem Ausgang des 18. Jahrhunderts aus der deutschen Sprache verschwunden sind. Es gibt Auskunft über die einstige Bedeutung der Wörter und geht den Gründen für ihren Untergang nach. Eine unterhaltsame und anregende Lektüre, die 'in die Hand eines jeden, der Deutsch schreibt oder Deutsch zu sprechen versucht' (Die Zeit), gehört.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lang ist es her... 30. Juni 2002
Format:Taschenbuch
Bemerkenswert ist zunächst, daß es nicht ein deutscher Sprachwissenschaftler, Pedant, Nostalgiker oder Historiker war, dem die deutsche Sprache so sehr sehr am Herzen lag, daß er dieses Buch schrieb - der Autor mußte erst aus Ägypten zu uns kommen. Der letzte derartige Besuch deutscher Linguisten liegt etwa zweihundert Jahre zurück. Vor allem auf einem dieser Werke (Adelung) nun basiert Osmans Abhandlung. Darin aber liegt auch der einzig traurig stimmende Kritikpunkt dieses wertvollen Lexikons, das nicht nur die Bedeutung untergeganger deutscher Wörter erklärt, sondern auch ihren Untergangsgrund offenlegt.

Leider aber beschränkt er sich auf Worte, die vor eben 200 Jahren untergingen oder damals als untergegangen gewürdigt wurden. Seitdem aber sind zahlreiche weitere Worte (baß, Oheim, Base, Falsch...) untergegangen, die in Osmans Buch nicht erwähnt werden. Schade eben, sonst aber sehr gut. Auch ich kannte höchstens zehn Prozent der verlorenen Worte...

War diese Rezension für Sie hilfreich?
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Broschiert
Erstens ist die Sprache ganz einfach ein wunderbares Spielzeug. Zweitens macht's diebisches Vergnügen, einen nervtötenden Mitbürger vermittels rätselhafter Sätze wie z.B. "Diese verharrliche Inzicht weise ich entschieden zurück!" zu verwirren, auf dass man nicht als Jaherr in Verruf gerate, sondern nur als Vocativus. Und drittens sprechen noch weitere Argumente für Nabil Osmans "Kleines Lexikon untergegangener Wörter", u.a. die Möglichkeit, Unbekanntes nachzuschlagen.
Erfreulicherweise merkt man diesem Lexikon vorwiegend positiv an, dass man eigentlich eine Dissertation liest. Das Bestiarium des abgetauchten Wortschatzes ist alphabetisch geordnet, direkt hinter dem Eintrag steht die heutige Entsprechung. Der Rest ist Wissenschaft... also Belegstellen aus älteren Wörterbüchern und auch öfters mal Zitate. Osman geht zudem auf die verschiedenen Gründe ein, warum so manches Wort den Gang aller Wörter hinter sich hat, und wie sich's für Dissertationen gehört, gibt's ein ausführliches Literaturverzeichnis.

Zunächst einmal ist dieses "Kleine Lexikon" natürlich ein nützliches Werkzeug beim Verständnis älterer Texte, und das wird auch die häufigste Verwendung sein. Für diesen Zweck eignet es sich hervorragend; schließlich lässt sich längst nicht jedes unbekannte Wort aus dem Kontext oder aus seinen Bestandteilen erschließen.

Dieses "Kleine Lexikon" hat aber noch mehr zu bieten: Im Vorwort weist Werner Ross zu Recht darauf hin, dass Sprachgeschichte immer auch Kulturgeschichte ist, und in der Nachbemerkung geht Osman auf die Details ein: Mal ist das, was die Wörter bezeichneten, mit ihnen verschwunden ("Rathküssen"); mal fallen sie der Verwechslungsgefahr mit heutigem oder auch schon damaligen Synonymen zum Opfer ("englisch" zum Beispiel hat noch in Goethes "Faust" die Bedeutung "den Engeln eigen", und "Elend" in der Bedeutung "Exil" dürfte dem ein oder anderen noch vom Gesangbuch her bekannt sein); und der weiteren Gründe gibt's reichlich.
Es geht noch weiter: Sprachwandel beruht häufig auch auf bewusster Neubildung, darunter natürlich die unverwüstlichen Neubildungen aus Luthers Bibelübersetzung, aber auch das Einsickern von Dialekt, Euphemismen, Sondersprachen, Jargon usw. in die Hochsprache. Hinzu kommen Ab- und Umleitungen aller Art aus bereits Vorhandenem ("gefräßig" statt "fräßig"), Begrenzung bzw. Erweiterung der ursprünglichen Bedeutung, um nur einige zu nennen (freilich ist Osman gründlicher als ich hier -- nur für alle Fälle sei's angemerkt). Den Sonderfall danebengegangener "Verdeutschungen" echter oder vermeintlicher Fremdwörter erwähnt er; berühmt-berüchtigt ist Adelung mit seinem Feldzug wider das Undeutsche, der allen Ernstes z.B. die Nase durch einen Gesichtserker ersetzt haben wollte. Dies und noch mehr dürfte auch den "Nichteingeweihten" interessieren. Um Adelung zu rehabilitieren: Viele seiner Neubildungen haben's aber doch in die Alltagssprache geschafft.
Sprache ist nunmal ein Gebrauchsgegenstand -- und ein prima Spielzeug, das freilich auch. Osman erläutert all das und noch mehr ausführlich genug; man muss kein gestandener Germanist sein, um mitzukommen.

Leser, die der "wissenschaftliche Rest" aus nachvollziehbaren Gründen nicht oder wenig interessiert, können die verschiedenen "Anmerkungsapparate" ohne weiteres ignorieren, unbesorgt auf die Wörterpirsch gehen und dabei neben der gesuchten Erklärung auch Skurriles, Merkwürdiges und ganz einfach Erstaunliches entdecken, und gelegentlich dürfte jeder auf etwas stoßen, das ihm ein "Muss ich mir merken!" entlockt.

Perfekt ist dieses Lexikon jedoch leider bei weitem nicht: Zu oft stößt man auf Einträge, die sich in bestimmten Stilebenen oder Dialekten erhalten haben und den meisten zwar "irgendwie komisch" vorkommen, aber dennoch verständlich sind; das "Gemächt" findet man sogar in "Ronja Räubertochter". Untergegangen sind sie jedenfalls nicht. In anderen Fällen sind die Erklärungen nicht ganz nachvollziehbar -- so z.B. die für die Ersetzung altdeutscher Monatsnamen durch die heutigen. Sie seien wegen "der schwankenden Bedeutung und der unbequemen Form" zum unbedingten Untergang verurteilt gewesen, so liest man und fragt sich, wieso dann z.B. die Tschechen so scharf drauf waren, es weiter unscharf und unbequem zu haben. In diesen und ähnlich gelagerten Fällen drängt sich dem Leser ein "also, wenn er da nicht weiterbohren hat wollen, dann hätte er's besser ganz gelassen" auf. Auch "Verdeutschungen" als Lexikon-Einträge aufzunehmen, die's allem Anschein nach nie in den allgemeinen Sprachgebrauch geschafft haben, scheint fragwürdig (eine gelungene Verdeutschung übrigens): "beidlebig" z.B. konnte "amphibisch" nie das Wasser reichen. Eher überflüssig ist auch die Aufnahme von trivialen Varianten ("Rückenhalt" statt "Rückhalt") -- im 18. Jahrhundert waren nun einmal schriftlicher und mündlicher Sprachgebrauch weniger normiert als heute, und entsprechend häufiger sind die Varianten. "Untergegangene Wörter" sind diese Varianten nun wirklich nicht, erdreiste ich mich anzumerken.
Soweit die mir Laien am wichtigsten erscheinenden Kritikpunkte.

Wettgemacht werden sie Kritikpunkte jedoch allein schon durch Entdeckungen wie "Ritterzehrung" (Almosen), "entstehen" in der Bedeutung "fehlen", "bekrauten" (jäten), "feldsiech" (aussätzig), "haberechten" oder "entschlafen" in der Bedeutung "einschlafen" -- derlei dürfte so manch befremdliche Wendung in älteren Werken klären helfen. Amüsieren tut's obendrein. Und wie gesagt: Manche Wörter muss ich mir merken; sie sind einfach gar zu allerliebst.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von timediver® HALL OF FAME REZENSENT TOP 100 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Wörter werden geboren, sie welken und sterben."
(Am Quell der Sprache, Otto Violan)

Nabil Osmans "Kleines Lexikon der untergegangenen Wörter- Wortuntergang seit dem 18. Jahrhundert" ist in seiner Erstauflage bereits1971 erschienen und beruht fast ausschließlich auf ältere lexikalische Untersuchungen, bei denen das Vorkommen eines Wortes zu einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort und in einer bestimmten Bedeutung analysiert wurde. Hierbei beschränkt sich der Philologe und Herausgeber des Lexikons weder auf eine besondere Wortgattung, noch auf untergegangene Glossen eines oder verschiedener Literaturwerke. Seinen primären Ausgangspunkt bildet vielmehr das im Jahre 1811 in Wien herausgegebene "Grammatisch-kritische Wörterbuch der hochdeutschen Mundart" das aufgrund der Ansichten seines Autors Johann Christoph Adelung (1732-1806) "über das Wesen des Hochdeutschen" zwar heftig umstritten, jedoch auch unter seinen Kritikern Anerkennung fand, weil es für die damalige Zeit von herausragender Bedeutung war. Als zweite Quelle dient ihm das "Wörterbuch der deutschen Sprache", das zur selben Zeit von Joachim Heinrichs Campe, Adelungs schärfstem Kritiker, in Braunschweig publiziert wurde.

Nach dem Inhaltsverzeichnis gibt Werner Ross eine Vorbemerkung mit der Feststellung, dass Wortgeschichte zur Kulturgeschichte wird, in der sich das Wortsterben als Spiegel einer ganzen Epoche offenbart. Im anschließenden Vorwort begründet Nabil Osman die Auswahl seiner Quellen und erläutert die Systematik für seine Analyse und Präsentation, bevor ein Verzeichnis der verwendeten Abkürzungen und Zeichen den einleitenden Teil des Buches abschließt. Das Herzstück, d. h. das eigentliche Lexikon umfasst 223 Seiten auf denen mehr als 600 untergegangene Wörter (von abergläubig bis zwier) vorgestellt und erläutert werden. Hierzu gehören bei jedem der einzelnen Lexikonartikel die Ausführungen Adelungs, denen jene von Joachim Heinrich Campe (1746-1818), J. F. Heynatz (1744-1809) , Eucharius Ferdinand Christian Oertel (1765-1850) und späteren Sprachforscher gegenüber gestellt werden, sowie Aspekte zu den Gründen, die zum Untergang des Wortes geführt haben. Hier eine Auswahl von ein paar besonders beeindruckenden und entzückenden Paradigmen, bei denen mitunter die automatische Rechtschreibprüfung anspringt, wenn sie das entsprechende Wort nicht kennt: Erfreien (heiraten), Gesicht (Sehkraft), Haberecht (Rechthaber, Harnprophet (Arzt), Liberey (Bibliothek), Meerschäumer (Seeräuber), Miethling (Söldner), Orlog (Krieg), Schwäher (Schwiegervater), Span (Streit Zwist) oder Sichermahl (Ziel).

Das Kapitel "Wortuntergang" gibt eine zusammenfassende Kategorisierung der unterschiedlichsten Gründe, die dazu geführt haben und nennt hierfür Wortbeispiele, die bereits im Lexikonteil besprochen wurden, wie Sprachökonomie (z. B. Gegitter, Kneipschenke, Lustreiz, Zobeltier), lautliche Veränderung (Alberkeit), misslungene Verdeutschung (Abgängling, beidleibig, Stachelschrift, Zeugemutter) Euphemismus (Kammerlauge, Privet), die Gesetze der sprachlichen Deutlichkeit (Einkindschaft, Ehehaft, Weltling) und Sicherheit (Bedrücknis), Artikulatorische Schwierigkeiten (vergeringeren), sowie semantische Bedingungen (ungeschmack) usw.

Ein umfassenden Literaturverzeichnis der lexikalischen Quellen und der Sekundärliteratur bilden den Abschluss von Osmans wissenschaftlichen Arbeit, die allen (sprach)historisch interessierten Lesern nicht nur als Nachschlagewerk, sondern auch als mitunter recht amüsante Lektüre empfohlen werden kann. Als Standardwerk sei das Büchlein besonders all jenen anempfohlen, die das im Alltag gebräuchliche, mit Anglizismen und Neologismen geschwängerte Konsumdeutsch gerne mit Elementen barocker und biedermeierlicher Bildhaftigkeit bereichen möchten. 5 "güldene" Amazonsterne!
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar


Datenschutzerklärung von Amazon.de Versandbedingungen von Amazon.de Umtausch- & Rücknahme bei Amazon.de