Der Autor ist Professor und Vorstand des Institutes für Interkulturelle Didaktik der Universität Göttingen. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Allge-meinen und Interkulturellen Didaktik , der Hochschuldidaktik , der Weiterbildung sowie der Unterrichtstechnologie.
" Ein Plädoyer für didaktische Vielfalt."
Wir leben in einer Zeit , da multikulturelle Eindrücke zunehmend unser Leben beein - flussen , bestimmen und verändern. Artenvielfalt in der Natur verstehen wir als lebens- und überlebensnotwendige Einrichtung .
In Bezug auf didaktische Vielfalt stehen Pädagogen noch am Anfang der Erprobung. Außer dem Vorhandensein didaktischer Vielfalt sprechen noch andere Gründe dafür, sich ihrer zu bedienen. Der Autor hebt 4 Gründe hervor:
1. Menschen verfügen über unterschiedliche Lernstile und infolgedessen auch über unterschiedliche Lernerfolge in unterschiedlichen Lernumgebungen , in unter - schiedlichen Rollen bei unterschiedlichen Lernaufgaben.
2. Menschen unterscheiden sich in Lernmotivationen und Lerninteressen.
3. Ein weiterer Grund ist die Verschiedenheit der Kompetenzen und der Wissensge-biete, zu deren Aneignung didaktische Praxis entwickelt wird. 4. Eine weitere Sichtweise des Autors , die er hervorhebt und die für die didaktische Vielfalt spricht , ist die Unterschiedlichkeit der Kontexte , in denen organisiertes Lernen stattfindet. Klar arbeitet der Autor heraus , daß auch materi-elle und personelle Ressourcen eine entscheidende Rollen spielen. Er verweist darauf , daß der gesetzliche und organisatorische Rahmen die An-wendbarkeit einzelner didaktischer Modelle einschränken oder erweitern. Karl-Heinz Flechsig zeigt weiterhin auf , wie sich didaktische Vielfalt durch integriertes und segregiertes Lernen in traditionalen Kulturen entwickelte. Anhand geschichtlicher Erkenntnisse und Erfahrungen verweist der Autor auf organisiertes Lernen im Kultur-kontakt und im Modernisierungsprozeß. Im letzten Abschnitt des Kapitels werden mir die Chancen der Vielfalt und das Kontextbewußtsein als Merkmale post-moderner Didaktik beschrieben . Auch erfahre ich, wie didaktische Modelle als Rekon-struktion von Unterrichtswirklichkeit wirken. Dabei zieht er vergleichbare Beispiele aus der Astronomie und Geographie hinzu , um mir sein Anliegen transparent aufzuzeigen.
Im zweiten Teil des Buches finde ich Beschreibungen der 20 didaktischen Modelle, die mir schnell einen aktuellen Überblick verschaffen.
Das vorliegende Buch ist verständlich geschrieben , klar strukturiert und übersichtlich gestaltet. Durch seinen logischen Aufbau sowie den geschichtlichen Abriß wird es meiner Meinung nach auch den Leser ohne umfängliche Vorkenntnisse ansprechen . Empfehlenswert scheint mir das Buch im Einsatz zur Lehreraus-,fort- und -weiterbildung.
Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis: · Ein Plädoyer für didaktische Vielfalt · Wie sich didaktische Vielfalt entwickelte · Didaktische Modelle als " Konstruktionspläne und Handlungsempfehlungen "
Annelies Bergmann