Ein Afrika-Lexikon, das im Titel ankündigt klein zu sein, will seine Defizite nicht verstecken. Weshalb es die Fairness gebietet, nicht auf ihnen herumzuhacken. Dennoch seien ein paar Mängel genannt: Ausgespart sind die nördlichen Staaten Marokko, Algerien, Tunesien, Libyen und Ägypten. Für diese Auswahl mag es Gründe geben, bei der Ankündigung „Afrika" sollte der Leser aber den ganzen Kontinent erwarten dürfen.
Alle anderen Staaten werden kurz und zufriedenstellend vorgestellt; die Stichwörter zwischen ihnen sind zwar gehaltvoll, doch ist dieser Gehalt meistens schwer aufzuspüren. Das Stichwort „Aids" gibt es nicht, kann auch nicht in einem Querverweis oder im nicht vorhandenen Register aufgespürt werden. Die Informationen finden sich dann bei „HIV/Aids". Auch das bekannte Lomé-Abkommen sucht der Leser anfangs vergeblich, findet es dann aber unter „Cotonou/Lomé-Abkommen". Globale Stichwörter wie „Landwirtschaft" oder „Öffentliche Verwaltung" finden sich zuhauf, das wirklich globale „Globalisierung" fehlt. Wer viel Geduld hat, mag die passenden Informationen finden, doch sollte gerade ein als Lexikon ausgezeichnetes Buch die Geduld seiner Nutzer nicht überstrapazieren.
Ein Letztes: Wohl um das Handbuch nicht zu überfrachten, wurde auf Personenporträts verzichtet. Stattdessen finden sich im siebenseitigen „Register wichtiger Personennamen" die entsprechenden Stellen ihrer Nennung. Beim Blättern durch dieses Register fällt auf, dass man über viele der Achebes und Kabilas, der Mandelas und Taylors gerne mehr erfahren würde als dürre Notizen im Zusammenhang mit ihren Staaten.
Als Fazit bleibt: Das Plus des kleinen Afrika-Lexikons ist sein Preis, für den es gerade dem Afrika-Einsteiger eine Menge an Informationen bietet. Das deutliche Minus ist die Handhabbarkeit, die bei einer eventuellen zweiten Auflage mit der Aufnahme von Querverweisen und einem Register deutlich gesteigert werden könnte.