Wie oft erleben wir in der Familie oder im Beruf Situationen, bei denen man an psychologische Hintergründe oder Erklärungen denkt - Probleme und Problemchen" gibt es genug in unserem Alltag. Man merkt die emotional aufgeladene Atmosphäre und wüsste zu gerne, wie man am besten damit umgehen kann. Ein kompliziertes Sachbuch zu lesen wäre zu anstrengend, und einen Psychotherapeuten würde man nur im Notfall hinzuziehen.
In seinem neuen Buch Die psychologische Hintertreppe" gibt uns Wolfgang Schmidbauer ein Kleines 1x1 der Seelenkunde" an die Hand, in dem man schnell einmal nachschlagen kann, wenn wieder einmal ein emotional aufgeladener Begriff im Alltag auftaucht. Mir gefällt besonders gut, dass hier anstelle von kurz gefassten allgemeinen psychologischen Erklärungen durchaus subjektiv formulierte Gedanken mitgeteilt werden. Bei manchen Stichworten spürte ich den Wunsch, mehr von diesem Autor zu diesem Thema zu lesen. Die Beiträge helfen, sich selbst und seine Mitmenschen besser zu verstehen und so das menschliche Miteinander lebenswerter zu gestalten.
Der Autor schreibt lebendig, er spricht bescheiden von seiner Küchenpsychologie" oder seiner Hintertreppenpsychologie". Das Buch ist leicht zu lesen und verständlich geschrieben, es spricht den Leser unmittelbar an - nicht nur, weil die meisten Beiträge nur zwei oder drei Seiten umfassen, sondern auch, weil sie die Gedanken des Lesers in eine neue Richtung lenken können. Und daraus kann dieser dann selber die Lösung seines Problems ermitteln. Das Buch ersetzt den älteren und lebenserfahrenen Mitmenschen, der einem nützliche Ratschläge geben kann. Leider haben viele Menschen so einen älteren Menschen nicht mehr in ihrem Umkreis.
Das Buch ist unbedingt zu empfehlen für jeden, der privat oder beruflich mit Menschen umgeht.