Daß die Bücher aus dem Hause Oculum in der oberen Qualitätsklasse angesiedelt sind, das ist man ja mittlerweilen schon gewohnt, der Kleine Mondaltas von Antonín Rükl macht da keine Ausnahme.
Es handelt sich um ein kompaktes, effizientes und für den praktischen Einsatz im Feld konzipiertes Kartenwerk. Die Anmerkungen zur Mondbeobachtung, den verschiedenen Grundbegriffen und Fernrohrtypen halten sich erfreulich kurz, im Zentrum steht dann der Kartenteil, wobei acht Karten die gesamte sichtbare Seite des Mondes abdecken, inklusive der durch die Liberation zusätzlich sichtbaren Anteile. Ein besonderes Schmankerl ist die doppelte Ausführung der Kartenteils: einmal auf dem Kopf stehende Karten für die Beobachtung mit einem Reflektor oder einem Refraktor ohne Zenitprisma und einmal spiegelverkehrte Karten für die Nutzer von Refraktoren oder katadioptrischen Fernrohren mit Zenitprimsa. So kann man die jeweils benötigte Darstellung frei auswählen und muß bei der Mondbeobachtung nicht mehr umdenken, da die Karten ja gleich dem Teleskopbild entsprechend orientiert sind, was das Zurechtfinden auf dem Mond unheimlich erleichtert.
Das von Atonín Rükl gezeichnete Kartenwerk dürfte allseits bekannt und über alle Zweifel erhaben sein. Wunderbar detailreiche Karten mit über 800 benannten Mondformationen lassen keine Wünsche offen und können von der Ästhetik her als eigene Kunstwerke für sich stehen.
Abgerundet wird das ganze durch ein Register, welches alle benannten Objekte aufführt und der selenographischen Lage bzw. den entsprechenden Kartenteilen zuordnet.
Aufgrund der historischen Wichtigkeit sind alle Apollolandeplätze auf den Karten eingetragen; besonders herausragende Formationen werden in einer zusätzlichen Abbildung in Wort und Bild kurz abgehandelt.
Es sei noch darauf hingewiesen, daß jemand, der einen Mondreiseführer sucht, hier falsch beraten ist, wer ein umfassendes und akkurates Kartenwerk zur schnellen Orientierung und Bennenung von Oberflächenstrukturen sucht, der wird im deutschsprachigen Raum kaum etwas Besseres finden.
Auf den 2008 folgenden Großen Mondatlas darf man sich jedenfalls schonmal getrost freuen!