Die hilfreichsten Kundenrezensionen
38 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die grüne Woge, 17. Mai 2004
Die Geschichte von Pinneberg und seinem "Lämmchen" erzählt auf wundervoll fantastische Weise das Leben eines jungen Paares in Zeiten größter deutscher Wirtschaftsnot, kurz vor dem Aufstieg der Nationalsozialisten - in Mecklenburg und der Großstadt Berlin. Das einfache Leben ist Dreh- und Angelpunkt des Romans, mit seinen Nöten und Problemen, seinen Ungerechtigkeiten und dem einen was trotz Elend und Arbeitslosigkeit nicht vergeht, "die grüne Woge" wie Fallada es umschreibt: Das, woran es sich bis heute noch festzuhalten lohnt, DIE finale Hoffnung: Liebe. Eine Parabel über Geld, Not, der jederzeit vorherrschenden Gefahr des menschlichen Niedergangs und dem kleinen "Murkel" - Symbol für Unschuld und Neuanfang. Der neben dem "Trinker" wohl berühmteste Roman Falladas versetzt die Leser in die ereignisreiche Zeit der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts. Wer hier eine vordergründige Gesellschaftskritik oder gar ein politisches Buch erwartet, wird enttäuscht sein. Fallada erzählt. Fallada erzählt vom Leben des einfachen Mannes und der einfachen Frau. Jedoch ist es diese einfache, oftmals unbedeutend erscheinende Art des Erzählens, die den Leser fesselt. Am Ende steht der Mensch als Teil der Gesellschaft im Wandel. Am Ende erkennt man in Falladas Roman sowohl die Not einer kleinen Familie, als auch die Not einer deutschen Gesellschaft. Im Ende ist das Buch beides: Menschheitskritik und Liebeserklärung an die Hoffnung. Groschenroman und Sozialepos. Ein Fallada fürs Leben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Geschichte von Pinneberg und Lämmchen, 3. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kleiner Mann, was nun? (Taschenbuch)
Die Geschichte vom Leben des kleinen Mannes Johannes Pinneberg machte Hans Fallada mit einem Schlage zum Schilderer par excellence des Kleinbürgertums in der Weimarer Republik. Der "Kleine Mann" wurde mehrmals verfilmt, in über zwanzig Sprachen übersetzt und in weit über einer Million Exemplaren gedruckt. Falladas Roman spiegelt die Not der Wirtschaftskrise um 1930 wider. Der Verkäufer Pinneberg wähnt sich dem Proletariat überlegen und strebt nach bürgerlichem Lebensstil. Kaum hat er sein "Lämmchen" geheiratet, beginnt der Kampf ums Überleben. Es folgt eine Geschichte vom sozialen Abstieg des "kleinen Mannes". Im Warenhaus Mandel muß Pinneberg lernen: Der kleine Mann hat zu arbeiten wie ein Pferd - oder er fliegt. In Falladas Roman steht das Warenhaus stellvertretend für die ganze kapitalistische Gesellschaft. Pinnebergs, wie alle kleinen Leute, beanspruchen wenig: Arbeit und ein bescheidenes Auskommen. Aber gerade das verweigert diese Ordnung. So steht am Ende weder eine Lebensperspektive für den anständigen "kleinen Mann" noch eine politische Antwort, sondern die Flucht in die private Idylle. Manfred Orlick, Halle (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
26 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk des 20. Jahrhunderts, 12. Oktober 2004
Pinneberg ist einfacher Angestellter als er seine Freundin, genannt Lämmchen, kennen lernt und sie schließlich heiratet. Als kleiner Mann während der Weimarer Republik muss sich Pinneberg mehr schlecht als recht durchschlagen, bis er schließlich seine Anstellung verliert. Hans Fallada beschreibt in seinem Werk die Nöte der Arbeiter- und Angestelltenklasse, wobei auch die politischen Schwankungen zwischen links und rechts orientierten Gruppierungen immer wieder in den Roman einfließen und dem Leser die dramatische Zuspitzung der finanziellen und sozialen Situation der einfachen Bevölkerung sowie der wachsenden Tolerierung extremer Parteien verdeutlicht. Auch heute dient Falladas Roman angesichts wachsender Arbeitslosigkeit und politischer Unzufriedenheit als Mahnmal zur Bewahrung von Demokratie und freier Willensbildung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|