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Kleine Schwester
 
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Kleine Schwester [Gebundene Ausgabe]

Martina Borger , Maria E. Straub
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 216 Seiten
  • Verlag: Diogenes (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257063172
  • ISBN-13: 978-3257063172
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (35 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 396.182 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Es war alles so schön geplant: Die Jessens wollten dem fünfjährigen Heimkind Lotta ein neues Zuhause geben - und mit ihr endlich eine 'richtige' Familie werden. Doch mit dem Einzug von Lotta, Lillys 'kleiner Schwester', beginnt eine Katastrophe, die unerbittlich auf ein erschreckendes Ende zusteuert. Nur die zwölfjährige Lilly versucht im letzten Moment, die Tragödie abzuwenden ..

Über den Autor

Maria Elisabeth Straub wurde 1943 in Schleswig-Holstein geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik und arbeitet seit 1970 als freie Autorin. Sie lebt im äußersten Norden Deutschlands. Die Titel 'Katzenzungen', 'Kleine Schwester' und 'Im Gehege' schrieb sie gemeinsam mit Martina Borger.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Isolation, 19. Februar 2006
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kleine Schwester (Gebundene Ausgabe)
Auch ich kam über das ebenfalls gelungene Buch "Katzenzungen" zu "Kleine Schwester". Ehrlich gesagt, reiße ich mich nicht darum, Sozialstudien, und um eine solche handelt es sich hier, sehr gut in die Gedankenwelt eines Kindes verpackt, über schwerst vernachlässigte Kinder zu lesen. Borger und Straub, ein Duo, das ich im Auge behalten werde, ist jedoch gleichermaßen mit Spannung und Entsetzen zu lesen. Schon früh kann man ahnen, wohin die Geschichte führen wird.
Die Pflegemutter ist labil, egozentrisch und verfügt über sehr unzureichende soziale Fähigkeiten, obwohl sie von Beruf Erzieherin ist. Ihr an sich sympathischer Mann liebt sie sehr, ist jedoch schwach und ordnet sich stets unter. Die leibliche Tochter, die "Große Schwester" aus deren Sicht das Buch geschrieben ist, ist für ihr Alter zu alt, wie es viele Kinder sind, die im Grunde keinen Halt und keine Führung in ihrem jungen Leben erfahren. Und die "Kleine Schwester"? Die ist schwer verhaltensgestört, vielleicht auch debil.

Der Erzählung soll eine wahre Begebenheit zu Grunde liegen. Das ist leider leicht zu glauben, wenn man an entsprechende Zeitungsberichte, die in belastender Regelmäßigkeit erscheinen, denkt. Die Erzählung greift auch das Versagen von Jugendämtern auf; die mit dem Fall betraute Mitarbeiterin ist nicht kompetent und beim Ortswechsel bleibt die Zuständigkeit der unterschiedlichen Behörden auf der Strecke. Das Buch zeigt nachdrücklich aber auch die Hauptgefahr für derartige Ungeheuerlichkeiten in Familien auf: Die Isolation. Es ist einfach niemand da, der hinter die Kulissen dieser Menschen sieht. Zum einen natürlich, weil die Fassade, an der alle Familienmitglieder mitwirken, ja genau das bewirken soll. Zum anderen aber auch, weil wir, "die Gesellschaft" uns nur allzu gerne mit der Oberfläche zufrieden geben. Alles andere ist unbequem, zeitaufwendig und verlangt unter Umständen unangenehme Einmischung.(Warum trinkt die Kollegin bereits am Vormittag? Warum schreibt ein kleines Mädchen einen merkwürdigen Aufsatz?) Auch die Schwester der Pflegemutter, die ein sehr realistisches Bild von der Situation hat, ergreift lieber die Flucht und bleibt weg, als sich die Situation zuspitzt. Das Buch endet wie befürchtet. Traurig. Niemand hat das gewollt. Aber es ist passiert. Und es wird wieder passieren.

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32 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Warum?, 26. Januar 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Kleine Schwester (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte ich ja nur mal ein leichtes Buch für Zwischendurch lesen. Weit daneben gegriffen! Dieses Buch entwickelt einen Sog und eine Spannung, dass man es nicht mehr aus der Hand legen mag. Und trotzdem blieb am Ende eine etwas schales Gefühl zurück, von dem ich nicht weiß, liegt es an der beinahe unerträglich spannenden Geschichte, die wohl niemanden unberührt lässt, oder liegt es daran, dass ich mir beim Lesen wie eine Voyeuristin eines schrecklichen Geschehens vorkam.

Die zwölfjährige Lilly sitzt in der Polizeiwache und wird befragt, nachdem ihre Eltern Carl und Ela festgenommen wurden. Sie schweigt, lässt aber gedanklich die schrecklichen Ereignisse, die sich in der Familie wie eine nicht abzubremsende Achterbahnfahrt ereigneten, Revue passieren. Dabei begann alles so harmonisch. Ela, Carl und Lilly dar "Urbild" einer Bilderbuchfamilie. Lilly vergöttert ihre beiden Eltern, die sich nur Ela und Carl nennen darf, und fühlt sich geborgen. Den ersten Einbruch in diese Idylle gibt es, als Lilly infolge eines Selbstmordversuchs von Ela, die sich nicht damit abfinden kann, dass sie kein zweites Kind mehr bekommen kann, mehrere Monate während des Krankenhausaufenthaltes der Mutter bei der strengen, aber gerechten Großtante Bella verbringen muss. Sie ahnt, dass sich etwas Schlimmes ereignet hat, die Wahrheit wird ihr aber bewusst vorenthalten. Fröhlich und voller Tatendrang kommt Ela wieder zurück nachhause, von dem Wunsch besessen jetzt und sofort eine Pflegetochter zu bekommen, damit die Familie "komplett" ist und überhört sämtliche Vorbehalte der Familie. Schnell ist eine "geeignete" Pflegetochter gefunden, die als erstes direkt umbenannt wird, und fortan Lotta heißt. Dieses Mädchen entwickelt sich nun aber nicht so, wie Ela das erwartet hat. Sie macht in die Windeln, bevorzugt nur Breinahrung und spricht wenig, ein entwicklungsverzögertes Kind, das Förderung und viel Liebe benötigt um den Rückstand wieder aufzuholen. Ela, die sich zunächst Mühe gibt, das Kind zu integrieren, resigniert bald, fühlt sich überfordert und ist zutiefst enttäuscht von dem nicht ihren Erwartungen entsprechenden Kind. Hinzu kommt ein Umzug und eheliche- und finanzielle Probleme. Carl, der eine Umschulung macht und ansonsten nur an seinem Motorrad rumbastelt, der Ela aber gleichzeitig ergeben ist, und ihr keinen Wunsch abschlagen kann, ist letztlich auch nur an sich selbst interessiert. Ela kapselt sich in dem neuen Haus ein und geht jedem Kontakt, sowohl zur Familie als auch in der Nachbarschaft aus dem Weg. Sie verliert bald ihre Stelle als Kindergärtnerin und spricht mehr und mehr dem Alkohol zu und gleitet ab. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf......

Mehr soll hier nicht vom Inhalt verraten werden. Bei all dem stellt sich mir immer wieder die Frage: Warum?
Warum blicken alle weg, die Familie, das Jugendamt, die Nachbarn, die Lehrer, obwohl Lilly, die Einzige, die sich noch um die "kleine Schwester" kümmert, in ihrer Angst umd Sorge doch deutliche Signale gibt, aber aber aus Loyalität gegenüber ihren geliebten Eltern nicht wagt deutlicher zu werden? Erst im letzten Moment versucht sie die Tragödie abzuwenden.
Warum mussste es erst so weit kommen, bevor eingegriffen wurde?

Die Geschichte basiert auf wahren Begebenheiten d.h. aus einer Prozessgeschichte, die im Spiegel veröffentlicht wurde und macht somit das Lesen dieser Familientragödie noch unerträglicher.
Das Buch ist in einer kindlich-schlichten Sprache geschrieben, der Sprache Lillys: "Ich glaub, dass jedem Menschen auf der Welt alles passieren kann, daß er ganz schreckliche Dinge tut, die er eigentlich garnicht tun will." Wir sind nur irgendwie ins Unglück geraten, alle zusammen. Wir haben nie etwas Böses gewollt, wir wollten nur eine glückliche Familie sein, sonst nichts."

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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen unglaublich, tragisch - Emotionen pur!, 11. Oktober 2005
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kleine Schwester (Taschenbuch)
Eigentlich fing ja alles ganz harmlos an: Ela wünscht sich ein zweites Kind um aus ihnen eine "richtige" Familie zu machen. Nach zahlreichen Versuchen sowie einem Selbstmordversuch stellt sich heraus dass Carl keine Kinder mehr zeugen kann. So beschließen die Eltern ein Pflegekind aufzunehmen. Die fünfjährige Lotta wird mit viel Liebe und Enthusiasmus aus dem Kinderheim geholt - alles scheint perfekt zu sein. Leider gebärdet sich Lotta nicht so wie es sich die Erzieherin Ela sich das vorstellt und die anfängliche Begeisterung schlägt sehr bald ins Gegenteil um.

Carl ist mit den nun folgenden tragischen Ereignissen um ihn herum völlig überfordert und widmet sich nur noch seinem Motorrad und der Umschulung zum Krankenpfleger; Die schöne aber neurotische Ela verliert wegen Trunkenheit ihre Stellung im Kindergarten. Das wiederum löst nicht nur finanzielle, sondern auch weitere emotionale Probleme aus - für Ela ein weiteren Anlass zur Flasche zu greifen. Nur die zwölfjährige Lilly kümmert sich noch ab und zu um die im Keller dahinvegetierende Lotta.

Borger und Straub setzen den Roman an als Ela und Carl von der Polizei abgeholt werden. Auch Lilly wird zur Befragung in das Präsidium mitgenommen. Die Polizei will von ihr erfahren wie sich diese Tragödie ereignen konnte und warum sie nichts dagegen unternahm.

Doch wie begann diese Katastrophe, wie und warum wurde diese Familie zu einem unberechenbaren Monster? Berichtet wird diese Tragödie aus der Sicht und auch mit den einfachen Worten der zwölfjährigen Lilly, ohne übertriebene kindliche Naivität, in kurzen prägnanten Sätzen. Obwohl sie stumm vor der Vernehmungsbeamtin sitzt lässt sie uns teilhaben am Ablauf der Geschehnisse und beginnt zu begreifen, dass diese unglaublichen Vorgänge um sie herum ungewollt aber doch so menschlich wie nachvollziehbar sind. Vorverurteilungen sind hier völlig unangebracht, es steht immer nur die einzige Frage im Raum: "Warum?". Das Ungeheuerliche und das völlig normale sind untrennbar miteinander verbunden, Abgründe tun sich auf.

Flüssig und spannend geschrieben versinkt dieser Entwicklungsroman nie in Voyeurismus, er macht nachdenklich und betroffen. Die Stimmungslage pendelt ständig zwischen Verständnislosigkeit und Mitleid, zwischen absoluter Abscheu und Mitgefühl. Obwohl man von der ersten Seite an die schwären Schatten ahnt, entwickelt sich die Handlung scheinbar harmlos; erst spät merkt der Leser dass sich das Schreckliche nicht mehr abwenden lässt. Dieser Psychothriller lässt einen nicht mehr los - auch nicht nach dem letzten Satz; schockierend real zeichnet er den langsamen und unaufhaltsamen Zerfall einer heilen Familie nach - keine Verbrecher, nur Opfer - kein Happy End!

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