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Kleine Schweinereien: serviert vom Autor des Bestsellers »Geständnisse eines Küchenchefs« [Taschenbuch]

Anthony Bourdain , Robert Brack
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Einen so intimen Blick hinter die Küchentür hat uns bisher noch kein Koch gestattet– schreiend komisch und respekteinflößend.« (Wolfram Siebeck)

Klappentext

»Einen so intimen Blick hinter die Küchentür hat uns bisher noch kein Koch gestattet- schreiend komisch und respekteinflößend.«
Wolfram Siebeck

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Anthony Bourdain, geboren 1956 in New York, gelang mit seinem autobiografisch durchwirkten Buch „Geständnisse eines Küchenchefs“ ein Welterfolg, seitdem legte er u.a. "Ein Küchenchef reist um die Welt" und "So koche ich" sowie mehrere Kriminalromane vor. Mit drei Jahren konnte er lesen, mit sechs hörte er Miles Davis, mit zwölf rauchte er seinen ersten Joint. Seit seinem 17. Lebensjahr arbeitet Bourdain in der Küche. Er studierte am College von Vassar und absolvierte seine Fachausbildung am Culinary Institute of America (CIA). Rund zehn Jahre lang führte er die Brasserie Les Halles in New York. Seine Fernsehserien „A Cook's Tour“ und "Eine Frage des Geschmacks" fanden in vielen Ländern großen Anklang.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

PROLOG
Gestern war ich auf Robbenjagd. Um acht Uhr morgens kletterte ich eingewickelt in ein Rentierfell ins Kanu und fuhr hinaus auf das gefrierende Wasser der Hudson Bay, zusammen mit meinen Inuit-Führern und einem Kamera-Team. Um drei Uhr nachmittags saß ich im Schneidersitz auf einem mit Plastik ausgelegten Küchenboden und sah zu, wie Charlie, mein Gastgeber, seine Familie und einige Stammesältesten fröhlich lachend in den Seehundkörper stachen und rohes Fleisch, Speck und Hirn aus dem gerade erlegten Fang schnitten. Die Großmutter schrie vor Begeisterung, als Charlie den Schädel der Robbe aufbrach und das Hirn freilegte – und schon steckte sie ihre Finger in die wabbelige Masse. Der Junior machte sich derweil an einer Niere zu schaffen, während die Mama mir großzügig einen Augapfel (das Beste vom Tier) aufschlitzte und demonstrierte, wie man das Innere heraussaugt. Es sah ein wenig so aus, als würde man an einer überdimensionalen Weintraube lutschen. Von allen Seiten machten sich die Familienmitglieder daran, den Seehund zu zerteilen, und hielten nur inne, wenn es darum ging, ein besonders schmackhaftes Stück zu verschlingen. Schon bald waren ihre Hände und Gesichter mit Blut beschmiert. Alle im Zimmer lachten und stießen Freudenschreie aus, obwohl das Ganze so wirkte wie diese Szene aus »Die Nacht der lebenden Toten«, als das Blut (jede Menge davon) über den Fußboden fließt. Im Fernsehen, nebenan im Wohnzimmer, lief gerade die Wiederholung einer »Bonanza«-Folge, als Mama ein Stück von Schnauze und Bart abschnitt und mich aufforderte, es an den dicken, strohähnlichen Haaren zu packen und an dem kleinen rosa Kern zu knabbern, der sich in dem lederartigen Fleisch verbarg. Nachdem sie einige Probierhappen von rohem Robbenhirn, von Leber und Niere sowie ein Rippenstück und etwas Speck verzehrt hatte, kroch eine der Stammesältesten über den Fußboden und holte von irgendwoher eine Schale mit gefrorenen Brombeeren. Sie nahm sich eine Handvoll davon, rollte sie im Innern des Seehundkörpers herum, vermischte sie mit Blut und Fett und bot sie mir an. Sie schmeckten köstlich.
Man kann das nicht mit Worten beschreiben. Wirklich nicht. Oder vielleicht kann nur ich es nicht mit Worten beschreiben. Meine Schilderung der aufregenden Ereignisse dieses Tages wirkt hoffentlich grobschlächtig genug … aber wie üblich fasse ich mich zu kurz. Wie soll man dieses Gefühl von Nähe und Intimität beschreiben, das in dieser sonst so gewöhnlich aussehenden Küche herrschte? Oder die Art und Weise, wie die fünfzehnjährige Tochter und ihre fünfundachtzigjährige Großmutter sich einander näherten und praktisch Nase an Nase mit ihrem »Kehlgesang« begannen. Zuerst bestand der Gesang nur aus Grunzen und speziellen Atemübungen zur Einstimmung, dann wurde gesungen, und die Töne und Worte kamen von irgendwoher, aber eindeutig nicht aus ihren Mündern, sondern von … woanders? Diese schlichte und ungebremste Freude (und der Stolz), mit der sie die Robbe zerlegten – wie kann ich die Schönheit dieser Handlung beschreiben? Oder den Anblick von Charlie, dessen ganzes Gesicht mit Blut verschmiert war, dem es sogar vom Kinn tropfte … die Großmutter, die mit gespreizten Beinen dahockte und mit einem sichelförmigen Gerät über den Speck strich, um Streifen von schwarzem Seehundfleisch abzuschaben … Wie kann ich sie sympathisch machen und sie so schön beschreiben, wie ich sie in diesem Augenblick gesehen habe?
»Ohne die Robbe wären wir nicht hier«, sagte Charlie. »Ohne sie könnten wir nicht leben.« Eine wahre Aussage, aber keine Erklärung. Man muss schon die Kälte dort oben gespürt haben, diese Landschaft gesehen haben, in der es viele hundert Meilen weit keinen einzigen Baum gibt. Man muss schon mit Charlie draußen gewesen sein, so wie ich, auf dem gefrierenden Wasser der Bay, die beinahe die Ausmaße eines Ozeans hat, und beobachtet haben, wie er über ein dünnes Stück Eis läuft, um den erlegten Seehund zurück zum Kanu zu bringen. Oder die schicksalergebenen Stimmen der anderen Jäger über das Funkgerät gehört haben, die in einen Schneesturm geraten waren, dem sie die ganze Nacht ohne Schutz und ohne Feuer ausgeliefert sein würden. Man muss einfach in dieser Küche dabei gewesen sein. Eine Fotografie würde das alles nicht richtig rüberbringen können. Ich mache oft Fotos auf meinen Reisen, später betrachte ich sie mir dann – und stelle fest, dass sie leider nur einen erbärmlichen Abklatsch der Stimmung des jeweiligen Ortes und des Gefühls, das dort herrschte, einfangen. Ein Video aufnehmen? Das ist wieder eine ganz andere Sprache. Man übersetzt das, was man auf Griechisch erlebt hat, ins Lateinische und schneidet das, was man von Orten und Menschen aufgenommen hat, so, dass es zwar lebendig oder dramatisch und witzig wirkt, aber dennoch anders ist. Vielleicht hätte nur die Musik genug Kraft, einen Ort oder eine Person wieder so nah zu bringen, dass man sogar ihren Geruch wieder in der Nase hat. Aber ich kann leider nicht Gitarre spielen.
Fragmente. Ausschnitte aus dieser seltsamen Reise und diesem breit gefächerten, uneinheitlichen, aber wundersamen Leben, das ich jetzt führe. So ging es die ganzen letzten fünf Jahre. Immer in Bewegung, zuerst neun, dann zehn, dann elf Monate im Jahr. Ich habe vielleicht drei oder vier Nächte pro Monat in meinem eigenen Bett verbracht – den Rest in Flugzeugen, Autos, Zügen, auf Hundeschlitten, in Segelbooten, Hubschraubern, Hotels, Langhäusern, Zelten, Hütten und im Dschungel. Ich bin so eine Art Handlungsreisender geworden oder ein bezahlter Wanderer, gleichzeitig gesegnet und verflucht mit dem Auftrag, die Welt zu bereisen, bis ich nicht mehr kann. Ist schon verrückt, was passiert, wenn die eigenen Träume wahr werden.
Mein Freund A.A.Gill sagte einmal, er habe das Gefühl, je älter er werde und je mehr er reise, umso weniger wisse er. Ich verstehe jetzt, wie er das gemeint hat. Wenn man diesen Planeten aus der Perspektive betrachtet, die ich eingenommen habe, stößt man ständig darauf, dass man das meiste nicht kennt – und darauf, dass es noch so unendlich viel mehr zu entdecken gibt, und daran erinnert wird, dass wir in einer riesigen und geheimnisvollen Welt leben. Das ist frustrierend, aber es macht auch süchtig, und dadurch wird es wieder schwierig. Denn wenn man zum Beispiel zum ersten Mal nach China kommt und herausfindet, was es dort alles noch zu sehen gibt – hat man leider zu wenig Zeit, um es kennenzulernen. Auf diese Weise hat mein ohnehin schon absurdes Leben noch eine zusätzlich wilde, unkontrollierbare Qualität bekommen und damit etwas, das einen in Verzweiflung und Resignation treiben kann.
Reisen verändert. Wenn man sich durch dieses Leben und diese Welt bewegt, verändert man die Dinge ganz leicht, man hinterlässt Spuren, auch wenn sie ganz unscheinbar sind. Im Gegenzug hinterlässt das Leben – und das Reisen – Spuren in einem selbst. Meistens sind diese Spuren, die sich am Körper oder im Herzen finden lassen, schön. Oftmals allerdings schmerzen sie. Wenn ich auf die letzten fünf Jahre zurückblicke, seit ich dieses anstößige, hochtourige Erinnerungsbuch geschrieben habe, das mich aus der Küche hinaus in einen endlosen Tunnel voller Druckkabinen und Flughafen-Lounges katapultiert hat, lebe ich in einem rauschähnlichen Zustand, in dem tausende Fragmente auf mich einprasseln und um Aufmerksamkeit buhlen. Manche sind gut, manche schlecht, manche machen Spaß – und einige sind so quälend, dass man sie vergessen möchte. Wie wohl auch die Stücke in dieser Sammlung.
In den letzten Jahren habe ich sehr viel für Zeitungen und Zeitschriften geschrieben, und in dieses Buch haben die (wie ich hoffe) besseren Happen Eingang gefunden. Einiges davon ist leider nicht mehr ganz aktuell oder eindeutig für britische oder australische Publikationen geschrieben. Aus diesem Grund habe ich zum Schluss Anmerkungen hinzugefügt, um Notwendiges zu erklären (oder zu entschuldigen). Ich habe diese Artikel aus den gleichen Gründen...
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