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Kleine Philosophie der Naturwissenschaften.
 
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Kleine Philosophie der Naturwissenschaften. [Taschenbuch]

Peter Janich
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 206 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (25. März 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406420036
  • ISBN-13: 978-3406420030
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 11,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Literatur

Wissenschaftstheorie

Dass «Wissenschaft Treiben als Forschen, als Lehren, als Anwenden von Resultaten usw. immer menschliches Handeln» sei und dass sich «Wissenschaften allmählich aus dem täglichen Leben heraus» entwickelt hätten, erläutert in seinem neuesten Buch der Marburger Philosophieprofessor Peter Janich. Das Buch heisst zwar «Kleine Philosophie der Naturwissenschaften», aber in seiner Diktion und seiner Erklärungsrhetorik wendet es sich mehr an Philosophen als an Naturwissenschafter. Janich beschreibt, was Wissenschaftstheorie ist und welche Richtungen und Modelle es gibt, und er zeigt, wie die Einschätzung von Forschungsergebnissen vom Wissenschaftsverständnis und wie dieses vom Wissen abhängt. Wissensbildung als gesellschaftsimmanentes Merkmal und die Wissenschaften überhaupt sieht Janich als «zweckrational»: «Naturwissenschaften beziehen ihre Gegenstände aus vor- und ausserwissenschaftlichen Praxen und entwickeln sie durch Verfeinerung von Methoden im technischen wie im begrifflichen Bereich zweckrational weiter.» Die Zweckgebundenheit der Forschung fasst er so weit, dass auch die Grundlagenforschung darin Platz hat, denn auch sie verfolgt schliesslich, wenn auch längerfristig, einen Zweck. Nach «Kriterien der Zweckrationalität» unterliegen Forschung und Wissenschaft der Kritik und werden dadurch in die Kultur eingebunden. Auch die Naturwissenschaften sind «Kulturleistungen», weil «sie immer schon auf einer bestimmten Kulturhöhe technischen und begrifflichen Verfügens als Mittel für (dieser Kulturhöhe angemessene) Zwecke entwickelt werden». Ob das Buch tatsächlich dazu befähigt, «über Wissenschaften kompetent mitreden zu können», wie der Autor möchte, hängt sicher noch vom Leser ab.

Stefana Sabin

Peter Janich: Kleine Philosophie der Naturwissenschaften Becksche Reihe, Band 1203, München 1997. 208 S.

Kurzbeschreibung

Mit der Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften gibt Peter Janich zugleich einen gut verständlichen Überblick über Wissensbildung und Wissenschaftstheorie. Wissenschaft entsteht ihm aus lebensweltlicher Praxis; Wissensinhalte sind nicht als vom Menschen unabhängige "Ideen" vorhanden, die der Naturwissenschaftler zu erkennen trachtet, sondern am Erkenntnisbedarf ausgerichtet. Lange bevor Menschen Wissenschaft trieben, haben sie sich ernährt, Felder angelegt und Nutztiere gehalten, haben sie sich gegen wilde Tiere und Witterungseinflüsse geschützt. Der Jäger und Sammler brauchte vielleicht Entfernungsangaben und damit ein Längenmaß, aber noch kein Flächenmaß; dies wurde erst mit dem Ackerbau und in ihrem Gefolge der Landvermessung gebraucht. Kurz: Meter und Quadratmeter sind nicht immer schon, sondern erst dann vorhanden, wenn sie vom Menschen benötigt und daher erfunden wurden. An den Bereichen Geometrie, Zeitmessung, Stoffkunde, Chemie und Biologie macht Janich deutlich, daß aller Wissenschaft lebensweltliche Praxis vorausgeht, auf der sie aufbaut, um sich dann die Spielregeln der unparteiischen Objektivität zu geben, aus der nur subjektiv erfahrbares Wissen verbannt erscheint. Wissenschaftliche Erfolge werden dadurch nicht herabgemindert. Wohl aber wird deutlich, daß alle Erkenntnis menschlichen Zwecken dient und daß keine unabhängig von menschlicher Erkenntnis existierenden, nur eben noch unerkannten Erkenntnisgegenstände sinnvoll anzunehmen sind.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Janichs kulturalistischer Ansatz ist insofern richtig, dass es trivialerweise wahr ist, dass Wissenschaft immer auch in lebensweltlicher Praxis gründet und besteht. Deswegen zielen aber dennoch die Inhalte von Behauptungen, Vermutungen und anderen Wahrheitsansprüchen ebenso sehr wie ihre verschiedenen epistemischen Bewertungen auf etwas, das diese menschliche und kulturelle Praxis transzendiert. Wissensansprüche sind tatsächlich nicht vom Menschen unabhängig, wohl aber deren informativen Gehalte selbst.

Seine kulturalistische Wissenschaftstheorie hat darin Recht, dass selbst die Naturwissenschaften ihre Methoden und Praktiken aus vor- und ausserwissenschaftlichen Wissensfromen beziehen und entwickeln, indem sie sie technisch wie begrifflich verfeinern und verbessern. Deswegen ist aber nicht alles an einer seriösen Forschung reine Zweckgebundenheit und insbesondere nicht die Grundlagenforschung.

Auch wenn wissenschaftliche Forschung und Lehre gewissen Kriterien der Zweckrationalität unterliegen, orientieren sich seriöse Forscher immer auch an gewissen Kriterien der epistemischen und ethischen Rationalität, die nicht rein zweckrational sind. Von ihnen hängt es sogar ab, ob wir es tatsächlich mit seriöser Forschung zu tun haben. Es mag in der Tat sein, dass die meisten Wissenschaftler und die sog. normale Wissenschaft in der Verfolgung von externen Zwecken und heteronomen Zielen aufgeht, aber wissenschaftliche Entdeckung im eigentlichen Sinne transzendiert diese soziale und kulturelle Ebene der wissenschaftlichen Praxis.

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