Wenn Sie in das Thema einsteigen möchten oder als "normal" Geschichtsinteressierter etwas über die größte Stadt am linken Niederrhein wissen möchten, ist dieses Buch genau richtig: gut verständlich geschrieben, aufgelockert mit vielen Bildern, liefert es einen Abriss der letzten 80.000 Jahre der Entwicklung dieser Stadt. Keine Sorge, die Zeit von den Neanderthalern bis zu den Römern wird sehr kurz abgehandelt, denn richtig los geht es erst im Mittelalter.
Durch die kompakte Darstellung werden viele Zusammenhänge klarer, z.B. der Einfluss der Klöster, der katholischen Kirche und der Revalität zwischen den Konfessionen auf die Stadtentwicklung, deren Auswirkungen teilweise bis heute spürbar sind. Dass schon seit etwa 1900 - zunächst erfolglos - versucht wurde, die rivalisierenden Nachbaren Rheydt und Gladbach zusammenzuschließen, dürfte für viele Leser neu sein und die bis heute noch nicht ganz überwundene Grenze in den Köpfen erklären.
Mönchengladbach ist ein deutsches Kuriosum insofern, als die erst 1929 im Rahmen der kommunalen Neuordnung zusammengeführte Stadt von den Nazis auf Betreiben des gebürtigen Rheydters Josef Goebbels 1933 in die beiden Städte München-Gladbach und Rheydt geteilt wurde. "Diese Städtetrennung blieb ohne Parallele".
Die Zeit nach 1975, als im Rahmen der kommunalen Neuordnung Rheydt wieder nach Mönchengladbach eingemeindet wurde, wird leider kaum noch beschrieben, obwohl diese Zeit für das Verständnis des Heute sicher auch wichtig wäre.
Das Buch enthält eine ausführliche Zeittafel (bis 2004!), ein ausführliches Orts- und Personenregister und eine Sammlung relevanter Internetadressen. So eignet es sich gut auch als Nachschlagewerk.