Die Kunst, die es in der DDR gab, wird allzu schnell als reine Auftragskunst deklassiert, bei der die Partei die Maßgaben gab. - So auch in der Literatur. Dass es Auftragsliteratur gab, ist bekannt, aber auch in der DDR gab es ein breites Spektrum in der Literatur, die ob der häufig geübten, aber gut versteckten und verdeckten Systemkritik auch sehr interessante Fassetten birgt. Wolfgang Emmerich hat sich mit der Literaturgeschichte der DDR beschäftigt, die wichtigsten Fakten zusammengetragen, Werke interpretiert und in die Entstehungszeit eingeordnet und gibt so einen interessanten Überblick über die Entwicklung der Literatur in der DDR. Dabei endet das Buch nicht mit dem Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzen, sondern bearbeitet auch die Nachwendezeit. Im Anhang findet sich dann neben einem ausführlichen Literaturverzeichnis auch noch eine Zeittafel in der parallel für jedes Jahr die literarisch und kulturpolitischen Ereignisse und die Hauptwerke der DDR-Literatur aus den unterschiedlichen Genren aufgelistet sind. Alles in allem ein sehr interessantes Buch, auch wenn in die Literaturgeschichte meiner Meinung nach ein wenig zu viel westliche Ideologie eingegangen ist, was eine objektive Beurteilung der DDR-Literatur problematisch macht. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)