Gefesselt hat mich von der ersten bis zur letzten Seite der Erzählstil des Buches: spannend, authentisch, glaubhaft!
Berührt wurde ich tief im Herzen von der Art, wie sich die Autorin den großen Herausforderungen ihres Lebens stellte.
Schockiert bin ich zum einen von dem verantwortungslosen Verhalten des Bruders, der vielleicht bis heute an das "absolut sichere Verbrechen" glaubt - nicht zuletzt, weil er sich des Rückhalts der gesamten Familie sicher ist; zum anderen von dem Verhalten der Familie, nachdem Raphaela endlich den Mut gefunden hatte, das Schweigen zu brechen. Nicht einmal jetzt hat sie die Unterstützung der Familie, erlebt hingegen Ausgrenzung, Verleumdung. Und das in einer angeblich katholischen Familie. "Gelebter Glaube"? Fehlanzeige!!!
Befreiend ist das Ende des Buches. Die Autorin erhebt sich von der Anklagebank, auf die sie von den nächsten Angehörigen verbannt wurde und ändert an dem vielleicht dunkelsten, aber auch entscheidendsten Punkt ihres Lebens die Richtung ihres Weges und geht Schritt für Schritt einer wundervollen Freiheit entgegen.
Alle Achtung, Frau Schaner! Ihr Mut und Ihre Stärke haben bei mir einen tiefen Eindruck hinterlassen!