"Kleine Helden - Große Wut" (2007) reiht sich als zweiter Band in die Kleine-Helden-Reihe mit "Kleine Helden - Großer Mut" (2006), "Kleine Helden - Dicke Freunde" (2008) und "Kleine Helden - Starke Typen" (2009) von Angelika Bertram und Jens-Uwe Rogge ein. Allen 4 Geschichten-Bänden ist gemein, das sie ein ganz bestimmtes Kinderthema zu Grunde liegen haben und über die einzelnen Geschichten den kleinen Lesern (bzw. Zuhörern) das Thema in unterschiedlichen Sichtweisen und häppchenweise näher bringen. Dabei ist der seltsame Geschichtenerzähler Jau-Jau quasi der Rote Faden durch die einzelnen Geschichten bzw. über die gesamte Buchreihe hinweg.
In "Kleine Helden - Große Wut" geht es um den kleinen Rudi, der sich über seine Eltern... ach was, eigentlich über alles und jeden aufregt, weil er nie das darf, was er will. Immer bekommt er verboten, nichts klappt und irgendwann ist es so weit, dass er vor Wut in die Luft geht. In diesem geschichtenbuch passiert das dann tatsächlich und Rudi landet auf einer roten Wutwolke. Hier trifft er den Geschichtenerzähler Jau-Jau, der ihm erklärt, dass nur wer seine Wut in den Griff bekommt, auch wieder von dieser Wolke runter kommt. Und damit Rudi das auch schafft, zeigt ihm Jau-Jau viele andere Personen oder Lebewesen (z.B. ist auch ein Drache dabei), die ebenfalls mit ihrer Wut zu kämpfen hatten. Und in einer kleinen Geschichte zu jeder dieser Personen/Lebewesen erzählt Jau-Jau, wie diese ihr Wut in den Griff bekommen haben. Und Rudi lernt dabei, zum einen seine Wut nicht zu unterdrücken, sie aber gleichzeitig auch zu kontrollieren. Und natürlich findet er am Ende den Weg zurück nach Hause.
Rudis Reise mit Jau-Jau auf der Wutwolke ist die Rahmenhandlung des Buches und wird fettgedruckt zwischen den einzelnen Geschichten erzählt. Die Geschichten wiederum sind vollkommen unanbhängig voneinander, teilweise skurril, teilweise sehr lustig, teilweise aber auch durchaus nachdenklich. Dabei haben sie jeweils eine Länge von 10 Vorlese-Minuten und sind somit besonders gut als Gute-Nacht-Vorleseritual geeignet, wobei man dann sich durchaus noch auf Fragen der kleinen Zuhörer einstellen sollte. Auf charmante Art wird dabei den Kindern aufgezeigt, dass Wut an sich "stinknormal" ist, es aber darauf ankommt, richtig mit ihr umzugehen. Dabei bleibt der erhobene Zeigefinger verschwunden und auch die Kernmoral der geschichten kommt weder oberlehrerhaft noch künstlich oder aufgezwungen daher. Und die liebevollen Illustrationen von Annette Swoboda runden die Geschichten ab.
Meinen Kindern und auch mir hat das Lesen und das drüber anschließend Erzählen großen Spaß gemacht und die beiden (5 + 3 Jahre) konnten mit der Aussicht auf eine neue Geschichte schnell abends ins Bett gelockt werden. Allerdings waren der 3-jährigen manche Geschichten noch ein wenig zu anstrengend und sie ist dabei eingeschlafen (was aber kein Elternteil als Nachteil anrechnen wird *schmunzel!).
Für mich ist nicht nur der hier vorgestellte Band, sondern die gesamte Reihe absolut empfehlenswert. 5 Sterne sind da das Mindeste.