Es gibt Filme, denen man ein größeres Publikum wünschen würde. Ein kleines Budget für den Dreh und die Vermarktung und (damals noch) wenig bekannte Schauspieler haben zu der Zeit wahrscheinlich verhindert, daß "Kleine Haie" größere Furore gemacht hat. Auch im Abendprogramm des Fernsehens lief er bisher selten, wohl allenfalls mal im dritten Programm.
Doch ich kann mich kaum entsinnen, wann ein Film zuletzt auf mich derart "rund" gewirkt hat. Oberflächlich betrachtet ist er eine lockere Komödie, aber eigentlich ist er eine romantische Novelle über das Leben, die Freundschaft und - natürlich - die Schauspielerei.
Der Zufall führt drei junge Männer zusammen, einen geradlinigen Kumpeltypen aus dem Ruhrpott mit schriftstellerischen Ambitionen, einen Playboy und einen sensiblen Künstlertypen. Das Band, das sie verbindet, ist eben die Schauspielerei, obwohl sie alle aus höchst unterschiedlichen Beweggründen zu ihr gekommen sind. Der klassischen Bühne, die heute hinter Hollywood-Starrummel, Glamourblendwerk und aufwendiger Pyrotechnik manchmal fast völlig in Vergessenheit geraten ist, wird in diesem Film eine Liebeserklärung gemacht. Mit Jürgen Vogel, Kai Wiesinger und Gedeon Burkhard fand der Regisseur Sönke Wortmann ein Ensemble, das der Geschichte exakt die nötige Spannung verleiht, um den Film zu einem wahren Vergnügen zu machen.
Eine Liebeserklärung an das Schauspiel, wie schon gesagt, aber darüberhinaus auch an München, das ganz jenseits von Bierseligkeit und Oktoberfest die passende Kulisse abgibt.
Das Filmende enthält einen Schuß Melancholie, weil dieses unnachahmliche Gespann, was sich zusammengefunden hatte, wieder auseinandergehen muß. Doch jeder kennt das sicher nur allzu gut aus seinem eigenen Leben und wird auch am Ende dieses ebenso unaufwendigen wie kostbaren Films mit ein wenig Wehmut erkennen, daß es eben die kurzen und schönen Momente sind, die zählen und von denen man lange zehrt.