Das Umschlagsbild sieht aus wie aus einer Word-Vorlage und hat mit dem Inhalt überhaupt nichts zu tun, das Layout macht den Eindruck aus den 80er-Jahren zu stammen, obwohl das Buch gerade mal ein Jahr alt ist. Auf den verwirrenden Druck in großen Buchstaben (normaler Text) und kleinen Buchstaben (hier habe ich keine klare Regel erkennen können) hätte getrost verzichtet werden können, ebenso die Tabellen, die den Eindruck erwecken, sämtliche Neuerungen auf dem Gebiet der Layout- und Drucktechnick boykotieren zu wollen.
Nun zum Inhalt, dessen Bilanz deutlich besser ausfällt: Das Buch gehört zu dem Teil der Fachliteratur, wo alle verwendeten Abkürzungen und Symbole erläutert sind, was gleich positiv wirkt. Der Rest des Buches besteht im Grunde aus 3 wichtigen Teilen: Lautlehre, Formenlehre, Syntax, davor ist noch eine Einführung, die denkbar knapp ausfällt, aber dennoch einen Überblick bieten kann, am Schluss finden sich noch ein kurzer Anhang über Altnorwegisch, Literaturhinweise und ein Wortregister. Im Lautlehre-Teil ist auf etwa 12 Seiten alles wichtige über Lautwandelprozesse seit Urnordischer Zeit zu lesen, die Formenlehre bildet den Hauptteil und behandelt auch das wichtigste verständlich genug, um es verstehen zu können. Der Syntax-Teil ist erfreulicherweiße recht praxisorientier und stellt die Unterschiede zum Deutschen dar, zwar auch knapp aber ausführlich genug.
Mein Fazit: Unter allen altnordischen/altisländischen Grammatiken ist dies sicherlich die beste, was mir aber immernoch fehlt sind alle Flexionsformen als Beiheft oder zum Heraustrennen, ein Zeitdiagramm, wo zu sehen ist, wann welche Literturtypen (Saga, Skaldik, eddische Dichtung usw.) auftreten und wann im Vergleich dazu Laut- und Fromwandlungsprozesse stattfinden. Aber vielleicht wird das ja irgendwann einmal.