Der Autor hält sich an seinen Anspruch, den er im Titel und Vorwort erhebt. Es ist eine "Kleine" Geschichte der deutschen Literatur, die durch eine sehr sorgfältige Auswahl von Titeln einen ersten, aufschlussreichen und sehr erhellenden Überblick über Epochen, Literatur, geistesgeschichtliche Zusammenhänge und Entwicklungen gibt. Das kleine und feine Büchlein ist gut strukturiert und besticht durch klaren sprachlichen Ausdruck. Von Beginn an spinnt sich ein roter Faden (ein "Leitfaden", wie es im Vorwort heißt) durch den Text, der nie fallen gelassen wird. In den kurzen und klaren Anmerkungen werden gattungstheoretische Begriffe behandelt und konzentriert erklärt. Die Zitate aus Originaltexten sind wohl bedacht, beschränken sich auf das Wesentliche und regen dazu an, die Primärtexte selbst zu lesen.
Somit ist diese Einführung jedem Erstsemester wärmstens zu empfehlen und auch dem erfahrenen Germanisten darf man Rothmanns Buch durchaus "ans Herz legen". Zum einen, weil er sich immer wieder einen schnellen Überblick verschaffen kann, das eine oder andere vergißt man schließlich und zum andern im wörtlichen Sinne, weil es in jede Jackentasche passt. Das Wichtigste zum Schluss: Es macht Spass, dieses Buch zu lesen. Es ist unterhaltend und informativ zugleich.