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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kleine Geschichte - großartig,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte Venedigs (Gebundene Ausgabe)
Wieso konnte ich in der größten Buchhandlung Berlins, dem Haus, wo man kulturvoll Kultur voll kaufen kann, dieses vorzügliche Buch weder unter Geschichte/Italien und auch nicht unter Reisebücher/Italien/Venedig finden? Hoffentlich doch, weil es gerade mal ausverkauft war und weitere Exemplare nicht so schnell herangeschafft werden konnten!Das ist eine populäre Darstellung vom einem Fachmann, die gut lesbar, anschaulich und nicht überfrachtet ist. Als Perfektions- und Fußnotenfanatiker vermisse ich natürlich genaue Quellenangaben, aber das kann ich hier, wo nichts untergelegt wird, wenn keine auslegbaren Quellen da sind, verschmerzen. Aber Arne Karsten sagt und beachtet es auch (S. 29, 31, 54f), daß rechtliche Normen und andere Schriftstücke durchaus different zur Alltagsrealität sind (ich verallgemeinere hier bewußt ein wenig, denn das soll ja auch heute noch vorkommen) und die Denk- und Verhaltensweisen in früheren Zeiten andere waren, als heute. Die sozialen und Verwaltungsstrukturen Venedigs werden ausreichend (S. 56-59, 84-95, 101-109, 207-211, 239-242) umrissen (für perfektionische Erbsenzähler gibt es ja Spezialliteratur), ebenso Handel und Wirtschaft (S. 64-70, 117-123, 152-159, 202-206). Natürlich ist auch von Kriegen und politischen Verwicklungen die Rede, von Katastrophen und Zeremonien und viel natürlich von Architektur und Kunst. Eine gute Literaturliste und ein Personenregister ist vorhanden. Den Venedig-Stadtplan auf dem Vorsatz muß ich aber kritisieren: Hier wären unbedingt Veränderungen im Verlaufe der Entwicklung kenntlich zu machen gewesen. Auch der Plan der Lagune hinten ist erläuterungs- und erweiterungsbedürftig. Das läßt sich ja mit einer Neuauflage machen und auch weitere veranschaulichende Karten könnten dann hinzugefügt werden. Arne Karsten hat auch ein Buch über den Bildhauer und Baumeister Gianlorenzo Bernini verfaßt (Bernini. Der Schöpfer des barocken Rom. München 2006, 2007), das so gut ist, daß es flugs in Italienische übersetzt wurde. Seine Arbeiten über Grabmähler sind vielleicht ein wenig zu speziell, um wirklich populär zu sein. Aber vielleicht läßt sich das ja bei diesem Thema noch machen, wenn er sich mit den interessanten, teilweise in ihrer Art ungewöhnlichen und weltweit einmalig-skurrilen Grabmälern in Venedig befaßt. Ich muß bei dieser Gelegenheit auch auf die "Kurze Geschichte Venedigs" von Gherardo Ortalli, Giovanni Scarabello (Deutsch Milano 1999, Pisa 2008; zuerst Ital. Roma 1990) aufmerksam machen, weil es (noch) nicht möglich ist, dazu eine Rezension bei www.amazon.de einzustellen, denn sie ist auf Deutsch in diesem Jahr in 2. Auflage in Pisa (Pacini Editore S.p.A.) erschienen, im Deutschen Buchhandel bislang aber nicht erhältlich. Dieses ebenso vorzügliche Buch ist keineswegs eine Konkurrenz zu dem Arne Karstens, vielmehr ergänzen sich beide ausgezeichnet. Fragen Sie also ihren Buchhändler nach beiden, vielleicht entsteht ja so auch ein Nachfragesog Deutschland-Italien. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mythos und Gegenmythos,
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 100 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte Venedigs (Gebundene Ausgabe)
Die im Nordosten Italiens an der Adria zwischen den Mündungen von Po und Piav liegende berühmte Lagunenstadt, mit über hundert kleinen Inseln, die fast 200 Kanäle durchziehen, allen voran der berühmte Canal Grande, welche mit rund 400 Brücken (u. a. die weltbekannte Rialtobrücke) miteinander verbunden sind, übt auf ihre Besucher alljährlich eine ungewöhnliche und exzeptionelle Faszination aus. Hinzu kommen die architektonische Vielfalt und die immer noch spürbare ehemalige Anhäufung unermesslicher Reichtümer über Jahrhunderte hinweg.Zu dieser einzigartigen Atmosphäre trägt auch der dazugehörende Lebensstil ihrer Einwohner und die Kunst eines Carpaccio, Bellini, Giorgione und Tizian, eines Tintoretto und Veronese, eines Tiepolo und Guardi bei. Venedig bietet Kunst und Kultur in Hülle und Fülle. Ob Kirchen von der Romanik bis zum Barock, allen voran der Markusdom (San Marco), das einstige Wahrzeichen Venedigs als Stadt und Republik oder Paläste, als bekanntester wohl der Dogenpalast oder die ihm gegenüberliegende Libreria Vecchia, die Alte Bibliothek, Venedig ist eine einzigartige Ansammlung kulturhistorischer Bauwerke. Die Stadt mit den vielen Gesichtern lässt einen nicht mehr los, hat man sie einmal gesehen. Sie wirkt oft wie ein Traum und hinterlässt dennoch tiefe Eindrücke. "Keine andere Stadt der Welt hat die Vorstellungskraft der Menschen in vergleichbar intensiver Weise beschäftigt [...]. In mühsamer Arbeit einer lebensfeindlichen Umgebung abgerungen, entwickelte sie sich aus einer bescheidenen Siedlung im Sumpf zu einer europäischen Großmacht.", beginnt Arne Karsten seine "Kleine Geschichte Venedigs". Trotzdem schon unzähliges über diese Stadt mit der mystischen Aura, die beinahe auf der Wasseroberfläche zu gleiten scheint, geschrieben wurde, legt der Wissenschaftliche Mitarbeiter am Kunstgeschichtlichen Seminar der Humboldt-Universität Berlin ein neues kompaktes Buch vor, das die Geschichte der Lagunenstadt neu aufrollt. Aber gerade die Kompaktheit des qualitativ hochwertig aufgelegten Bandes, mit vielen zum Teil farbigen Abbildungen, macht seinen besonderen Reiz aus. "Thema mit Variationen" nennt der Autor die Beschäftigung mit der Geschichte Venedigs und seiner Kunst. "Das Thema, nämlich Ruhm und Herrlichkeit der Serenissima, ändert sich nie; umso größer ist die Phantasie, der Reichtum an Varianten bei seiner Ausgestaltung. Auf der anderen Seite entwickelte sich der Gegenmythos: Venedig als raub- und raffgieriges Monster, einzig und allein auf den eigenen Vorteil bedacht, jederzeit zu Betrug und Verrat bereit." Karsten zeichnet kein mystisch verklärtes Bild, sondern in klar strukturierten Kapiteln rollt er noch einmal den Werdegang der Serenissima von der spätantiken Siedlung im Sumpf, dem Aufstieg zur Handelsgroßmacht, den Zusammenbrüchen und erneuten Aufstiegen bis zur heutigen existenzbedrohten Touristenmetropole und "Stadt der Verliebten" auf. Hauptaugenmerk hat er auf die ökonomischen und sozialen, politischen und militärischen Bedingungen gelegt, unter denen die einst bedeutendste Handels- und Seemacht des Mittelmeeres die noch heute zu bewundernde oder zu erahnende einzigartige Kunstfülle produzieren und jenen legendären Mythos kultivieren konnte. Dabei arbeitet er aus den retrospektiven Bildern von Geschichte das heraus, was die historischen Quellen als gesichert erscheinen lassen; "wohl wissend, dass es eine objektive Geschichte nicht gibt, weil alle Wahrnehmungen der Vergangenheit an das wahrnehmende Subjekt und seine Interessen gebunden ist." Fazit: Auch wenn in derart kompaktem Rahmen größere Zusammenhänge nur knapp skizziert werden und zahlreiche Aspekte eines kulturgeschichtlichen Zeitraums von annähernd 1500 Jahren lediglich gestreift werden können, ist es Arne Karsten in seiner "Kleinen Geschichte Venedigs" gelungen, dem interessierten Leser einen Gesamteindruck von der Geschichte dieser einzigartigen Stadt zu vermitteln. Und das tut er ausgesprochen faktenreich und trotzdem sehr lebendig und lesenswert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein kleines Meisterwerk,
Rezension bezieht sich auf: Kleine Geschichte Venedigs (Gebundene Ausgabe)
Wer eine Venedig-Reise plant und mehr über die Geschichte Venedigs wissen möchte, als die trockenen Datenansammlungen in herkömmlichen Reiseführern bieten, der ist mit diesem Buch bestens beraten. Der Autor erzählt die Geschichte der Stadt von den Anfängen in der Spätantike bis in die Gegenwart (und nicht nur bis zum Ende der Republik Venedig 1797). Dabei ist es immer wieder erstaunlich, wie elegant er die Zusammenhänge zwischen Politik und Kunst, zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, zwischen Verfassungsgeschichte und Alltagsleben aufzeigt. Natürlich kann ein so umfangreiches Thema auf gerade einmal 250 Seiten nicht "umfassend" dargestellt werden, aber insgesamt entsteht ein überaus facettenreiches Bild, das Geschichte nicht einfach als toten Wissensstoff präsentiert, sondern - mitunter mild ironisch gefärbt - wirklich anschaulich erklärt. Zudem ist das Buch in einer gut lesbaren, präzisen und dabei nie trockenen Sprache geschrieben und mit hervorragenden Abbildungen ausgestattet. Man wünschte sich mehr Stadtgeschichten auf diesem Niveau!
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