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Kleine Geschichte der Ukraine.
 
 
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Kleine Geschichte der Ukraine. [Taschenbuch]

Andreas Kappeler
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Broschiert EUR 14,95  
Taschenbuch, 20. November 2000 --  

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Andreas Kappeler
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Nein, sehr einladend wirkt das alles nicht. Ermordete Journalisten, blockierte Reformen, marode Atomkraftwerke und immer wieder das Gerücht, der Staat werde in zwei Teile zerbrechen -- aus deutscher Perspektive ist die Ukraine nicht nur ziemlich weit weg. Die offensichtlich großen Probleme, die das Land beim Übergang zu Demokratie und Marktwirtschaft hat, tun ein Übriges, um das allgemeine Interesse deutlich zu dämpfen: Zu chaotisch, zu undurchschaubar, zu kompliziert. Dabei grenzt die Ukraine mit Polen seit 1999 nicht nur unmittelbar an einen NATO-Staat. In absehbarer Zukunft dürfte die Ukraine auch zum direkten Nachbarn der EU werden. Beides sollte Grund genug sein, sich näher mit der Ukraine zu beschäftigen.

Andreas Kappelers Kleine Geschichte der Ukraine bietet hierzu einen ebenso spannenden wie nützlichen Einstieg. Wie so oft im östlichen Europa ist auch die aktuelle Situation der Ukraine ohne die historischen Hintergründe nicht zu begreifen: Kiews Verhältnis zu Russland ist nicht nur geprägt von 70 Jahren Sowjetunion. Der Erbanspruch, den beide Staaten gleichermaßen auf das mittelalterliche Reich der Kiever Rus erheben, spielt hierbei ebenso eine wichtige Rolle wie die Zerstörung des ukrainischen Kosakenstaats des 17.Jahrhunderts. Die innere Zerrissenheit der Ukraine resultiert nicht nur aus der enormen geographischen Ausdehnung zwischen West und Ost, sondern liegt vor allem in der sukzessiven, von Ost nach West voranschreitenden, Eingliederung ins russische Reich begründet -- wie auch eine Zeittafel und mehrere Karten veranschaulichen.

Der große Vorzug dieses Buches besteht darin, dass Kappeler sich nicht allein auf die Darstellung der Ereignisgeschichte beschränkt. Neben Kapiteln zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte räumt der Autor auch den zahlreichen Minderheiten (Polen, Russen, Juden, Deutsche) gebührenden Raum ein. Besonders nützlich für das Verständnis der aktuellen Probleme der Ukraine ist jedoch, dass Kappeler immer auch die Bedeutung des historischen Selbstbildes und die Instrumentalisierung der Geschichte für den politischen Diskurs im Blick behält. Die Frage, ob die Ukraine unabhängig und auf Reformkurs bleiben, oder dem weißrussischen Weg folgen wird, hängt nicht zuletzt vom Ausgang dieses historischen Selbstfindungsprozesses ab. Und deshalb sollte das "ukrainische Chaos" nicht nur Historikern und Politologen ein bisschen Interesse wert sein. --Anneke Hudalla

Kurzbeschreibung

Andreas Kappeler informiert in diesem Buch über die wichtigsten Ereignisse und Zusammenhänge der ukrainischen Geschichte. Es setzt der vorherrschenden russozentrischen Perspektive eine ukrainische gegenüber und versucht gleichzeitig, ukrainische nationale Mythen kritisch zu überprüfen. Dabei wird nicht nur die Geschichte der Ukrainer vom Mittelalter bis zur unmittelbaren Gegenwart dargestellt; auch die Geschichte der in der Ukraine lebenden Polen, Russen, Juden und Deutschen wird mit berücksichtigt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sehr gut und umfassend 4. August 2008
Format:Taschenbuch
Ich hatte das Buch anläßlich einer Reise nach Kiev gekauft. Die Geschichte eines Landes ist meiner Ansicht nach ein guter Weg, um ein gewisses Verständnis für das Reiseziel zu entwickeln und sich ihm anzunähern. Bei der Ukraine ist das nicht so einfach, da es heutzutage nicht zu den Ländern gehört, die viel bereist werden und über die demzufolge unzählige Reise- und Kulturführer in sämtlichen Buchhandlungen auf Kunden lauern.
Mich hat die Detailfülle und auch der weite zeitliche Horizont angenehm überrascht. Man findet in diesem Buch wirklich alles Wissenswerte von der großen historischen Zeit der Warägerfürstentümer bis zur Zeit in der Sowjetunion. Und es ist lesenswert! Gerade die letzten 250 Jahre der ukrainischen Geschichte werden mit einem starken politischen Fokus dargestellt. Interessante Details bekommt man ebenso mit (den Hintergrund des zaristischen Propagandaslogans "ewiges und unteilbares ;-) Russland" genauso wie den interessanten Punkt, daß Lenin zwar sehr für das Selbstbestimmungsrecht aller ehemals vom Zarenreich unterworfenen Völker eintrat, das allerdings bei der Ukraine dann doch nicht so gesehen hat - immerhin gab es dort reiche Getreideernten und große Kohlevorkommen - da ging dann Pragmatismus vor Moral).
Uneingeschränkt empfehlenswert.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Buch ist wirklich gut gelungen. Der Inhalt ist prima gegliedert und alles ist übersichtlich. Der Leser erfährt hier eigentlich alles nennenswerte was er über die Ukraine wissen möchte.
Was mir besonders gefallen hat ist wie der Autor nicht nur "die eine Ukraine" in den letzten Jahrhunderten beschrieben hat, sondern expliziet die einzelnen regionalen Unterschiede hervor gehoben hat die ein Grund sind wieso es macnhmal zwischen west&ostukrainern zu ideologisch&politischen Konfrontationen kommt. Schwerpunktmässig konzentriere sich der Autor auf Kiew, Lviv und Charkiv. Diese 3 Städte sind waren die Säulen der ukrainischen Nationalbewegung des 19-20 Jahrhundert.
Auch den Minderrheiten in UA wird Aufmerksamkeit gewidmet. So klärt uns der Autor über das verschwinden der Juden und Polen in Galizien-Wolhynien und Poldien auf und wieso es bis heute eine große russische Minderheit im Donbass (der Ostukraine gibt).
Ein weiterer Schwerpunkt dieses Buches ist der Kiewer RUS und dessen Erbe so wie die Zaporoger Zic die bedeutend für das ukr. Nationalbewustsein sind. Der OUN/UPA und dem Holdomor werden ebenfalls Aufmerksamkeit gewidmet (dies ist insofern wichtig da diese 2 Themen besonders viel Streitigkeiten zwischen russischen und ukrainischen Historikern hervor rufen).

Das Buch kriwegt 5/5 Sterne!
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Von Leseratte
Format:Broschiert
Die Becksche Reihe ist sowieso eine sehr gute Reihe, deren Bücher man als eine Art politischer Reiseführer bezeichnen könnte. Es gibt zur Ukraine- und anderen Ländern- einerseits Reisebücher und andererseits Bücher zur Geschichte, Landeskunde und Politik, doch diese Reihe ist irgendwie alles zusammen: es gibt Bildmaterial, wenn auch nicht zu viel; es gibt Karten, Tabellen und Übersichten und es gibt eine umfassende und doch nicht oberflächliche Darstellung von Politik und Geschichte, Landeskunde und Informationen zu einzelnen Regionen. Und das Ganze im Taschenbuchformat, welches wiederum an einen Reiseführer erinnert- das perfekte Buchformat, auch inhaltlich, um sich tiefer über ein Land zu informieren, als es ein bloßer Reiseführer könnte. Sehr gut und ein bisschen einzigartig, was solche Bücher zur Ukraine anbelangt ist, dass der Autor, Andreas Kappeler, nicht 'die' Ukraine, sondern in der Tat die einzelnen Landesteile einzeln beschreibt. Die Ukraine als solche gibt es zwar politisch, aber dennoch ist eine Landeskunde mit politischen Akzent bei diesem Land oberflächlich, ginge sie nicht auf die besondere Situation etwa der Krim oder der Ost- und Westukraine ein. Diese 'Dreiteilung', die Ukraine als Zentralstaat, sowie die 'konkurrierenden' Landesteile im Osten und im Westen, gibt ein überschauliches Gesamtbild, das auch dem unerfahrenen Leser darlegt, welche aktuellen Probleme die Ukraine hat und welches Selbstbild die Menschen haben, die in ihr leben. Auch der gesellschaftliche Akzent, den Kappeler setzt, ist unübersehbar und nützlich, indem er z.B. auf die Ukrainer im Ausland, in Europa und den USA, eingeht, die Lage der Minderheiten beschreibt u.s.w. Ein sehr lesenswerter Einstieg, der verständlicherweise- und dies ist der einzige Schwachpunkt- angesichts der sich ständig veränderten politischen Lage im Land- gerade heute nicht mehr der aktuellste ist.
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